15. Mai 2026

Der menschengemachte Klimawandel schreitet weiter voran

Der deutsche Wetterdienst und der Klimawandeldienst Copernicus meldeten Anfang des Jahres, dass das Jahr 2024 das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnung im Jahr 1850 war: die globale Durchschnittstemperatur lag erstmals über der 1,5 Grad-Grenze. Diese Entwicklung zeigt, dass der menschengemachte Klimawandel mit drastischer Geschwindigkeit voranschreitet und dafür ist zu einem erheblichen Teil der Kapitalismus verantwortlich. 

Der Kapitalismus als Klimakiller

Als Wirtschaftssystem, das auf Privateigentum, Wettbewerb und Profitmaximierung basiert, trägt der Kapitalismus auf verschiedene Weisen zum Klimawandel bei. Eine zentrale Ursache liegt in der Abhängigkeit von fossilen Energien: Seit der industriellen Revolution ist die Nutzung von Kohle, Öl und Gas die Grundlage für Wirtschaftswachstum und industrielle Produktion. Gleichzeitig sind diese Energieträger die Hauptquelle der CO₂-Emissionen, die den Klimawandel vorantreiben. 

Ein weiterer Aspekt ist die systematische Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Der Kapitalismus und seine Wachstumslogik basieren auf der kontinuierlichen Erschließung von Rohstoffen, sei es durch Abholzung, den Abbau von Bodenschätzen oder landwirtschaftliche Monokulturen, was eine Verstärkung der globalen Erwärmung nach sich zieht. 

Der Kapitalismus fördert zudem eine Konsumorientierung, die das Problem weiter verschärft: Die Märkte fördern den ständigen Konsum und die Produktion immer neuer Güter, oft ohne Rücksicht auf ökologische Nachhaltigkeit. Kurzlebige Produkte, geplante Obsoleszenz und eine Wegwerfkultur tragen zu einem übermäßigen Verbrauch von Ressourcen und einer zunehmenden Belastung der Umwelt bei. 

Kann es ein „grünes Wachstum“ geben?

Die Frage, ob es einen „grünen Kapitalismus“ geben kann oder ob ein Systemwechsel notwendig ist, um die Erde vor den Folgen des Klimawandels zu schützen, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Die Idee des grünen Wachstums basiert auf der These, dass wirtschaftliches Wachstum und ökologische Nachhaltigkeit miteinander vereinbar seien. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass dieses Konzept nicht umsetzbar ist. 

Der zentrale Widerspruch liegt im Wachstumszwang des Kapitalismus. Der Kapitalismus ist strukturell auf Wachstum angewiesen, weil es das System am Leben erhält. Ein wesentlicher Grund dafür ist der Wettbewerb: Unternehmen müssen wachsen, um effizienter und profitabler als ihre Konkurrenz zu sein. Das Finanzsystem verstärkt diesen Wachstumszwang, weil Kredite und Zinsen nur durch zukünftige finanzielle Gewinne bedient werden können. Ohne Wachstum drohen Zahlungsausfälle und Krisen. Wichtig ist auch der Konsum: Marketing und geplante Obsoleszenz schaffen ständig neue Nachfrage, die wiederum ein wachsendes Angebot erfordert. 

All dies führt dazu, dass das Ziel einer Vereinbarung von Wirtschaftswachstum und nachhaltigem Ressourcenverbrauch – also ein grünes Wachstum im Kapitalismus – in der Praxis nicht erreichbar ist.

Insgesamt wird deutlich, dass der Kapitalismus den Klimawandel erheblich verschlimmert und immer häufiger zu Klimakatastrophen wie Überschwemmungen oder großflächigen Bränden führt, die viele Menschenleben und Existenzen kosten. Langfristig kann der Klimawandel nur durch den konsequenten Kampf gegen den Kapitalismus und den Aufbau eines neuen Systems bekämpft werden, in dem der Profitzwang durch die Bedürfnisse von Mensch und Natur ersetzt wird.