13. Mai 2026

Proteste in Ecuador gehen weiter

In Ecuador finden seit dem 22. September landesweite Streiks und Proteste gegen die Regierung und Präsident Daniel Noboa statt. Die Konföderation der Indigenen Nationalitäten Ecuadors (Conaie), die als wichtigste Institution der indigenen Völker im Land gilt, ruft seitdem täglich zu Blockadeaktionen, Demonstrationen und Streiks auf. Bereits über 48 Menschen wurden während der Proteste verletzt und mehr als 100 Menschen wurden verhaftet. Außerdem wurde dabei der Indigenenvertreter Efraín Fuertes getötet.

Die Proteste wurden ausgelöst durch die Abschaffung der seit über 40 Jahren bestehenden Dieselsubvention, die zu einem Preisanstieg von über 50 Prozent (von 1,80 auf 2,80 Dollar pro Gallone) geführt hatte. Diese Änderung beeinflusst die Lebenshaltungskosten erheblich und trifft am stärksten die lohnabhängige Bevölkerung.

5,7 Millionen Menschen der 18 Millionen im Land müssen ohnehin schon mit 92 Dollar auskommen. Das Land ist geprägt von Arbeitslosigkeit, schlechten Arbeitsbedingungen, einem kaputten Gesundheitssystem, Armut und Teuerungen. Gleichzeitig finden auch politische Repressionen und weitere Angriffe statt, wie z.B. Die Zerstörung sowie Bedrohung von natürlichen Lebensräumen, Wasserquellen und Wäldern. Hinzu kommt das soziale Angriffspaket des IWF (Internationaler Währungsfonds).

Der Conaie-Präsident Marlon Vargas forderte die Regierung auf, die Gewalt und Repressionen gegen die indigenen Völker und die Bevölkerung im Allgemeinen sofort zu stoppen. Die Regierung von Präsident Noboa wiederum lehnt die Verhandlungen mit den Protestierenden ab und scheint, keinen Schritt in Richtung Abschaffung der Subventionen zu unternehmen. Der Präsident spricht den Protesten sogar den sozialen Charakter ab und sieht sie lediglich als Mittel zur „Destabilisierung des Landes“.

Auch wenn die bürgerliche Berichterstattung auf Hetze und Diffamierung abzielt, sind die Aktionen der Massen ganz klar sowohl politisch als auch sozial motiviert. Sie fordern neben der Dieselsubvention auch die Senkung der Mehrwertsteuer um 3 Prozent und die Freilassung von 12 festgenommenen Aktivist:innen.

Schon in den Jahren 2019 und 2022 hatten große Proteste starken Druck auf die Regierung ausgeübt und die geplante Abschaffung der Subventionen verhindert. Auch jetzt liegt es wieder an der Entschlossenheit der Massen, allen voran der Arbeiter:innen, sich gegen diese sozialen Angriffe zu organisieren und sie zurückzuschlagen.