Vor 107 Jahren befand sich Deutschland an einem großen Wendepunkt der Geschichte: Die Novemberrevolution war verwirklicht worden! Die Monarchie wurde beendet und die Soldaten durften endlich heimkehren, nachdem sie im Ersten Weltkrieg für die Profite der imperialistischen Kapitalistenklasse ihr Leben lassen mussten.
Diese Umwälzung der Gesellschaft war der organisierten Arbeiter:innenklasse zu verdanken, die der kapitalistischen Ausbeutung und Kriegstreiberei den Kampf angesagt hatte und ihr Schicksal nun in die eigene Hand nehmen wollte. Überall im Land wurden Arbeiter:innen- und Soldatenräte gegründet, in denen das gesellschaftliche Leben demokratisch bestimmt werden sollte. Die Arbeiter:innen und Werktätigen waren bereit, ein neues System zu erschaffen, jenseits der Interessen von Kaisern, Unternehmern, Bänkern und Bürokraten.
Die verräterische SPD, die trotz ihrer Befürwortung des Ersten Weltkrieges immer noch als „Arbeiterpartei“ wahrgenommen wurde, hatte sich schon längst an das kapitalistische System verkauft und strebte nur noch nach der Regierungsmacht. Dafür tat sie alles in ihrer Macht Stehende, um die kämpferischen Arbeiter:innen in die Irre zu führen und jede weitergehende revolutionäre Erhebung blutig zu zerschlagen. Sie ging so weit, dass sie unter anderem die Ermordung der Führungspersonen der revolutionären KPD Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht durch die rechten bzw. konterrevolutionären Freikorps in Auftrag gab.
Auch die Jahre nach dem Tod von Karl und Rosa waren geprägt von revolutionären Phasen, in denen die Zerschlagung des kapitalistischen Systems zum Greifen nah war. Anders als in Russland, wo die Arbeiter:innenklasse unter der Führung von Lenin und der Bolschewiken-Partei die Oktoberrevolution erfolgreich verwirklicht hatte, scheiterten die Arbeiter:innen und Werktätigen in Deutschland. Es fehlte ihnen an einer revolutionären Partei, die durch jahrelange Arbeit und Erfahrung dazu fähig war, den Widerstand der Massen zu koordinieren und zu einer Revolution zu wandeln. Das Fehlen dieser unverzichtbaren revolutionären Partei, die die Massen nicht mit parlamentarischen Hoffnungen blendet, sondern die Lösung im Sturz des Kapitalismus aufzeigt, führte in den Jahren 1918-1923 zum Verpassen einer historischen Chance in Deutschland – eines Momentes, der die ganze Welt verändert hätte.
Um diese wichtige Lehre der Geschichte nicht zu vergessen und um den großen Revolutionären dieser Zeit zu gedenken, wird jedes Jahr die LLL-Demonstration in Berlin organisiert, bei der an das Erbe von Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Lenin erinnert wird. Besonders in dieser Zeit, in der das Potenzial eines dritten Weltkrieges immer größer wird, sind die Lehren der Novemberrevolution bedeutungsvoller denn je und die antiimperialistische Haltung dieser Revolutionäre ein wichtiges Vorbild. Auch heute, 107 Jahre später, lebt ihre revolutionäre Perspektive im Kampf aller Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Welt weiter.
LLL-Gedenkdemonstration
Wann? 11.01.2026, 10 Uhr
Wo? U-Bahn Haltestelle Frankfurter Tor, Berlin
