13. Mai 2026

Oxfam-Bericht: Jede Woche entstehen vier neue Milliardär:innen

Ein neuer Oxfam-Bericht vom 20.01.25 beschäftigt sich intensiv mit dem Thema sozialer Ungleichheit und zeigt deutlich auf, wer von krisenreichen Zeiten profitiert. 

Stetig wachsende soziale Ungleichheit

Die Schere zwischen Arm und Reich driftete auch im Jahr 2024 weiter auseinander. Während das Vermögen der Milliardär:innen im letzten Jahr weltweit um 2 Billionen US-Dollar gestiegen ist, pro Woche durchschnittlich vier neue Milliardär:innen entstanden sind und die reichsten zehn Milliardär:innen 100 Milliarden US-Dollar pro Tag verdienten, leben auf der anderen Seite rund 44% der ganzen Menschheit in Armut. In Deutschland wuchs das Gesamtvermögen der Milliardär:innen um 26,8 Milliarden US-Dollar und die Gesamtzahl der Milliardär:innen stieg um neun weitere auf 130.

Dieser starke Unterschied zwischen Arm und Reich ist ein strukturelles Element des Kapitalismus und wächst immer weiter, weil Vermögen und Kapitalerträge stärker steigen als Löhne. Durch Steuererleichterungen, stagnierende Löhne und Investitionen profitieren Superreiche, während die Arbeiter:innenklasse immer weiter verarmt. Dabei vererben sowohl die Reichen ihren Reichtum als auch die Armen ihre Armut, weswegen beides über Generationen erhalten bleibt. 

Kein Vertrauen in die Politik

Der Bericht zeigt außerdem auf, dass aufgrund anhaltender sozialer Ungleichheit das Vertrauen in die Politik schwindet. Es herrscht ein Klima der Unsicherheit, des Misstrauens und der Aussichtslosigkeit, das vor allem rechtspopulistischen Bewegungen zugutekommt. Viele Menschen in schlechten Verhältnissen verstehen, dass ihr Lebensstandard sich nicht verbessert oder gar verschlechtert, während Superreiche ihr Vermögen deutlich vermehren können. Sie wissen genau, dass sie von der Politik weder gehört noch gesehen werden und rechtspopulistische Parteien wie die AfD nutzen diese Unsicherheit gezielt für ihre Zwecke. Die AfD präsentiert sich gern als Partei „des kleinen Mannes“, die für Arbeiter:innen und gegen eine vermeintliche Elite kämpft. Dabei wird gezielt noch mehr Misstrauen gegen die anderen Parteien geschürt. Auf dieser Basis vergessen viele, dass auch die AfD keine Antworten auf die entscheidenden Probleme unserer Zeit hat und selbst Politik für Reiche macht. 

Gleichzeitig sind auch die Superreichen selbst ein entscheidender Grund für den Rechtsruck und den Vertrauensverlust in die Politik: Durch riesige Parteispenden, Lobbyismus und öffentliche Medienmacht können sie Einfluss auf das politische Geschehen nehmen und es zu ihrem Vorteil gestalten. Dadurch bestätigt sich bei vielen Menschen der Eindruck, dass das Interesse der Mehrheit für die Politik keine Rolle spielt. 

Diese Kombination aus wirtschaftlicher Unsicherheit, dem Gefühl politischer Ohnmacht und gezielter Propaganda bildet den idealen Nährboden für rechte Bewegungen. Um dem Rechtsruck entgegenzuwirken, braucht es fundamentale wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen: die Organisierung und die Einheit der Arbeiter:innenklasse, um den Kampf gegen den Kapitalismus zum Erfolg zu führen. Der Kampf gegen Rechts kann nicht isoliert stattfinden, sondern muss als Teil des größeren Kampfes gegen den Kapitalismus selbst verstanden werden. Nur mit der Überwindung des Kapitalismus kann er erfolgreich sein.