9. Juni 2026

USA will Kontrolle über den Panamakanal

Nach dem Zollkrieg mit Kanada, Mexiko und der EU erhöhen die USA derzeit den Druck auf China in Bezug auf den Panamakanal durch eine Reihe von Wirtschaftsmaßnahmen, um eine Vormachtstellung auf der wichtigen Wasserstraße zu erlangen. 

US-Außenminister Marco Rubio besuchte Panama und forderte die dortige Regierung auf, den chinesischen Einfluss auf den Kanal zurückzudrängen. Er betonte, dass die aktuelle Situation die Neutralität des Kanals gefährde und die USA zum Handeln zwingen könnte, was als direkte Drohgebärde zu verstehen ist. Panamas Präsident José Raúl Mulino kündigte daraufhin an, die Kontrolle über die Häfen zu überprüfen und eine Beteiligung von US-Unternehmen in Erwägung zu ziehen. Zudem lenkte Panama nach heftiger Kritik aus Washington ein, dass US-Regierungsschiffe künftig keine Gebühren mehr für die Durchfahrt des Panamakanals zahlen müssen. Diese Entscheidung wurde vom US-Außenministerium bekannt gegeben und soll den USA Millionen Dollar einsparen. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, dass die USA im Panamakanal nicht fair behandelt würden und China die wichtige Wasserstraße in Mittelamerika betreibe. Sowohl Panama als auch China wiesen die Vorwürfe zurück; Trump schloss eine militärische Intervention am Panamakanal nicht aus.

Neben den Zollkriegen mit anderen Ländern des globalen Südens machen die Bemühungen um die Kontrolle des Panamakanals deutlich, dass die USA ihre imperialistischen Interessen derzeit systematisch durchsetzen. Der Panamakanal ist nicht nur eine strategische Drehscheibe für den Welthandel, sondern auch ein geopolitisches Spielfeld für die imperialen Ambitionen der USA. Der wachsende Einfluss Chinas auf die Verwaltung der Kanalhäfen wird von den USA als direkte Bedrohung ihrer hegemonialen Position wahrgenommen, da China über Unternehmen wie Hutchison Ports seinen Einfluss auf den Handel und die Infrastruktur entlang des Kanals ausweiten konnte. Diese Konkurrenz ist ein Beispiel für das imperialistische Bedürfnis, Märkte und strategische Ressourcen zu kontrollieren und rivalisierende kapitalistische Mächte in die Schranken zu weisen, um die eigene Vormachtstellung zu sichern. 

Die USA üben also nicht nur ökonomischen Druck durch Zölle aus, sondern setzen auch politische und militärische Mittel ein, um ihre globale Vormachtstellung zu sichern. Der Fokus auf den Panamakanal und die Zölle auf Handelswaren sind nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil eines größeren strategischen Plans, um die Kontrolle über die globalen Handelsströme und Ressourcen zu behalten und den kapitalistischen Wettbewerb zu dominieren. Hier geht es weniger um nationale Interessen oder Wohlstand, sondern um die Aufrechterhaltung einer kapitalistischen Ordnung, in der einige wenige Staaten – und ihre herrschenden Klassen – die Ressourcen und Märkte der Welt kontrollieren, während die Mehrheit der Weltbevölkerung von diesen Entscheidungen negativ betroffen ist.