Am 27. Januar 1945, heute vor 80 Jahren, wurden die Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz befreit. Als Einheiten der Roten Armee in Auschwitz, das etwa 60 Kilometer von Krakau entfernt liegt, eintrafen, fanden sie rund 7000 Häftlinge in den Baracken vor. Auschwitz war das größte Vernichtungslager der Nationalsozialisten, in dem 1,1 Millionen Menschen mit Giftgas ermordet wurden. Aufgrund seiner Größe wurde Auschwitz auch ein wichtiger Knotenpunkt für die deutsche Industrie, beispielsweise für die IG Farben AG, die dort Großprojekte für den Krieg verwirklichte.
Zusammen mit Auschwitz stehen die über 2000 Konzentrations- und Arbeitslager als Schandfleck in der Menschheitsgeschichte. Ihre Geschichten und Erlebnisse sollten uns stets vor Augen führen, welche Verantwortung wir tragen. Wir haben die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass das Unmenschliche nie wieder möglich wird. Antifaschismus erfordert, neben dem Gedenken, gerade in diesen Zeiten einen aktiven Einsatz. Rassismus und Ausgrenzung sind gesellschaftsfähig geworden und werden aktiv vom kapitalistischen Staat gefördert. Der NSU-Skandal, der Aufstieg der AfD, rechte Strukturen im Staatsdienst wie bei Polizei und Bundeswehr, ungestrafte rechte Straftäter sowie Gewalt gegen Geflüchtete in Deutschland machen deutlicher denn je, dass der Faschismus nicht nur weiterhin präsent ist, sondern täglich wächst. Auch die Instrumentalisierung von Attentaten, um rechte Hetze zu betreiben und Neonazis auf die Straßen zu mobilisieren, wurde toleriert und von den Medien unterstützt.
Im Hinblick auf die im Februar anstehenden Bundestagswahlen wird von großen Veränderungen und dem Kampf gegen die AfD gesprochen, um der staatlichen Verantwortung gerecht zu werden. Dabei wird jedoch klar, dass ein indirektes Zusammenspiel zwischen den etablierten Systemparteien und rechten Organisationen besteht. Erstere zu wählen bedeutet nicht, seine Stimme gegen rechts, sondern ebenfalls für rechts abzugeben. Denn diese Parteien haben die AfD mit ihrer eigenen Politik erst hervorgebracht und faktisch jahrelang AfD-Politik betrieben. Sie stehen ebenso für Krieg, Militarisierung, Krisen, Klimawandel, Rassismus und den permanenten Angriff auf die Menschenrechte. Folglich liegt die einzige Hoffnung in einem organisierten Kampf und Widerstand auf der Straße, um Veränderungen herbeizuführen. Dieser Ansatz bleibt weiterhin das einzige Mittel, um den aktuellen rechten Entwicklungen entgegenzutreten.
