Die aktuellen Proteste von Studierenden in der Türkei wurden durch die Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu am 19. März 2025 ausgelöst. İmamoğlu, ein prominentes Mitglied der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP), wurde unter anderem wegen Korruptionsvorwürfen und angeblicher Unterstützung der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) festgenommen. Der kürzlich angeregte „Friedensprozess“ mit der PKK wirkt dadurch nur noch mehr wie eine Heuchelei. Neben der Festnahme von Bürgermeister İmamoğlu am 19. März 2025 wurden etwa 100 weitere Personen, darunter Journalist:innen und Unternehmer:innen, im Zusammenhang mit angeblichen Verstößen bei kommunalen Verträgen beschuldigt.
In Reaktion darauf haben Studierende mehrerer Universitäten, darunter die Universität Istanbul und die Galatasaray Universität, Proteste organisiert, um gegen die Festnahme zu demonstrieren und den Rücktritt der Regierung zu fordern. Diese Proteste sind jedoch vor allem Teil einer breiteren Bewegung, die sich gegen die reaktionäre Politik der Regierung richtet und die Einschränkung demokratischer Rechte anprangert.
In den darauffolgenden Protesten wurden zahlreiche Studierende festgenommen. So nahm die Polizei beispielsweise am 1. Februar 2025 159 Studierende fest, die sich geweigert hatten, ihre Versammlung aufzulösen und das Büro des Rektors der Boğaziçi-Universität umzingelten. Insgesamt mussten 107 Personen im Zusammenhang mit den Protesten vor Gericht erscheinen und Rechenschaft für ihren legitimen Protest abgeben.
Es ist jedoch nicht zu übersehen mit welcher Widerstandskraft diese jungen Menschen für ihre Rechte kämpfen, keine Polizeibarrikaden kennen und sich gemeinsam gegen diese willkürliche Politik des türkischen Staates zusammenschließen.
