9. Juni 2026

Die Monetisierung der Natur: Der Kohlenstoffmarkt

Kohlenstoffmarkt. Klingt auf den ersten Blick langweilig und kompliziert. Ist es das?

Der Abbau und die Ausbeutung der Natur sind keine neuen Phänome. Die Menschheit hat diese schon sehr lange ausgebeutet. Oft war dies nur in einem begrenzten Maße möglich. Mit der zunehmenden Technologisierung hat diese stark zugenommen. So stark, dass sich die Natur schon länger nicht mehr erholen kann und die Lebensbedingungen zunehmend schwieriger für das Überleben der Menschheit werden. Vor allem ist diese Ausbeutung der Natur eine nachhaltig schwierige Entwicklung. Was jetzt gemacht wird, wird das Überleben der nächsten Generationen schwieriger machen. Stichworte sind Klimawandel, Erderwärmung, 1,5°-Ziel und Klimakrise.

Dabei weiß die Menschheit genau wie es besser gehen könnte. Seit Jahren und Jahrzehnten ist die Lösung bekannt. Das kapitalistische System, die Ursache dieser Umweltkrise, muss überwunden werden. Natur- oder Klimaschutz muss zwingenderweise auch den Kapitalismus als die Ursache erkennen, bekämpfen und überwinden. Aktuell ist Profit und ökonomische Stabilität als wichtigstes Verlangen des Menschen durch das System vorgesehen, braucht diese etwas, was vor allem das Leben in den Vordergrund stellt. 

Statt dies zu realisieren, versucht die Politik und die kapitalistische Klasse den Umweltschutz zu einem marktwirtschaftlichen Sektor zu machen.

Der Kohlenstoffmarkt ist dabei wörtlich die Spitze des Eisbergs der Finanzialisierung der Natur. Das Prinzip dabei ist simpel. Verschmutzt ein Unternehmen die Umwelt lokal oder regional kann es anderswo Leute bezahlen, die Umwelt zu schützen, also Rohstoffe nicht auszubeuten, oder wieder zu renaturieren, also in den ursprünglichen Zustand zu bringen. Ob es klappt? Natürlich nicht.

Ein System mit Akteur:innen, die auf Profitmaximierung aus sind, wird auch hier versuchen, sich am Finanziellen zu orientieren. Die Motivation, die Umwelt und Natur zu schützen ist dabei nicht im Vordergrund. 

Doch wie genau funktioniert diese neue Form der „Grünen“ Ökonomie, die auch von der Grünen Partei in Deutschland weiter beworben wird. Im Prinzip wird die Verantwortung für den Schutz der Natur vom Staat an den Markt gegeben. Ein Ausgleichs- oder Kompensationsmechanismus soll Unternehmen und Staaten dazu bringen für zu hohe Beiträge zum Anstieg von Emissionen in der Atmosphäre anderswo Projekte zum Schutz oder zur Wiederschaffung von Natur und Biodiversität umzusetzen. Die sogenannten REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) sollen dabei vor allem das Phänomen der Entwaldung senken. 

Zuletzt häuften sich die Skandale rund um die Kohlenstoffzertifikate. So wurden in China Milliarden Euro durch deutsche Energiegesellschaften, die die Verbraucher:innen an den Tankstellen für die notwendigen Ausgleichszahlungen ihrer umweltschädlichen Praktiken zahlen ließen, in Ausgleichsprojekte gesteckt, welche nicht existieren. Andere Probleme sind: Zu niedrige Werte zur Verringerung der Emissionen, Vorgaben existieren nur für die sogenannten „Industrieländer“, die schwierige Überwachung der Maßnahmen, die Zerstörung der lokalen oft indigenen Wirtschaftsformen und viele mehr. Das grundlegende Prinzip an sich ist dabei schon problematisch. Konzerne wie Danone oder Monsanto kriegen so eine Einladung zum Greenwashing. Sie bewerben eigene Produkte mit der vermeintlichen Nachhaltigkeit, die durch diese Kohlenstoffzertifikate vorgegaukelt wird, und behaupten keine Entwaldung durchzuführen. Dies funktioniert aber nur durch die angeblichen Kompensationsprojekte, die in großen Teilen nichts mit Nachhaltigkeit und Natur- und Umweltschutz gemein haben.