Am Wochenende ist es in ganz Italien zu einer Welle von Protesten gekommen. In Italien, welches von einer rechten Regierung mit Begeisterung für den Faschismus regiert wird, sind zuletzt vermehrt offene Gewalttaten gegenüber migrantischen Menschen vorgefallen. Das Land befindet sich seit Jahren in einer ökonomischen und sozialen Krise. Speziell das demografische Problem, welches über den europäischen Durchschnitt hinaus eine überaus alte Bevölkerung vorweist, die in der Zukunft durch junge Menschen versorgt werden müsste, ist in einer Gesellschaft, die Immigration von jungen Menschen vermehrt ablehnt, eklatant. Gerade die italienische Ministerpräsidentin Meloni benutzt oft rassistische Argumente und wollte zuletzt Abschiebungslager in Albanien einrichten.
Ramy Elgaml, ein 19-jähriger Ägypter, war bei einer Verfolgungsjagd von der italienischen Polizei, den Carabinieri, auf seinem Roller gerammt worden und ist gestorben. Der Fall ereignete sich bereits am 24. November. Allerdings sind, nachdem die Polizei falsche Angaben tätigte, nun offenbar Gegenbeweise aufgetaucht, wie ein Video welches eindeutig das Rammen durch die Polizei zeigt und Lackspuren am Motorrad zeigt, welches Ramy nicht gefahren hatte, sondern von seinem Freund gesteuert wurde. Jetzt wird gegen die für die Tat verantwortlichen Polizisten und Soldaten, die bewusst Falschaussagen getätigt hatten, ermittelt. In mehreren Städten kam es nun zu Ausschreitungen bei Demonstrationen.
In Bologna und Rom entlud sich die Wut der meist jugendlichen Demonstrant:innen gegen die Polizei. Auch das Vorgehen der Polizei wurde scharf von Betroffenen kritisiert. Die italienische Regierung verteidigte wenig überraschend das Verhalten der Polizei und verurteilte Gewalt gegen diese. In vielen europäischen Ländern sind ähnliche Trends bemerkbar. Neben Griechenland gab es auch in Deutschland Vorfälle wie diese. 2022 starb der 22-jährige Mouhamed Drame in Dortmund durch Schüsse der Polizei. Auch hier wurden die Angeklagten alle frei gesprochen.
