15. Mai 2026

Donald Trump will Palästinenser:innen umsiedeln

US-Präsident Donald Trump hält an seinem Plan, die Palästinenser:innen aus dem Gazastreifen umzusiedeln, fest und stellte in einem Interview mit Fox News dar, dass diese kein Rückkehrrecht in den Gazastreifen erhalten sollten. Stattdessen plant er, für die etwa 1,9 Millionen Bewohner:innen des Gebiets neue Siedlungen außerhalb Gazas zu errichten. Diese Umsiedlung soll dauerhaft erfolgen – im Gegensatz zu den vorherigen Aussagen von Außenminister Marco Rubio, der zunächst von einer temporären „Lösung“ sprach.  

Trump äußerte, dass er den Gazastreifen kaufen wolle und die Palästinenser:innen in neuen Unterkünften „bessere Lebensbedingungen“ vorfänden und „kein Interesse hätten, in den zerstörten Gazastreifen zurückzukehren.“ Außerdem äußerte er die Absicht, mit den Nachbarstaaten Ägypten und Jordanien über eine Aufnahme von Palästinenser:innen zu verhandeln, obwohl beide Länder dies aktuell ablehnen. Während Israels Premierminister Benjamin Netanyahu Trumps Vorschlag unterstützte, rief dieser international massive Kritik hervor. Insbesondere arabische Staaten, die Vereinten Nationen und Bundeskanzler Olaf Scholz äußerten scharfen Widerspruch. 

Der Imperialismus und Neokolonialismus der USA

Die von Trump und Netanyahu geplante Umsiedlung der Palästinenser:innen und die Idee, den Gazastreifen „aufzukaufen“, sind ein Paradebeispiel für imperialistische Politik und neokoloniale Landnahme. Hier zeigt sich deutlich, wie mächtige kapitalistische Staaten wie die USA versuchen, ihren Einfluss in strategisch wichtigen Regionen durchzusetzen – und das auf Kosten der unterdrückten Völker. Dass Palästinenser:innen einfach in neue, angeblich „sichere“ Gebiete umgesiedelt werden sollen, ist nichts anderes als eine Form der ethnischen Säuberung, getarnt als humanitäre Lösung. Diese Vorgehensweise folgt der kapitalistischen Logik: Länder und vor allem Boden werden nicht als historisch gewachsene Heimat von Menschen betrachtet, sondern als handelbare Ware. Die Vorstellung, dass man den Gazastreifen einfach kaufen könnte, erinnert an koloniale Landnahmen vergangener Zeit, bei denen indigene Völker ermordet und aus ihrer Heimat vertrieben wurden, um Platz für die Interessen kapitalistischer Großmächte zu schaffen. 

Die USA spielen dabei eine zentrale Rolle als treibende Kraft hinter der Destabilisierung des Nahen Ostens. Ihre jahrzehntelange Unterstützung Israels folgt einer klaren imperialistischen Strategie: Ein starker Verbündeter in der Region sichert geopolitische Kontrolle, erleichtert militärische Interventionen und hält den Ölhandel in gewünschten Bahnen. Gleichzeitig boomt die Rüstungsindustrie, weil der Genozid massive Waffenverkäufe ermöglicht. Die Rüstungsindustrie ist einer der größten Profiteure des Genozids – und die USA sorgen dafür, dass der Konflikt nicht endet.

In dieser Situation ist Widerstand unvermeidlich. Der palästinensische Befreiungskampf muss Teil eines größeren antiimperialistischen Kampfes sein, der sich nicht nur gegen Besatzung und Vertreibung stellt, sondern auch gegen das gesamte kapitalistische System, das solche Ungerechtigkeiten erst ermöglicht. Der Fokus muss auf echter sozialer Gerechtigkeit liegen – eine Perspektive, die nur durch internationalen Klassenkampf und eine grundlegende Umwälzung der herrschenden Verhältnisse erreicht werden kann.