Die seit Anfang Januar wütenden Brände in Los Angeles haben bisher mindestens 24 Menschenleben gefordert und materielle Schäden in Milliardenhöhe verursacht; große Teile von Los Angeles liegen in Schutt und Asche. Besonders betroffen ist der Stadtteil Pacific Palisades, der nahezu vollständig zerstört wurde. Die Brände sind weiterhin aktiv, und die Feuerwehr warnt vor aufkommenden Winden, die die Situation noch weiter verschärfen könnten.
Wassermangel bei Löscharbeiten
In einigen betroffenen Gebieten, insbesondere in Pacific Palisades, stand den Feuerwehren nicht genügend Wasser zur Brandbekämpfung zur Verfügung. Obwohl die drei Wassertanks in diesem Gebiet mit jeweils rund 3,8 Millionen Litern gefüllt waren, waren diese Vorräte bereits in den frühen Morgenstunden des 8. Januar aufgebraucht. Zahlreiche Hydranten hatten keinen oder nur geringen Wasserdruck, was die Brandbekämpfung behinderte. Die Wasserknappheit ist vor allem auf die stetig steigenden Temperaturen und die immer wiederkehrenden Dürren zurückzuführen: Kalifornien ist einer der trockensten Bundesstaaten der USA und leidet immer wieder unter ungewöhnlich langen Trockenperioden.
Sowohl die hohen Temperaturen, der Wassermangel, die Dürren als auch die (Wald-)Brände stehen in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel. Der Kapitalismus mit seinem Streben nach ständigem Wachstum, Ressourcenausbeutung und Profitmaximierung trägt maßgeblich zum Fortschreiten der Klimakrise bei. Wälder werden für wirtschaftliche Zwecke gerodet, wodurch die natürlichen Barrieren gegen Brände verschwinden, während fehlende Investitionen in Präventionsmaßnahmen und Infrastruktur die Folgen von Bränden verstärken. Gleichzeitig verschlimmern die Privatisierung von Wasser und industrielle Überbeanspruchung die Wasserknappheit. Der Klimawandel, der durch den kapitalistischen Fokus auf fossile Brennstoffe und übermäßigen Konsum beschleunigt wird, erhöht die Temperaturen und begünstigt extreme Wetterereignisse wie Dürren und Brände. Diese Rückkopplungseffekte verschärfen die Krisen, während sich die Unternehmen ihrer Verantwortung entziehen und Profite über ökologische und soziale Verantwortung stellen.
Brände verschärfen die Versicherungskrise und bedrohen Existenzen
Die USA befinden sich seit Jahren in einer Versicherungskrise, ausgelöst durch die steigende Zahl von Naturkatastrophen wie Hurrikane, Überschwemmungen und Waldbrände. Naturkatastrophen verursachen hohe Schadenssummen, die private Versicherungen nicht zahlen wollen. Um die Gewinne zu sichern, erhöhen sie die Prämien oder ziehen sich ganz aus gefährdeten Regionen wie Kalifornien zurück. Rückversicherungen werden immer teurer, so dass sich viele Haushalte, vor allem einkommensschwache, keinen Versicherungsschutz mehr leisten können.
Auch die Versicherungskrise ist eng mit der Funktionsweise des Kapitalismus verbunden: In diesem System werden die sozialen, ökologischen und ökonomischen Kosten von Naturkatastrophen von der Arbeiter:innenklasse getragen, während Unternehmen, wie z.B. Versicherungen, auch in Krisensituationen ihre Gewinne maximieren.
An den Bränden in LA zeigt sich wieder deutlich: Die Krise heißt Kapitalismus. Ohne einen Systemwechsel wird der Klimawandel noch viele weitere Menschenleben und Existenzen fordern.
