13. Mai 2026

Miyazaki’s Geschichte gegen den Kapitalismus

Hayao Miyazaki – ein Stern am Himmel der Anime-Szene. Weltweit sind seine Geschichten bekannt. Doch was ist eigentlich seine Botschaft? 

Miyazaki wurde während des zweiten Weltkrieges geboren und erlebte mit 4 Jahren noch die Bombardierungen durch die amerikanischen Streitkräfte, welche jede japanische Großstadt mit Ausnahme von Kyoto zerstörten. Das prägte ihn und seine Geschichten sehr. Miyazaki will sich mit seinen Geschichten an die Kinder richten, möchte ihnen Hoffnung und die Motivation geben, sich für das Gute im Leben einzusetzen. Er will vor allem den Wert der Natur und des Seins des Menschen in ihr betonen. In einem System, welches jedoch nur auf Profit und Ausbeutung basiert, entwickelte sich bei ihm eine starke Position gegen Kriege und Zerstörung.

Im jungen Alter trat er der Gewerkschaft eines Animationsstudios bei, engagierte sich auch neben dem Beruf dort für bessere Arbeitsbedingungen, Lohnerhöhungen, Rechte von Müttern und nahm Position ein gegen das Einlaufen von Atom U-Booten in japanische Häfen. Er sah sich als Teil einer Generation, die die Schuld am Krieg bei vorherigen Generationen sah und sich an marxistischen und pazifistischen Werten orientierte. Erst mit 40 Jahren steigt er in die Welt der Mangas ein. Nausicaä wird sein erster Film. Er erzählt von einer Welt voller von Umweltverschmutzungen geplagter Landschaften, aber auch üppiger wunderschöner naturbelassenen Landschaften, in der Krieg herrscht und die Heldin Nausicaä gegen die Auslöschung kämpft. Er orientiert sich dabei an einer realen menschengemachten Katastrophe – der Quecksilberverschmutzung von Minamata. Ein Ereignis, bei welchem der Mensch durch seine kurzfristig gedachte Profitgier nachhaltig Natur und damit auch das eigene Leben zerstörte.

Doch auch später kehrt er zum Motiv der Natur zurück. Sieht sie als eine Symbiose mit dem Menschen, nicht als von ihm beherrscht. Dadurch entwickelt er auch den Animismus. Also die Verkörperung der Natur in Geistern. Eine in der Vergangenheit sehr normale Ansichtsweise im ländlichen Japan. Heute jedoch übernehmen der Kapitalismus und die damit verbundene ökologische Krise die Überhand und entwickeln ein Vorgehen, mit welchem sie die Natur ihrem Profit und ihren Interessen unterwerfen. 

Und auch mit dem Film Porco Rosso trifft er den Nagel der Zeit und beschreibt den Jugoslawien Krieg und seine damalige Zeit. Anfangs geplant als eine Kurzgeschichte nimmt die Storyline während des Jugoslawien-Kriegs ganz andere Ausmaße und umfasst die grausame Art des Kriegs und seine wahre Seite. Und aktuell in Deutschland beobachten wir die Heroisierung des Krieges, durch Werbung in der Öffentlichkeit und Darstellung der Bundeswehr als blütenweiße Institution. Den Sinn des Lebens beschreibt Miyazaki in der Hoffnung darin, mit den Menschen um sich herum zusammen zu arbeiten und zu kämpfen.