Nachdem Ende der Weltnaturkonferenz in Cali in Kolumbien versuchen die Regierungen der Welt verzweifelt positive Ergebnisse zu sammeln. Es überwiegen aber die negativen – fehldende Finanzierungsrahmen, fehldende Bereitschaft von Industrieländern Naturschutz sozial und global zu gestalten und der simpelste aller Punkte, nationale Biodiversitätsstrategien aufzustellen. Deutschland scheiterte schon bei der Anreise mit einer nationalen Strategie. Länder, die aktuell im Krieg bzw. in einer Krise sind wie Palästina oder Afghanistan konnten dies dagegen aufstellen.
Nur 40 von 196 Vertragsstaaten konnten nach der letzten globalen Bioviversitätskonferenz 2022 in Montreal dieses Jahr eine nationale Strategie präsentieren. Auch beim 30:30 Ziel, also bis 2030 30% der Landes- und Meeresfläche unter Schutz zu stellen ging nicht wirklich vorran. Aktuell sind weniger als 18% (0,5 mehr als 2022) der Landes- und etwa 8% (0,2% mehr als 2022) der Meeresfläche geschützt. Außerdem gibt es weiter keine einheitlichen Schutzkategorien. So sind die deutschen im internationalen Vergleich weiterhin sehr gering, können doch wirtschaftliche Aktivitäten in Schutzgebieten stattfinden lassen.
Unternehmen sollen außerdem nun für digitalisierte genetische Informationen, sogenannte DSI, zahlen. Dort finden man die DNA vieler Tiere, Pflanzen und Organismen in Form einer Datenbank vor. Aber die Zahlungen sind freiwillig und nur geringe Mengen. Auf die Freiwilligkeit bestanden allen voran die EU-Staaten. Im finanziellen Bereich fehlen in den 2022 in Montreal festgelegten Zahlungen von Industrie- an sogenannte Entwicklungsländer schon allein das Jahr 2025 4 Milliarden Dollar, um auf die versprochenen 20 Milliarden Dollar pro Jahr zu kommen. Ab 2030 sollen es 30 Millionen pro Jahr sein. Deutschland, die kanadische Region Quebec und neun weitere Staaten haben nochmal etwa 200 Millionen € gegeben, eine geringe Summe angesichts der Bedarfe.
Ein Erfolg bleibt jedoch und wird in der internationalen Presse abgefeiert – Indigene Völker haben endlich ein volles Mitspracherecht in der UN-Biodiversitätskonvention. Die Arten auf der Roten Liste nehmen aber zu: So ist es seit kurzem der Igel in Deutschland.
