Die rechte Regierung in Italien unter Führung von Meloni versuchte die Asylanträge im Schnellverfahren und außerhalb der EU in Albanien abzuwickeln. Eine erste Gruppe von 16 Geflüchteten wurde bereits dorthin verbracht. So sollten die Abschiebungen direkt aus Albanien erfolgen und hierfür auch „Aufnahmezentren“ eingerichtet werden. Diese dienten nach Angaben von Meloni insbesondere auch zur Abschreckung von Menschen, die flüchten müssen. Es handelt sich also eher um Haftlager für Geflüchtete. Auch die Bundesinnenministerin Faeser (SPD) betonte, dass es „interessantes Modell“ ist, jedoch sich die Frage stellen würde, welcher Staat bereit wäre, ein solches Verfahren auf seinem Gebiet zu dulden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der schrieb in einem Bericht, dass dadurch „mögliche Wege für die Entwicklung von Rückführungszentren außerhalb der EU“ erkundet werden könnten. Das Italien-Albanien-Modell könne uns für die Zukunft praktische Lehren unterbreiten. Einige Menschenrechtsorganisationen und auch das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR drückten ernste Bedenken gegen dieses Vorhaben aus. Es gäbe keine Maßstäbe für die „Aufnahmezentren“, da auch kein EU-Recht gelte.
Nun hat auch ein Gericht in Italien diese umstrittene Inhaftierung von Geflüchteten als unzulässig festgelegt. Somit sind alle der Geflüchteten auch wieder nach Italien zurückgebracht worden. Auch viele Aktivist:innen versammelten sich schon bei Ankunft vor den Haftzentren und hielten Plakate mit der Aufschrift „ The European Dream ends here“ („Der europäische Traum endet hier“) hoch. Der Italienische Staat zeigte sich empört und bezeichnete die Justiz als zu „links“. An den Plänen wird weiterhin festgehalten, da hierfür bereits 800 Millionen Euro investiert wurden.
