13. Mai 2026

Krieg im Kongo – Der Imperialismus und die Bodenschätze

3.000 Tote, darunter die allermeisten Zivilisten, in Massengräbern verscharrt und die ganze Welt schaut weg. Das alleine ist in den letzten Wochen passiert. Die Demokratische Republik Kongo ist schon seit Jahrzehnten geplagt von Krieg, Massenmord und -vertreibung. Seit 1998 wurden über 7 Millionen aus ihrer Heimat vertrieben. Insgesamt sind durch die zahlreichen Kriege und Schlachten im Kongo seit 1994 über 10 Millionen Menschen ums Leben gekommen. All diese Kriege und Schlachten haben eins gemeinsam, und zwar ihr Ziel: Kontrolle über Bodenschätze. 

Aktuell ist der Kriegsschauplatz im Kongo der Osten des Landes, in den Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu. Dort überrennen die Truppen der Miliz „M23“, zusammen mit mehreren tausend Soldaten des ruandischen Militärs, dem Nachbarland Kongos, die Region und begehen dort, neben ihren kriegerischen Auseinandersetzungen, zahlreiche Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung. Von Vergewaltigung und Folter hin zu Ermordung von tausenden Zivilisten. Ihr gegenüber steht die kongolesische Armee. 

Jetzt schaue man sich die Situation etwas detaillierter an: Eine Miliz im Ostkongo, unterstützt durch Ruanda, kämpft gegen das kongolesische Heer um Landstriche mit enormen Mengen an Ressourcen. Hauptsächlich dreht es sich hier um Coltan, aus welchem Tantal gewonnen wird, welches wiederum wichtig für die Produktion von Kondensatoren ist. 

Noch wichtiger ist zu erkennen: Welche Großmächte stehen hinter Ruanda und der Miliz „M23“ und welche hinter der DR Kongo? Die DR Kongo hat schon seit Jahrzehnten wirtschaftliche Verstrickungen mit China und ist einer der größten Handelspartner was Tantal angeht. Ruanda hingegen ist ein loyaler Partner der westlichen Großmächte und ein sogenannter strategischer Partner der EU. Letztes Jahr erst unterzeichnete die EU und Ruanda eine Absichtserklärung zum Ausbau der Förderung und Weiterverarbeitung von Coltan bzw. Tantal. 

Also sehen wir hier erneut, nicht seit jüngst, sondern seit Jahrzehnten andauernde Kriege um Ressourcen, die von Proxys, wie jetzt Ruanda und dem Kongo ausgefochten werden, alle im Interesse der Imperialisten in den großen Machtzentren dieser Welt. Und leidtragend sind die Menschen vor Ort. Sie arbeiten unter den schlechtesten Bedingungen, die sich ein Mensch nur vorstellen kann, in Minen, die teilweise extrem toxisch für den menschlichen Körper sind. Wenn das Machtgefälle sich ändert, schreitet eine von imperialistischen Kräften finanzierte Miliz in ihre Stadt und metzelt alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Dies stellt den Inbegriff der Barbarei dar. Das kapitalistische System in ihrer vollen Pracht. Der einzige Weg dauerhaften Frieden für die Menschen des Kongos und von Ruanda zu schaffen ist es die imperialistischen Mächte aus ihrem Land zu verbannen und im selben Schlag die kapitalistische Klasse des Kongo und von Ruanda, die sie an die Imperialisten dieser Welt verkauft haben, zu zerschlagen.