13. Mai 2026

Generalstreiks und Proteste für Gaza in Italien

Während die Solidarität mit der von Israel unterdrückten palästinensischen Bevölkerung weltweit steigt, verzeichnet besonders die italienische Arbeiter:innenklasse große Taten. Immer wieder kommt es zu großen massenwirksamen Aktionen, die die Politik ins Wanken bringt; so auch am Freitag und diesen Montag.

Die größte Gewerkschaft Italiens CGIL (Confederazione Generale Italiana del Lavoro) rief am Freitag zum landesweiten Generalstreik auf, um die Solidarität mit dem palästinensischen Volk auf die Straße zu tragen und den zionistischen Vernichtungskrieg Israels zu verurteilen. Es kam zu einer 4-stündigen Arbeitsniederlegung und zu Massenaktionen mit tausenden Teilnehmern:innen in großen Städten wie Rom, Mailand, Turin, Livorno oder Catania. Die Gewerkschaft forderte, die militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zum israelischen Staat zu kappen. In ihrer Erklärung forderte sie außerdem, dass die Hindernisse für die humanitäre Hilfe in Gaza beseitigt werden, der Staat Palästina anerkannt wird und dass zu jeglicher Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung beigetragen wird.

Auch am gestrigen Montag wurde infolge des Aufrufs der Gewerkschaft USB (Unione Sindacale di Base) die Arbeit niedergelegt. Über 80 Städte beteiligten sich am Aktionstag für Gaza mit Kundgebungen und weiteren Protestaktionen. Allein in Rom wird die Teilnahme auf 50.000 – 100.000 Menschen geschätzt. Betroffen war neben Fabriken vor allem auch die wichtige Infrastruktur, wie Häfen, Eisenbahnwege und der öffentliche Nahverkehr. Auch kirchliche Gruppen beteiligten sich aktiv, indem mehr als 1200 Priester aus etwa 30 Ländern den Aktionstag unterstützten.

Ebenfalls kam es zu Schul- und Universitätsblockaden. An vielen Orten wurden die Schulen sogar geschlossen. Viele Lehrkräfte beteiligten sich am Aktionstag, da sie die Verbindung zwischen der Unterstützung Israels und ihren eigenen Lohnkürzungen erkennen. Italien pflegt gute wirtschaftliche und militärische Beziehungen zum zionistischen Staat, während an der Bevölkerung immer mehr gespart wird. Nach den USA und Deutschland ist Italien der drittgrößte Waffenlieferant Israels.

Besonders in Städten wie Mailand, wo Zehntausende protestierten und unter anderem Bahnhöfe besetzten, kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Während fortschrittliche Medien und unzählige Millionen Menschen auf der Welt mit den Protesten sympathisieren und in ihnen Hoffnung finden, versuchen bürgerliche Massenmedien, gerade in Deutschland, die Proteste zu verunglimpfen und berichten von „verletzten Polizisten“. Die mit Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken angegriffenen Demonstrant:innen erhalten selbstverständlich nicht denselben Fokus, ganz zu schweigen von den mittlerweile über 70.000 ermordeten Menschen in Gaza.

Trotz der prozionistischen und westlichen imperialistischen Propaganda ist die aktive Solidarität der Arbeiter:innen und Werktätigen weltweit im Vormarsch. Streiks und Generalstreiks zeigen enorme Auswirkungen auf den Rüstungsexport und die Ausfuhr sowie auf die Politik in den Ländern. Kein Wunder, dass der faschistische Verkehrsminister Matteo Salvini als Reaktion auf die Proteste damit droht, das Streikrecht anzutasten. In diesem Sinne agiert die Klasse der Ausgebeuteten in Italien als Vorreiter und zeigt erneut, wie die Massen ihr Schicksal selbst bestimmen können, wenn sie sich organisieren.