15. Mai 2026

Israel plündert die Energieressourcen Palästinas

Das Erdgasfeld Leviathan gehört zu den größten Erdgasfeldern im östlichen Mittelmeer. Neben den israelischen Unternehmen NewMed Energy und Ratio Energies ist auch der US-Konzern Chevron Teilhaber dieser Quelle. Nun hat Israel einen Deal im Wert von 35 Milliarden US-Dollar mit Ägypten abgeschlossen. Israel sieht in der Erdgasproduktion seine Chance, zu einem der wichtigsten Erdgasexporteure im Nahen Osten zu werden.

Bis zum Jahr 2040 sollen laut der Vereinbarung 130 Kubikmeter Erdgas an Ägypten verkauft werden. Das entspricht 13% des gesamten israelischen Erdgasvorkommens und etwa 22% der Reserven des Erdgasfeldes Leviathan. Da die Erdgasproduktion Ägyptens zurückgegangen ist, ist es nun abhängiger von Israels Export. Dadurch wird automatisch auch der politische Einfluss auf Ägypten steigen. Israel plant außerdem auch europäische Länder zu beliefern.

Das Gebiet des Erdgasfeldes gehört historisch betrachtet Palästina, da es schon vor 1948 zum Völkerbundsmandat für Palästina zählte. Mithilfe der imperialistischen Großmächte wie den USA besetzte Israel also nicht nur das Gebiet Palästina im Allgemeinen, sondern entriss dem Land auch die Meeresgebiete und natürlichen Reichtümer. Die Ansprüche Israels auf das Erdgasfeld basieren somit auf keinerlei rechtlichen Grundlagen, sondern ähneln eher der Piraterie.

In der ägyptischen Bevölkerung herrscht Unmut und Empörung gegen den Deal mit Israel, das nun seit fast zwei Jahren einen erbarmungslosen Genozid gegen das palästinensische Volk betreibt. Auf der einen Seite wird Israel zwar von der ägyptischen Regierung für den Vernichtungskrieg verurteilt, doch auf der anderen Seite wird eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Täter geführt.

Ein weiteres wichtiges Erdgasfeld ist das Gaza Marine, was im Jahr 2000 entdeckt wurde und direkt vor der Küste des Gazastreifens liegt. Es verfügt über 30 Milliarden Kubikmeter Gas. Allein dieses Feld könnte über Jahrzehnte den Energiebedarf Palästinas stillen. Dies würde wiederum völlige Unabhängigkeit bedeuten und auch wirtschaftliches Wachstum, was dem Land enorm beim selbständigen Aufbau der eigenen Infrastruktur helfen würde. Seit über 20 Jahren wird dies jedoch durch die zionistische Besatzung bewusst verhindert. Analysen zufolge liegen noch weitere hunderte Milliarden Kubikmeter an Reserven in der Nähe des Gazastreifens. Doch auch die Erkundung dieser Felder wird seitens der Zionisten und des US-Imperialismus unmöglich gemacht.

Nur noch israelisches Gas in Europa?

Es ist besonders im Interesse des US-Imperialismus, dass Europa neben dem russischen Gas vor allem auch von chinesischen Energiequellen abgeschirmt wird. In Zukunft soll Israel Europa beliefern. Die großen imperialistischen Konkurrenten sollen somit Märkte verlieren, während über den Handlangerstaat Israel der eigene Einfluss über diese Märkte steigen soll.

Dieser potenzielle Ausgang besorgt jedoch die europäischen Großmächte, da es für sie einen starken Machtverlust bedeuten würde. Es ist davon auszugehen, dass die „Kritik“ der Bundesregierung, die aktuell an Israel ausgeübt wird, von dieser Unzufriedenheit und Besorgnis beeinflusst ist.

Das große Ziel des imperialistisch-zionistischen Projektes ist es, Gaza vollständig menschenleer zu bekommen. Die palästinensische Bevölkerung soll dafür weiterhin massakriert und in Länder wie Ägypten oder Jordanien vertrieben werden. Auf diese Weise sollen das gesamte palästinensische Territorium und damit auch die natürlichen Ressourcen wie z.B. die Gaza Marine Quellen im Namen Israels erobert werden.

Der heutige zionistische Vernichtungskrieg gegen Palästina ist also nicht nur die Folge von geopolitischen Interessen, sondern vor allem auch von wirtschaftspolitischen Interessen der imperialistischen Großmächte. Israel als Festung des westlichen und insbesondere des US-amerikanischen Imperialismus im Nahen Osten soll auch als Erdgasexporteur das Machtgefüge in der Region verändern. Der Kampf gegen die zionistische Besatzung und Plünderung ist somit nicht zu trennen mit dem internationalen Kampf gegen den Imperialismus.