9. Juni 2026

Israel tötet erneut Journalisten

Gestern, am Sonntagabend, wurden fünf Journalisten des TV-Senders Al-Jazeera durch einen israelischen Raketenangriff getötet. Einer der Getöteten war der 28-jährige Anas Al-Scharif, der im arabischen Raum zu den bekanntesten Journalisten zählte. Er war noch einer der wenigen Korrespondenten im nördlichen Gazastreifen.

Es bestehen keine Zweifel daran, dass der Raketenangriff, der Al-Scharif und seinen Kollegen das Leben nahm, eine bewusste Operation war. Immer wieder wurde Al-Scharif als Hamas-Funktionär betitelt und somit klar ins Visier genommen. Er begab sich an die gefährlichsten Orte im Gazastreifen, um über den zionistischen Vernichtungskrieg und das Leid der palästinensischen Bevölkerung zu sprechen. Aufgrund seiner aufklärerischen Arbeit wurde er als Anführer einer Terrorzelle der Hamas bezeichnet. Al-Scharif selbst nahm diese Hetzkampagne ebenfalls als deutliche Drohung wahr.

Mord und Haft statt Meinungsfreiheit

Israel versucht den gezielten Mord mit speziellen Dokumenten zu rechtfertigen, die den Vorwurf der Hamas Mitgliedschaft untermauern sollen. UN-Sonderberichterstatterin Khan hatte diesbezüglich schon zuvor von „unbegründeten Anschuldigungen“ gesprochen. Auch die Arbeitgeber von Al-Scharif nennen es eine „Schmutzkampagne“, die ihn mundtot machen sollte. Neben den Vereinten Nationen, die den Raketenangriff auf die Journalisten als schweren Völkerrechtsverstoß verurteilen, gibt selbst die deutsche Bundesregierung kritische Worte von sich und schränkt die Waffenlieferungen an Israel ein. Dies ist nicht als humanitäre Entscheidung, sondern klar als Heuchelei zu sehen, denn der imperialistische deutsche Staat ist einer der Hauptverantwortlichen für den zionistischen Genozid in Palästina.

Der gezielte Mord an Journalisten ist keine Seltenheit in Palästina. Schon vor dem Angriff am Sonntag waren sechs Al-Jazeera Journalisten und acht freie Mitarbeiter getötet worden. Insgesamt wurden bis heute weit mehr als hundert Medienarbeiter:innen vom zionistischen Regime getötet. Im Westjordanland wird man schon verhaftet, wenn man über israelische Angriffe auf Palästinenser:innen berichtet. Internationale Journalist:innen wiederum haben seit zwei Jahren nicht mal einen Zugang zum Gazastreifen. Angesichts dieser Tatsachen und Verbrechen bleibt es weiterhin ein schockierendes Phänomen, dass die westliche Politik und ihre Handlanger von Israel als „einzige Demokratie im Nahen Osten“ sprechen. Allerspätestens seit dem Foranschreiten des Genozids ab dem 7. Oktober 2023 wurde diese Titulierung weltweit als Lüge entlarvt.