15. Mai 2026

Rheinmetall-Aktie kostet 10x mehr als vor dem Ukraine-Krieg

Seit dem Beginn des Ukraine-Krieges im Februar 2022 hat die Aktie des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall stark an Wert gewonnen. Am 23. Februar 2022 lag der Preis für die Aktie bei 96,80 Euro und bereits am 25. Februar 2022, unmittelbar nach Kriegsbeginn, stieg der Kurs um 5,4 % auf 101,20 Euro. In den folgenden Monaten setzte sich dieser Aufwärtstrend weiter fort: Am 28. März 2022 überschritt die Rheinmetall-Aktie erstmals die 200-Euro-Marke. Bis zum 27. Februar 2025 erreichte der Aktienkurs einen Wert von 1.000,65 Euro, was einer Verzehnfachung des Wertes seit Kriegsbeginn entspricht. Diese Entwicklung spiegelt die gestiegene Nachfrage nach Rüstungsgütern wider, weil viele Länder ihre Verteidigungsausgaben erhöht haben. Rheinmetall profitiert insbesondere von Aufträgen zur Lieferung von Panzern und Munition an die Ukraine sowie von der allgemeinen Aufrüstung in Europa. Zusätzlich wurde Rheinmetall am 20. März 2023 in den DAX, den wichtigsten deutschen Aktienindex, aufgenommen, was das gestiegene Vertrauen der Investor:innen in das Unternehmen unterstreicht. 

Die Rüstungsindustrie ist eine der brutalsten Erscheinungsformen der kapitalistischen Logik: Sie produziert nicht für den menschlichen Bedarf, sondern für die Zerstörung – und wird dafür auch noch gut bezahlt. Der Kursanstieg von Rheinmetall ist dabei das Ergebnis steigender globaler Rüstungsausgaben. Die europäischen Staaten, insbesondere Deutschland, haben ihre Verteidigungsbudgets massiv aufgestockt. Das 100-Milliarden-Euro-„Sondervermögen“ der Bundesregierung für die Bundeswehr ist ein direkter Treiber dieser Entwicklung. Der Kapitalismus verwertet dabei seine eigenen Krisen: Der Krieg, der Zerstörung und Leid verursacht, wird zur Wachstumschance für eine bestimmte Fraktion der herrschenden Unternehmer:innenklasse.

Wer zahlt den Preis?

Während die Aktionär:innen von Rheinmetall hohe Renditen einfahren, zahlt die Arbeiter:innenklasse den Preis. Zum einen in Form steigender Militärausgaben, die letztlich aus öffentlichen Geldern stammen – Gelder, die für Bildung, Gesundheit und soziale Sicherheit verwendet werden könnten. Zudem sind es die Arbeiter:innen auf beiden Seiten des Konflikts, die als Soldat:innen ihr Leben riskieren oder als Zivilist:innen zu Opfern der Waffen werden, die Rheinmetall produziert – bis heute sind mindestens 12.000 ukrainische Zivilist:innen und rund 90.000 russische Soldat:innen in diesem Krieg ums Leben gekommen.  

Die Verzehnfachung des Aktienkurses von Rheinmetall ist kein Zeichen wirtschaftlicher Stärke, sondern Ausdruck eines Systems, das auf Zerstörung und Elend aufbaut. Solange der Kapitalismus existiert, wird Krieg ein Geschäft bleiben. Die einzige Lösung besteht darin, das Problem an der Wurzel zu packen und dieses System zu überwinden. Eine sozialistische Gesellschaft würde nicht nur Kriege verhindern, sondern auch sicherstellen, dass der gesellschaftliche Reichtum für das Wohl der Menschen und nicht für die Interessen einiger weniger Kapitalbesitzer:innen genutzt wird.