15. Mai 2026

Widerstand weltweit

In Mexiko wurde gegen die Gewalt der Kartelle protestiert, in Athen boykottierten Anwält:innen Prozesse und Callcenter-Arbeiter:innen forderten ihre Rechte ein. In Indien wurden Proteste gegen Giftmüll organisiert. In Brasilien protestierten Student:innen gegen die Erhöhung der Transportkosten.

Proteste gegen Kartellgewalt im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa

Im Bundesstaat Sinaloa im Nordwesten Mexikos erschossen bewaffnete Kartellmitglieder, die am 19. Januar versuchten, ein Fahrzeug zu entführen, zwei Kinder, eines im Alter von 9 und eines im Alter von 12 Jahren und verwundeten zwei weitere. 

In der Stadt Culiacan, der Hauptstadt des Bundesstaates, protestierten die Menschen dagegen, da die Stadt weitgehend vom Drogenkartell kontrolliert wird. Tausende von Menschen, darunter Frauen und Kinder in Schuluniformen, gingen auf die Straße und forderten ein Ende der Gewalt des Kartells und die Rechenschaftspflicht der Verantwortlichen. Eine Gruppe von Demonstranten drang in das Büro des Gouverneurs von Sinaloa ein, beschädigte das Gebäude und forderte seinen Rücktritt. 

Anwälte boykottieren Anhörungen in Athen, Griechenland

Anwält:innen in der griechischen Hauptstadt Athen haben gegen ihren Ausschluss von der Vorbereitungsphase des Gesetzentwurfs zur „Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt“ protestiert.  Laut einer Erklärung der Athener Anwaltskammer nahmen die Anwält:innen im Rahmen des am 14. Januar gefassten Beschlusses nicht an den Anhörungen teil, außer in einigen Sonderfällen. Der Streik dauerte zwei Tage.

Streik von Callcenter-Beschäftigten

Die Beschäftigten in den Callcentern einiger der größten Technologieunternehmen der Welt wie Apple, Google, Microsoft und Netflix sind in den Streik getreten. Sie fordern das Recht auf Tarifverhandlungen, höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Die gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten von Teleperformance behaupten, dass der Chef Strafmaßnahmen gegen sie ergreift, sie ständig überwacht und ihnen sogar grundlegende Dinge wie Toilettenpausen verweigert. 

Teleperformance, der größte Callcenter-Betreiber der Welt, beschäftigt in Griechenland rund 12.000 Mitarbeiter:innen. Diese Mitarbeiter:innen sind weltweit tätig und bieten Dienstleistungen in 43 Sprachen und Dialekten an. Griechenland war im Jahr 2024 Schauplatz von Protesten und Streiks von Callcenter-Beschäftigten.

Proteste im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh gehen weiter 

Anfang 2025 halten die Proteste gegen die Lieferung von 337 Tonnen Giftmüll in die Stadt Pithampur im Bundesstaat Madhya Pradesh an. Im Jahr 1984 starben in der Stadt Bhopal Tausende von Menschen und Zehntausende wurden durch das Gift geschädigt, nachdem ein Gasleck in der Fabrik Union Carbide zu einer Katastrophe geführt hatte. Die Verbringung von Giftmüll aus der Union Carbide-Fabrik, die schließlich geschlossen wurde, in die Stadt Pithampur sorgte für Wut und Empörung in der Bevölkerung. Es wurden Proteste organisiert und Streiks ausgerufen. Diejenigen, die in der Nähe der Abfallentsorgungsanlagen leben, sehen ihre Umwelt und ihre Lebensbedingungen noch stärker gefährdet. 

Trotz der Proteste hat die Regierung die Abfallbeseitigungsanlage, die Gift in die Umwelt bringt, nicht geschlossen und die Region durch ein massives Polizeiaufgebot in Tarapur und den umliegenden Gebieten in eine Garnison verwandelt. Die Mobilisierung von Ordnungskräften zum Schutz des Unternehmens konnte die Menschen nicht zum Einlenken bewegen. Der Widerstand in der Region geht weiter.

Student:innen protestieren gegen die Erhöhung der Transportkosten in Sao Paulo, Brasilien

In Sao Paulo, Brasilien, protestieren Student:innen seit dem 9. Januar gegen die Erhöhung der Fahrpreise für Züge, U-Bahnen und Busse. Während die U-Bahn- und Zugtickets um 4 Prozent erhöht wurden, wurden die Bustickets um 13,6 Prozent angehoben, die höchste Erhöhung der letzten 10 Jahre. Die Studentenvereinigung von Sao Paulo startete Protestaktionen mit der Begründung, dass dies die höchste Fahrpreiserhöhung in der Geschichte der Stadt sei und dass sich die Verkehrsdienste verschlechtert hätten.

Am 15. und 16. Januar demonstrierten die Studente:innenim Stadtzentrum von Sao Paulo. Die reaktionären faschistischen Stadtbehörden, die die Polizei auf die vor dem Stadttheater versammelten Student:innen losließen, versuchten, die Demonstrant:innen einzuschüchtern. Trotzdem gehen die Proteste weiter.