„Die Wut ist groß! Erneut wurde ein Anschlag verübt, bei dem unschuldige Menschenleben genommen wurden. Der Angriff auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 kostete bisher 5 Menschen das Leben; 200 wurden verletzt, davon 41 schwer. Direkt nach diesem abscheulichen Verbrechen überflutete das rechte politische Spektrum die sozialen Medien mit Hasskommentaren, bei denen auf die arabische Herkunft des Täters eingegangen und alle möglichen Desinformationen verbreitet wurden.
Allerdings passte der Täter schließlich doch nicht ins Muster der Rassisten und Faschisten. Es handelt sich bei ihm zwar um einen 50-jährigen Arzt mit saudi-arabischen Wurzeln, jedoch war er bereits seit Jahren für seine Nähe zur AfD oder Identitären Bewegung bekannt. Schon damals propagierte er aktiv gegen den Islam, warnte in rechtsradikaler Manier vor der „Islamisierung des Abendlandes“ und sprach auch Drohungen aus. Anders als es zunächst berichtet wurde, war der Mann außerdem den Behörden bereits bekannt und dies auch als gewaltbereit. Es sind mehrere Fälle bekanntgeworden, bei denen Leute die Polizei über ihn benachrichtigt bzw. gewarnt hatten. Auch Behörden aus Saudi-Arabien sollen zwischen 2023 und 2024 bei den deutschen Sicherheitsbehörden vor einer möglichen Gefahr durch den Täter gewarnt haben. Der deutsche Staat trägt somit eine Hauptverantwortung in der Realisierung des Anschlags!
Trotz der Veröffentlichung der Hintergründe der Tat, die offensichtlich ein Ergebnis rechter Politik war, missbrauchen aktuell die Rechten selbst die Situation und melden schizophrenerweise Kundgebungen für Magdeburg an. Dies tun sie auch in Hinblick auf die Neuwahlen. Sie fokussieren sich unter anderem auf die Forderung von mehr Sicherheitsmaßnahmen, die sie selbstverständlich nach rassistischen Anschlägen wie in Hanau oder Halle nie gefordert haben. Es liegt auch auf der Hand, dass sie niemals eine Gegenreaktion gezeigt hätten, wenn es sich beim Magdeburger Anschlag um einen nicht-christlichen Anlass gehandelt hätte.
Wir betonen ganz klar: Dieser Anschlag war ein Produkt von jahrelanger rechter Politik, die sowohl von der faschistischen AfD als auch von allen anderen bürgerlichen Systemparteien der verschiedenen Regierungen betrieben wurde. All diese Verantwortlichen oder die bürgerlichen Massenmedien, die stets das „Migrationsproblem“ präsentiert und mit ihren rassistischen bzw. islamophoben Schlagzeilen der rechten Hetze den Nährboden bereitet haben, haben das Weltbild des Mörders von Magdeburg geformt und ihn zu seinem Verbrechen ermutigt.
Um die permanente Hetze zu stoppen, die immer mehr Anschläge verursacht, müssen wir die Verantwortlichen beim Namen nennen und aktiv gegen Faschismus und Rassismus vorgehen. Wir verurteilen den faschistischen Attentäter, den deutschen Staat in seiner bewussten Ignoranz und alle faschistischen Organisationen, deren Politik faktisch eine Menschenjagd bedeutet.
Solidarität mit den Betroffenen und deren Angehörigen in Magdeburg! Solidarität statt Hetze!“
Revolutionärer Jugendbund
