13. Mai 2026

Anschlag in Magdeburg- Nährboden für rechte Hetze

Am Freitagabend in Magdeburg raste Taleb A. mit seinem Auto in eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben und ca. 200 Menschen wurden verletzt. Der aus Saudi-Arabien stammende Täter lebte seit 2006 in Deutschland und war als Arzt tätig. Laut Polizei handelte es sich um einen Einzeltäter. 

Interessant ist jedoch, dass der Täter in den sozialen Netzwerken als rechter „Islamkritiker“ aktiv war und die AfD offenkundig unterstützte. Er war auf rechten Plattformen unterwegs und warf der Regierung vor, Europa zu „islamisieren“. Dieser Tat gingen schon mehrere Straftaten voraus, wobei es auch zu einer Hausdurchsuchung kam. In einem Zeitungsartikel in der FAZ 2019 bezeichnete er sich als starker Kritiker des Islams. Die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime Mina Ahadi teilte mit, dass Taleb A. die Institution mit seinen rechten Verschwörungstheorien belästigte. Er habe seinen Hass nicht nur gegen Muslime gerichtet, sondern auch gegen Humanist:innen und Flüchtlingshilfen. Die saudi-arabischen Behörden hätten wohl die deutschen Sicherheitsbehörden über die Gefahr eines möglichen Anschlags seitens Taleb A. gewarnt. Es ist also weiterhin nicht klar, weshalb er die Tat begangen hat und auch die deutschen Behörden konnten noch kein klares Motiv nennen.

Es stellt sich jedoch eine Frage: Was folgte nach diesem Anschlag? Kurz danach sind über 1000 Neonazis in Magdeburg auf die Straßen gegangen. Es wurde rassistische Parolen gerufen und eine „Remigration“ gefordert. Den Faschisten ging es dabei darum zu betonen, dass der Täter nicht zu Deutschland gehört und sich somit eine gute Gelegenheit bot gegen Migrant:innen und Geflüchtete noch mehr Hass zu verbreiten. Unmittelbar nach der Tat begangen zahlreiche AfD Politiker:innen die Tat für sich selbst zu nutzen. Sie veröffentlichten Bilder und machten Aussagen, wie „Es reicht! Schiebt sie alle ab!“, wobei sie sich unter den Posts gegenseitig unterstützten.