Nachdem der neue Tarifvertrag für die 3,9 Millionen Beschäftigten der Elektro- und Metallindustrie in Deutschland in eine Sackgasse geraten ist, befinden sich die Beschäftigten der Nachtschicht seit dem 28. Oktober in Warnstreiks. Vorgestern wurden die Warnstreiks den ganzen Tag über fortgesetzt, während die Verhandlungen weitergeführt werden. Gegen die Forderung der IG Metall nach einer Lohnerhöhung von 7 Prozent, bieten die Kapitalisten in den Chefetagen einen Vertrag mit einer Laufzeit von 27 Monaten und eine Lohnerhöhung von 3,9 Prozent an.
Während die Verhandlungen weitergehen, haben die Bosse von Volkswagen – einem der größten Giganten der Welt – angekündigt, dass sie drei Werke in Deutschland schließen und 10.000 Arbeiter:innen entlassen werden. Damit nicht genug, setzen die Unternehmensleiter auch noch eine Lohnkürzung von 10 bis 19 Prozent durch. Volkswagen wird in diesem Tarifvertrag eine sehr wichtige Rolle spielen, denn sowohl die Organisation der Gewerkschaft in diesem Unternehmen als auch die Reaktionen der kampferfahrenen Arbeiter:innen werden den Gesamtprozess beeinflussen.
Die Kapitalisten, die die Arbeiter:innen für die Kriegskosten zahlen lassen wollen, haben damit den ersten ernsthaften Schritt eines Großangriffs getan. Der Automobilsektor steht an der Spitze der Angriffe auf die Arbeiter:innenklasse. Jeden Tag kündigen die Monopole der Autoindustrie eine neue Entscheidung zur sozialen Zerstörung an. Nicht nur VW will drei Fabriken in Deutschland schließen, sondern auch Opel schließt sich dem Angriff der Werksschließungen und massenhaften Entlassungen an. Opel hat bereits beschlossen, sein Werk in Eisenach zu schließen. Insgesamt bedeutet diese Schließung, dass Tausende von Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Nun bereitet sich Opel auf Massenentlassungen im Werk in Rüsselsheim vor. Sie werden mit den Leiharbeiter:innen beginnen. Insgesamt ist beschlossen worden, etwa 300 Leiharbeiter:innen verschiedener Unternehmen zu entlassen.
Die Politik der Beschäftigung von Leiharbeiter:innen ist ein Bereich der rücksichtslosen Ausbeutung für alle kapitalistischen Unternehmen, insbesondere im Automobilsektor. Wie bei Opel müssen die Leiharbeiter:innen bis zu 36 Monate lang unter schwierigsten und ungesunden Bedingungen zu niedrigsten Löhnen arbeiten. Diese Arbeiter:innen, die bis zu drei Jahre lang mit der Aussicht auf eine Übernahme beschäftigt waren, ohne jegliche Arbeitsplatzsicherheit, werden nun wie eine ausrangierte Maschine hinausgeworfen. Daher haben die Warnstreiks eine umso größere und entscheidendere Rolle, um zu zeigen, dass sich die Beschäftigten diesen Angriffen nicht einfach beugen werden.
