9. Juni 2026

Oxfam Bericht: Superreiche sind Klimakiller

Yachten, Privatjets und ein Leben in Saus und Braus – Fünfzig der reichsten Menschen der Welt stoßen laut Oxfam in 90 Minuten mehr Treibhausgase aus „als ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem ganzen Leben“. Im Bericht „Carbon Inequality kills“ (Kohlenstoff-Ungleichheit tötet) geht Oxfam auf die massiven Unterschiede bei den Beiträgen zum Klimawandel ein. 

In Zeiten, in denen moralisch bei vielen die Frage nach der Art der Fahrt zur Arbeit und dem Sommerurlaub ein innerer Kampf wird, wird von oben munter weiter verbraucht. Und das in einem Ausmaß, was mit der gewöhnlichen lohnabhängigen Bevölkerung auf keine Weise zu vergleichen ist. Den Berechnungen zufolge verbringen 50 der reichsten Milliardäre und Milliardärinnen in einem Jahr durchschnittlich mit 184 Flügen rund 425 Stunden in der Luft. Mitte November findet in Baku die 29. Klimakonferenz statt. Anlässlich dessen wollte Oxfam mit dem Bericht auf die Situation aufmerksam machen. 

Allein der Privajet von Elon Musk, dem reichsten Menschen der Welt, der aktuell auch für den Bau einer fragwürdigen Tesla-Fabrik bei Berlin kritisiert wird, stößt jährlich so viele klimaschädliche Emissionen (5500 Tonnen CO2) aus wie ein durchschnittlicher Mensch in 834 Jahren. Neu ist das Ergebnis nicht. 2023 hatte der Think-Tank „World Inequality Lab“ in einem Bericht bekanntgegeben, dass 1% der reichsten Menschen mehr Emmissionen ausstossen als die gesamte untere Hälfte der Weltbevölkerung. Auch in Deutschland deckt sich das Bild. Dabei fallen vor allem Flüge und Wohnen ins Gewicht.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sieht aber andere Maßnahmen als wichtig an und fokussiert gezielt nicht die Superreichen. Das Institut fordert, die gesamte Bevölkerung gleichermaßen für das klimaschädliche Konsum- und Luxusleben der reichen und mächtigen zu bestrafen: Verbot für Inlandsflüge, Anreize für weniger Fleischkonsum und eine Wärmedämmstrategie für energieeffiziente Wohnungen. Oxfam dagegen setzt bei den Superreichen an: eine Reichensteuer, Verbote oder hohe Steuern auf Yachten und Privatjets und ein „gerechtes, nachhaltiges Wirtschaftssystem“. „Extrem klimaschädlicher Luxus“ müsse reguliert werden. Diese Themen sollen bei der Klimakonferenz in Baku auf der Tagesordnung landen.

Damit die große Klimakrise jedoch konsequent aufgehalten werden kann, reicht es bei weitem nicht, die Klasse der Kapitalisten zu besteuern oder minimal einzuschränken. Wie unendliche Statistiken und wissenschaftliche Erkenntnisse unterstreichen, liegt die Ursache der Umweltzerstörung und des Klimawandels in der Natur des kapitalistischen Wirtschaftssystems, welches durch kleine Schönheitsoperationen nicht seine zerstörerische Rolle verliert. Da Wachstum und Profit die unveränderbaren Regeln des bestehenden Systems ausmachen, wird nur die Umwälzung des Kapitalismus und die Schaffung einer neuen Gesellschaft eine Perspektive für die Rettung der Umwelt bieten.