Afrika ist ein Kontinent, der seit Jahrhunderten der Ausbeutung durch Kolonialismus und imperialistische Mächte ausgesetzt ist. Heute jedoch wird diese Ausbeutung nach den Bedürfnissen des kapitalistisch-imperialistischen Systems gestaltet und die Völker der Region werden in eine noch größere Zerstörung hineingezogen. Vor allem die Politik des Westens zur Sicherung des Zugangs zu Energie- und Rohstoffressourcen plündert weiterhin die Reichtümer Afrikas und treibt die Völker in die Zwangsmigration. Imperialistische Staaten plündern die unter- und überirdischen Ressourcen Afrikas durch Großunternehmen aus, und Millionen von Menschen sind aufgrund der Folgen dessen gezwungen, ihren Lebensraum zu verlassen.
Das Ziel des kapitalistischen Systems ist es, schneller und kostengünstiger an die natürlichen Reichtümer Afrikas zu gelangen und sie langfristig unter Kontrolle zu halten. Diese Ausplünderung hat den Zweck, den Bedarf des Westens an Energie und Rohstoffen zu decken, während gleichzeitig die Konflikte in der Region bewusst angeheizt und die Menschen vor Ort im Elend gelassen werden. Besonders Länder mit reichen Ressourcen wie Kongo, Nigeria und Angola stehen im Fokus der imperialistischen Mächte, während diese Ressourcen nicht gerechterweise zu den Völkern der Region gelangen, sondern die Völker in die Spirale von Bürgerkriegen, Armut und erzwungener Migration hineingezogen werden.
Diese imperialistische Ausplünderung ist jedoch nicht auf den Westen beschränkt; auch das Interesse Chinas und Russlands an Afrika nimmt zu. Sie sind als alternatives „Machtgleichgewicht“ gegen die westliche Hegemonie auf dem Kontinent präsent und zielen ebenfalls darauf ab, ihre Macht- und Einflussbereiche zu erweitern. Chinas große Infrastrukturprojekte und Investitionen in Afrika bieten der lokalen Bevölkerung zwar Chancen, führen aber auch zu einem Transfer von Ressourcen aus der Region nach China. Russland hingegen baut seinen Einfluss auf dem Kontinent durch Sicherheits- und Waffenabkommen aus und geht strategische Allianzen mit lokalen Regierungen ein, um den Einfluss des Westens auf Afrika zu brechen.
Darüber hinaus versuchen auch Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), ihren Einfluss in der Region auszubauen. Dafür arbeiten sie zum einen mit dem Westen zusammen und zum anderen lehnen sie sich gelegentlich an China oder Russland an. Während diese Länder ihr Interesse an Afrika durch Investitionen und landwirtschaftliche Projekte verstärken, versuchen sie auch, die Entwicklungen nach ihren eigenen Interessen zu gestalten, indem sie politisch in die internen Konflikte der Region eingreifen. Die Golfstaaten wollen mit Unterstützung der imperialistischen Zentren und in Zusammenarbeit mit den lokalen Regierungen Einflusssphären schaffen, indem sie Militärstützpunkte in strategischen Regionen wie dem Roten Meer und dem Golf von Aden errichten.
Zu denjenigen, die sich um einen Anteil an der Ausplünderung des Kontinents bemühen, gehört auch das türkische AKP-Regime. Dieses setzt seine Bemühungen fort, insbesondere in Ländern mit muslimischer Bevölkerung wie Sudan, Libyen, Somalia und Eritrea durch die Einrichtung von Militärstützpunkten, die Parteinahme in internen Konflikten und die Bereitstellung von militärischer und finanzieller Unterstützung eigene Einflussbereiche in der Region zu schaffen. Diese komplexen Netze der Ausbeutung und Ausplünderung durch verschiedene Machtzentren, die versuchen, den Kontinent zu durchdringen, führen zu zunehmendem Chaos und Konflikten auf dem Kontinent.
Auch nach Jahrhunderten ist zu sehen, dass der afrikanische Kontinent trotz zahlreicher Unabhängigkeitskämpfe und angeblicher Befreiung von den Kolonialmächten weiterhin ein Spielball der imperialistischen Großmächte und ihrer Verbündeten bleibt. Mit der zunehmenden Steigerung des imperialistischen Konkurrenzkampfes um Ressourcen, Reichtümer und politischen Einfluss spitzt sich die Situation in Afrika parallel zu anderen Krisenregionen der Welt zu, sodass auch dort in Zukunft militärische Konfrontationen zwischen konkurrierenden Großmächten zu erwarten ist. Die Perspektive zur Befreiung der Völker Afrikas liegt somit nach wie vor in einer starken und länderübergreifenden antiimperialistischen Front, die sich der schonungslosen Ausplünderung Afrikas entgegenstellt und das kapitalistische System ins Visier nimmt.
