1. September 2026

Frankreich entlässt 10.000 Arbeiter:innen 

Der Konkurs von „Milee“, ehemals Adrexo, einem Unternehmen mit einem großen Netzwerk für die Verteilung von Prospekten und Anzeigen in Briefkästen, hat in ganz Frankreich 10.000 Arbeitnehmer:innen arbeitslos gemacht.

Die Gewerkschaft erklärte, dass die Arbeitslosigkeit von 10.000 Personen, darunter 1.700 Rentner im Alter von 70 Jahren, das größte Opfer unter den Arbeitnehmer:innen in den letzten vierzig Jahren sei. Adrexo ist ein 1979 gegründetes Dienstleistungsunternehmen. Es war der erste private Anbieter in Frankreich, der physische und digitale Werbemittel vertrieb. Das Unternehmen, das seinen Beschäftigten seit seiner Gründung harte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne auferlegt, ist jedes Jahr gewachsen und hat einen Gewinn von 280,9 Millionen Euro im Jahr 2018 und 212 Millionen Euro im Jahr 2020 erwirtschaftet und ist eine Kapitalgruppe, die für ihre zügellose Ausbeutungspolitik bekannt ist.

Im Mai 2024 wurde das Unternehmen unter Treuhänderschaft gestellt. Am 9. September 2024 erließ das Handelsgericht Marseille mit sofortiger Wirkung eine „gerichtliche Liquidationsanordnung“ für das Unternehmen. Seit der Ankündigung der gerichtlichen Liquidation sind 10.000 Menschen arbeitslos geworden- die meisten von ihnen älter und bereits instabil, ohne regelmäßiges Einkommen und gezwungen, sich mit niedrigen Löhnen und harten Arbeitsbedingungen abzufinden, um zu überleben. Die Arbeitnehmer:innen haben noch immer nicht ihre letzten beiden Monatsgehälter erhalten und auch nicht die Unterlagen, die sie für die Beantragung von Arbeitslosengeld bei France Travail (ehemals Pôle emploi) benötigen.

Am Dienstag, den 8. Oktober, demonstrierten Hunderte von Arbeiter:innen vor dem Finanzministerium in Bercy, Paris, und forderten ihre nicht gezahlten Löhne und Kündigungsbestätigungen.