15. Mai 2026

Waffenmonopole steigern ihre Verkäufe

Dem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) zufolge erzielten im vergangenen Jahr die 100 umsatzstärksten Waffenhersteller weltweit einen Gesamtumsatz von 632 Mrd. Dollar, was einem Wachstum von 4,2 Prozent entspricht. Die Top-5-Unternehmen auf der Liste sind seit 2018 die in den USA ansässigen Unternehmen Lockheed Martin, RTX (ehemals Raytheon Techologies), Northrop Grumman, Boeing und General Dynamics. Auf die 41 in den USA ansässigen Rüstungsmonopolisten entfiel etwas mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes.

Der weltgrößte Waffenhersteller, das US-Unternehmen Lockheed Martin, verzeichnete einen Umsatzrückgang von 1,6 Prozent. Es wurde festgestellt, dass das Unternehmen, das Kampfjets wie die F-16 und die F-35 herstellt, seine Produktionskapazitäten aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht so schnell steigern konnte, dass es auf die Aufträge reagieren konnte. Das Monopolunternehmen erwirtschaftete im vergangenen Jahr 60,8 Milliarden Dollar Umsatz. Nach den US-Rüstungsherstellern erzielten chinesische Hersteller mit 103 Milliarden Dollar die meisten Einnahmen, während zwei Unternehmen aus Russland mit einem Umsatz von insgesamt 25,5 Milliarden Dollar auf der Liste standen.

Unter den Top 100 befanden sich vier Unternehmen aus Deutschland mit einem Gesamtumsatz von 10,7 Mrd. Dollar. Das bedeutet, dass der Umsatz im Vergleich zu 2022 um 7,5 Prozent gestiegen ist. Diehl war das am schnellsten wachsende Unternehmen in Deutschland. Diehl steigerte seinen Umsatz um 30 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar. Rheinmetall, der größte Waffenhersteller des Landes, lag mit einem Umsatz von 5,5 Milliarden Dollar auf Platz 26, was einem Wachstum von 10 Prozent entspricht. Panzer- und Munitionsexporte in die Ukraine spielten eine wichtige Rolle bei den Umsätzen von Rheinmetall.

Auch die Umsätze der israelischen Unternehmen stiegen aufgrund des Gaza-Krieges rapide an. Die drei Unternehmen auf der Liste verzeichneten einen Umsatz von 13,6 Mrd. Dollar und einen Zuwachs von 15 %. Das Unternehmen Rafael, das die Luftabwehrsysteme „Steel Dome“ und „David’s Slingshot“ herstellt, steigerte seinen Umsatz um 16 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar und belegte damit Platz 42 der umsatzstärksten Unternehmen. 

Die Gesamteinnahmen von Aselsan, Baykar und TAI, die in der SIPRI-Liste aus der Türkei aufgeführt sind, stiegen um 24 Prozent auf 6 Milliarden Dollar. In dem Bericht wurde festgestellt, dass der Anstieg der Waffenverkäufe der Rüstungsunternehmen mit der Inlandsnachfrage und dem Krieg in der Ukraine zusammenhängt. Das Unternehmen Baykar von Selçuk Bayraktar, das innerhalb eines Jahres einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar erwirtschaftete und damit einen Anstieg von 25 Prozent verzeichnete, lag auf Platz 69, TAI auf Platz 78 und Aselsan auf Platz 54 der Liste. In dem Bericht wird hervorgehoben, dass die von Baykar produzierten unbemannten Luftfahrzeuge (UAVs) in der Ukraine weit verbreitet sind. Der  Waffenhersteller TAI war das türkische Unternehmen das seine Einnahmen mit 45 Prozent am stärksten steigern konnte.