15. Mai 2026

Polizeigewalt und -mord geht erneut viral

Ein weiteres Mal erreichen uns grausame Videos von brutaler Polizeigewalt über die sozialen Medien. Neben den USA, die für ihre rassistische Polizeigewalt wohl am bekanntesten sind, hat auch ein Fall aus England große Wellen geschlagen. Wieder handelt es sich um reinste polizeiliche Willkür; wieder sind es Schwarze oder Menschen mit Migrationshintergrund. 

Polizist erst nach Internetvideo suspendiert 

An diesem Dienstag, den 23. Juli, ging ein Video aus Manchester in England viral, in dem mehrere Personen am Flughafen willkürliche und brutale Gewalt durch die Polizei erfahren. Zu sehen ist unter anderem ein am Boden liegender und bewegungsunfähiger Mann, dem von einem Polizisten mit voller Wucht gegen den Kopf getreten wird. Anschließend stampft der Polizist erneut mit seinem Stiefel auf den Kopf des Betroffenen. Außerdem sieht man einen weiteren Betroffenen, der nach Aufforderung der Polizei widerstandslos auf die Knie geht und dennoch vom Polizisten getreten wird. Erst nach dem viralen Video wurde der Polizist suspendiert.

Sonya Massey kaltblütig ermordet 

Am frühen Morgen des 6. Juli ruft Sonya Massey die Polizei bei Springfield im US-Bundesstaat Illinois, um die Umgebung ihres Hauses auf einen möglichen Eindringling kontrollieren zu lassen. Die Polizisten finden niemanden und betreten anschließend die Wohnung der 36-Jährigen. Bereits draußen an der Tür folgt eine Art Verhör, bei dem die Polizisten sie über ihre mentale Gesundheit ausfragen. Des Weiteren fragen sie nach ihren Personalien. In ihrer Wohnung wollen sie, dass sie den Herd, auf dem sie Wasser kocht, ausstellt, da sie kein Feuer gebrauchen können, während sie in ihrer Wohnung seien.

Als Massey schließlich zum Herd geht, um das kochende Wasser vom Herd zu stellen, bewegen sich die Polizisten einen Schritt zurück. Massey kritisiert daraufhin die mögliche Angst bzw. den Verdacht der Polizisten mit den Worten „Ich weise Sie in Jesus‘ Namen zurecht“.  Die Stimmung wird sofort aggressiver und die Polizisten fordern sie nun mit gezogener Pistole und Beleidigungen auf, den Topf fallen zu lassen. Massey bekommt Panik und duckt sich, woraufhin einer der Polizisten sie schließlich mit einem gezielten Kopfschuss tötet. Der Täter sitzt derzeit im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess.

Polizeigewalt hat System 

Auch wenn nun Systempolitiker wie Joe Biden und Kamala Harris nun Krokodilstränen vergießen und derartige Fälle verurteilen, ist ihre Heuchelei nicht mehr zu kaschieren. Es sind eben jene Vertreter der kapitalistischen Staaten dieser Welt, die dieses System stets mit aller Gewalt verteidigt und durch ihre Politik immer und immer wieder das Fundament für derartige Verbrechen gelegt haben. Rassismus und Polizeigewalt bzw. Polizeimorde gehören zur Natur des Kapitalismus; zur Natur eines Systems, das Polizeigewalt legitimiert und selbst in den offensichtlichsten fällen in Schutz nimmt. Die Geschichte hat oft genug gezeigt, dass seitens der Staaten keinerlei Konsequenzen bei diesen Verbrechen folgen, es sei denn, sie werden durch Massenproteste und Aufstände erzwungen. In diesem Sinne wird auch bei den Fällen der letzten Tage nur der organisierte Widerstand gegen den Polizeiterror eine Garantie für die Bestrafung der Täter und ein wirksames Zeichen gegen die Ungerechtigkeit sein.