Für den kommenden Freitag und Samstag ruft die Gewerkschaft ver.di zum bundesweiten Streik auf. Über 100.000 Beschäftigte in über 150 Betrieben des ÖPNV sind gerade Teil von bundesweiten Tarifverhandlungen. Um den Druck zu erhöhen sind nun Streiks in ganz Deutschland geplant. Ausnahme bilden derweil die Beschäftigten in Niedersachsen die noch unter der sogenannten Friedenspflicht sind, einer der vielen Hebel die das Tarifrecht in Deutschland ausmacht, um den Arbeitskampf unter Kontrolle zu halten.
Auswirkungen hat der Warnstreik auf viele Teile Deutschlands, besonders NRW, Berlin, Baden-Württemberg, München und teils Hamburg. Hier bleiben von Freitag morgen bis Sonntag morgen die Züge und Busse im Depot.
Forderungen der Gewerkschaft ver.di in den Tarifverhandlungen sind hauptsächlich auf Arbeitsbedingungen bezogen: weniger Arbeitszeit, mehr Sonn-, Nacht-, und Feiertagszuschläge und bessere Entlastung bei Schichtdienst. In Teilen der Bundesländer geht es ebenfalls um Lohnerhöhungen.
Dieser Warnstreik, der nach allen Regeln des bürgerlichen Rechts stattfindet, dient als Druckmittel in Tarifverhandlungen einer der größten Gewerkschaften Deutschlands und legt dabei den ÖPNV in einem großen Teil der deutschen Großstädte und Regionen lahm. Damit einher geht, dass hunderttausende Menschen garnicht oder anders zu ihrer Arbeit gelangen müssen.
Die Gewerkschaften Deutschlands sind die größten Arbeiter:innenorganisationen die es in diesem Land gibt. Gleichzeitig sind diese Organisationen so weit von einer Repräsentation der Arbeiter:innen weg wie es nur geht. Gewerkschaftsbosse sind näher an Geschäftsführern als an Arbeiter:innen. Die IG Metall, eine der größten Gewerkschaften der Industrie, wirbt offen für mehr Kriegswirtschaft. Man stelle sich vor, was alles für die Arbeiterschaft möglich wäre, wenn diese Gewerkschaften für eine Niederlegung der Arbeit auf ganzer Linie aufrufen würden…
