Die Bewohner:innen der Region Westpapua erleben seit 62 Jahren einen Genozid von dem fast niemand etwas weiß. 1963 ging die Region durch eine angeblich freie Wahl von niederländischer Kolonialherrschaft in indonesische Hand über. Dieser „Act of Free Choice“ ist in Westpapua aufgrund der Gewalt, die genutzt wurde um die Wahl zu beeinflussen, als „Act of No Choice“ bekannt. Seit dieser Entscheidung kämpfen die Papua mit Pfeil und Bogen gegen die indonesische Armee, die mit Gewehren, Bomben, Drohnen und Jets die Stämme und Dörfer angreift.
Westpapua ist reich an Rohstoffen und beherbergt auch die größte Goldmine der Welt. Die Papua werden also systematisch für Ressourcen ermordet. Seit 1963 sind über 500.000 Zivilist:innen in Westpapua durch die indonesische Regierung getötet, hunderttausende vertrieben und davon tausende gefoltert und vergewaltigt worden. Ebenfalls befinden sich mehrere hundert friedliche Demonstrant:innen aktuell in politischer Haft in Indonesien. Weltweit kriegt der Genozid an den Papua wenig Aufmerksamkeit, da die indonesische Besatzungsmacht keine Journalist:innen in die Region lässt und Informationen zurückhält.
Die aktuellen Angriffe auf Kiwirok und Soanggama
Das Gebiet Kiwirok war schon 2021 Ort einer Bombenkampagne Indonesiens, bei der bis zu 72 Menschen durch Bomben getötet wurden. Diese stammten aus unter anderem Serbien, Frankreich und China. Hunderte weitere verhungerten oder starben an Krankheiten, da sie ohne Nahrung oder Medizin in der Wildnis überleben mussten. Dorfbewohner:innen, die versuchten nach Kiwirok zurückzukehren, wurden von indonesischen Truppen angegriffen.
Am 15. Oktober wurde Kiwirok erneut angegriffen. Diesmal mit brasilianischen Kampfjets. Vier Mitglieder der West Papua National Liberation Army (TPNPB) wurden ermordet, unzählige Zivilist:innen vertrieben. Zur gleichen Zeit griff die indonesische Armee das Dorf Soanggama an, wobei 8 Zivilist:innen erschossen, 3 gefangen, gefoltert und ermordet und eine Frau vergewaltigt und ertränkt wurden.
Forderungen der Papua
Im Zuge dieser neuen Eskalationen fordert Benny Wanda, der Vorsitzende der United Liberation Movement for West Papua (ULMWP), folgende Dinge, die er und alle Bewohner:innen Westpapuas schon immer fordern:
– Indonesien soll sofort eine Ermittlungskommission der UN zulassen, wie es von über 110 UN Mitgliedsstaaten gefordert wurde.
– Indonesien soll die Mediensperre aufheben und Journalist:innen und Hilfsorganisationen Zugang zu Westpapua ermöglichen.
– Melanesische Staatsoberhäupter sollen von Indonesien fordern, dass die UN Zugang zu Westpapua erhält.
Die Papua sind eine von vielen Bevölkerungsgruppen, die für die kapitalistischen Bedürfnisse der Konzerne sterben müssen. Der mutige Freiheitskampf, der kein Krieg, sondern ein Widerstand im Stile David gegen Goliath ist, braucht weltweit Anerkennung und Unterstützung, um die Befreiung der Unterdrückten dieses Landes möglich zu machen.
