13. Juni 2026

Von Genua in die Welt: „Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg“

„Wenn die Geschichte sich verdunkelt, wird die Arbeiterklasse zum Dienst gerufen“. Der Satz, der von einem CALP-Arbeiter aus Genua stammt, ist sowohl eine Betonung der historischen Rolle der Arbeiterklasse als auch ein Aufruf, diese Rolle angesichts der Dunkelheit des kapitalistischen Imperialismus zu übernehmen. Es ist für die Zukunft der Menschheit von entscheidender Bedeutung, dass die Arbeiterklasse ihre historische Rolle wieder übernimmt und als organisierte Kraft auf die Bühne der Geschichte tritt.

Hafenarbeiter aus ganz Europa kamen bei Protestaktionen in der italienischen Stadt Genua zusammen und beschlossen, gemeinsam gegen den Völkermord Israels in Gaza und die Kriegspolitik der westlichen Staaten zu demonstrieren. Diese Aktionen, die durch Streiks und Hafenblockaden geprägt waren, wurden nicht nur zu einem Symbol der Solidarität mit dem palästinensischen Volk, sondern auch zu einem Ausdruck der Ablehnung der Kriegspolitik durch die Arbeiterklasse. Das Treffen in Genua rückte die Arbeiterklasse erneut in den Mittelpunkt des Kampfes gegen den Krieg und zeigte gleichzeitig, dass die Wut über die heuchlerische Außenpolitik der Regierungen immer größer wird.

Die Hafenstreiks, die am 22. September in Italien begannen und ganze sechs Tage andauerten, unterstrichen diese historische Rolle einmal mehr. Der Streik war nicht nur eine Arbeitsniederlegung, sondern auch ein wirksamer Widerstand gegen die logistischen Versorgungswege der völkermörderischen imperialistisch-zionistischen Kräfte. Mit diesen Aktionen hat die Arbeiterklasse der ganzen Welt gezeigt, dass sie in der Lage ist, eine eigene Widerstandsfront gegen die Kriegsmaschinerie aufzubauen.

In Genua haben Tausende Hafenarbeiter die Beladung eines Containerschiffs verhindert, das militärische Ausrüstung nach Israel transportieren sollte. Nach Angaben der Gewerkschaft CALP verließ das Schiff, das militärische Ausrüstung transportieren sollte, den Hafen, ohne seine Ladung aufzunehmen. Die Schiffe der Kriegstreiber, die Waffen für Israel transportierten, mussten sich angesichts des kollektiven Willens der Arbeiterklasse zurückziehen. 

Die Auswirkungen der Aktion blieben nicht auf einen lokalen Streik beschränkt. Die in Genua versammelten Delegationen internationaler Hafenarbeiter unternahmen auch Schritte für einen gemeinsamen Kampf gegen den Krieg in ganz Europa. 

Vertreter von ENEDEP aus Griechenland, CGT aus Frankreich, SZPD aus Slowenien, SEGDAMELIN aus Zypern, LAB aus dem Baskenland und Verdi Mitglieder aus dem Hamburger Hafen trafen sich auf Einladung der italienischen Basisgewerkschaft USB. Der Kampf wurde vereinheitlicht, die Ziele klar definiert. Die Delegationen, die sich unter dem Motto „Hafenarbeiter arbeiten nicht für den Krieg” zusammenschlossen, verfassten eine gemeinsame Erklärung mit den Forderungen „Beendigung der Besatzung und des Völkermords in Palästina, Öffnung humanitärer Korridore, Schließung der Häfen für Waffenlieferungen und Beendigung der Wiederaufrüstung Europas”. 

Das Treffen in Genua war die Fortsetzung des ersten Treffens, das am 28. Februar in Athen stattgefunden hatte. Nach diesem Treffen wurden in Marseille, Piräus und Genua drei koordinierte Blockaden gegen Militärschiffe durchgeführt. Die größte Aufmerksamkeit erregte die Aktion, die am 20. Juni in Genua stattfand. Diese Aktion bildete die moralische und politische Grundlage für die Streiks vom 22. September. Trotz der versöhnlichen Haltung großer Gewerkschaftsverbände wie der CGIL, die sogar darauf abzielte, die Aktion zu sabotieren, nahmen in ganz Italien etwa eine Million Menschen an diesen Aktionen teil. In Genua zeigte sich, wie viel Kampfgeist die Arbeiterklasse trotz der bürokratischen Gewerkschaftsstrukturen hat.

Eine der Aktionen der Arbeiter in Genua war die Ankündigung, dass sie im Falle eines möglichen Angriffs auf die Sumud-Flotte den Hafen blockieren würden. Diese Warnung blieb nicht nur eine Drohung, sondern wurde in die Tat umgesetzt. Der Vertreter der Neuen Gewerkschaftsföderation Palästinas betonte die Wirkung dieses Widerstands und berichtete, dass die palästinensischen Social-Media-Konten „mit Bildern von Konflikten und Widerstand aus Italien überflutet“ seien. „Dass aus einem Land, das normalerweise Bilder von Tragödien sendet, diesmal Bilder der Solidarität kommen, war in dieser Situation der Hoffnungslosigkeit wie ein Hauch frischer Luft“, sagte er und verdeutlichte damit die moralische Kraft, die der Kampf der Arbeiterklasse hervorgebracht hat. 

Die Solidarität mit dem palästinensischen Volk ist nicht nur eine Frage des Gewissens, sondern eine direkte antikriegerische Haltung der Arbeiterklasse. Wenn diese Haltung auch von anderen Teilen der Arbeiterklasse geteilt wird, kann der Völkermord gestoppt und sowohl die Zionisten als auch ihre Komplizen zur Rechenschaft gezogen werden.