Volkswagen befindet sich derzeit in einer großen wirtschaftlichen Krise: Der Konzern verzeichnetete zuletzt Gewinneinbußen von fast 31 Prozent; bis 2030 sollen außerdem auch 35.000 Arbeitsplätze abgebaut werden. Besonders betroffen ist das Werk Osnabrück, dessen Hauptprodukt nur noch bis Mitte 2027 gefertigt wird und für das bislang kein Nachfolgeprodukt existiert. Vor diesem Hintergrund prüft VW momentan einen Einstieg in die Rüstungsproduktion. Ende Februar 2026 präsentierte VW auf der Nürnberger Rüstungsmesse „Enforce Tac“ zwei militärische Fahrzeugentwürfe, die zuvor heimlich im Werk Osnabrück entwickelt worden waren. Diese Entwürfe wurden bewusst fernab der Öffentlichkeit gemacht; erst durch Fotos der Fahrzeuge auf Social Media wurde zufällig bekannt, dass VW wohl nun auch in die Kriegsproduktion einsteigen will. Der Konzern selbst hatte dieses Projekt nie öffentlich gemacht. VW-Chef Oliver Blume signalisierte bereits im März 2025 Interesse an Militärfahrzeugen, während der Konzern nach außen hin stets betonte, man stecke noch ganz am Anfang und habe noch nichts entschieden.
VW macht aktuell deutlich, wohin die Reise der deutschen Wirtschaft geht, und zwar in Richtung Kriegswirtschaft, denn große Konzerne sehen in Kriegen keine Katastrophe, sondern in erster Linie ein lukratives Geschäft. Dass man sich bei VW herzlich wenig für ideelle Werte wie „Demokratie“ oder „Sicherheit“ interessiert, zeigt sich schon daran, wie der Einstieg in die Kriegswirtschaft abläuft: heimlich und unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Fahrzeuge wurden bewusst ohne VW-Logo präsentiert, als wolle der Konzern den Imageschaden so gering wie möglich halten, während er sich gleichzeitig ein neues Geschäftsfeld erschließt.
VW reiht sich nun in eine lange Reihe an Unternehmen ein, die an Krieg gern verdienen wollen: Rüstungskonzerne wie Rheinmetall verzeichnen seit Jahren Rekordgewinne, die Aktie hat sich seit Beginn des Ukraine-Kriegs verzwanzigfacht. Auch andere Industriezweige, von der Technologiebranche bis hin zur Schwerindustrie, richten sich zunehmend auf Kriegswirtschaft aus. Die Politik befeuert diese Entwicklung bewusst und intensiv: Mit dem Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr und dem Ziel, dauerhaft zwei Prozent des BIP für Rüstung auszugeben, fließen staatliche Mittel in enormem Umfang in die Taschen privater Konzerne.
An diesem Punkt wiederholt sich die Geschichte, denn bereits im Zweiten Weltkrieg profitierten Konzerne wie VW, Daimler-Benz oder BMW massiv von der Aufrüstung unter der Naziherrschaft. Das passierte auf dem Rücken von Millionen Zwangsarbeiter:innen und auf Kosten der werktätigen Gesellschaft. An dieser Grundstruktur hat sich nichts geändert. Auch heute sehen wir: Wenn Rüstungskonzerne Rekordgewinne haben, bedeutet das im Umkehrschluss, dass irgendwo Krieg geführt wird und tausende Menschen durch die Waffen und Maschinen getötet wurden, an denen die Konzerne ihre Gewinne verdient haben.
Die Unternehmen, die schon unter dem Hitlerfaschismus an der Aufrüstung verdienten, stehen also auch heute wieder in der ersten Reihe, wenn es darum geht, Kriegskonjunktur in Konzerngewinne umzuwandeln. Damals wie heute landen die Gewinne in den Taschen einiger weniger, während die Arbeiter:innenklasse menschlich und finanziell die Kosten des Kriegs und der Kriegswirtschaft zahlen muss.
