10. Juni 2026

Wenn der Imperialismus Terroristen zu Präsidenten erklärt

Ahmed al-Scharaa, auch bekannt als Dscholani, wurde mit Unterstützung imperialistischer und zionistischer Mächte (USA, Großbritannien, Israel) und regionaler Kollaborateure (Türkei, Saudi-Arabien, Katar) an die Spitze des dschihadistischen Terrorregimes in Syrien gebracht. Dabei stand Dscholani bis vor kurzem noch auf der Terrorliste der USA und wurde mit einer Belohnung von 10 Millionen Dollar gesucht. Nach einem Beschluss des UN-Sicherheitsrats ist er nach wie vor ein „gesuchter” Terrorist. Dscholani, der gestern noch „tot oder lebendig” gefasst werden sollte, wird heute mit Trumps Sondergenehmigung bei der UNO empfangen. Diese Situation offenbart nicht nur die Heuchelei des imperialistischen Systems, sondern auch sein wahres Gesicht, das auf schmutzigen Beziehungen basiert und für seine Interessen alles mit Füßen treten kann.

Das Theaterstück, das auf der 80. Generalversammlung der Vereinten Nationen aufgeführt wurde, hat einmal mehr gezeigt, dass die imperialistischen Mächte in ihren Plänen gegenüber den Völkern des Nahen Ostens keine Grenzen mehr kennen. Der ehemalige Al-Qaida-Kämpfer, IS-Emir in Syrien, Gründer von Al-Nusra und Chef der HTS-Banden, Dscholani, wurde diesmal der Weltöffentlichkeit als „Präsident Syriens” vorgestellt. Dies ist nicht nur eine diplomatische Schande, sondern auch ein Versuch, die Verbrechen zu rechtfertigen, die der Imperialismus seit Jahren im Nahen Osten begeht. Die Tatsache, dass Dscholani auf der UN-Bühne wie ein „Staatsmann“ empfangen wurde, ist eine direkte Beleidigung des Völkerrechts und, was noch wichtiger ist, der Menschenwürde. Dies ist auch der Ausdruck des Zusammenbruchs der UNO als Institution.

Wer ist Dscholani?

Dscholani war ein Dschihadist, der 2003 in den Irak ging, um gegen die USA zu kämpfen. Er nahm an zahlreichen Massakern in den Reihen von Al-Qaida, IS und Al-Nusra teil. 2011 wurde er nach Syrien geschickt, um die mit Al-Qaida verbundene Al-Nusra zu gründen. Diese barbarische Organisation, die mit der Unterstützung reaktionärer proamerikanischer Staaten wie der Türkei, Katar und Saudi-Arabien wuchs, wurde in kurzer Zeit zum Zentrum dschihadistischer Banden. Die Organisation, die ihre Verbindung zu Al-Qaida abbrach und ihren Namen in HTS änderte, begann dann, dieselbe Aufgabe in neuem Gewand fortzusetzen. Dscholanis heutige Aufgabe besteht darin, als „Staatschef“ neue Rollen in den blutigen Projekten der imperialistisch-zionistischen Mächte zu übernehmen.

Das ist der Grund, warum der Imperialismus, der keine Freunde, sondern nur Interessen hat, diejenigen, die er gestern noch als Feinde betrachtete, heute mit einem roten Teppich empfängt. Dscholani ist das deutlichste Beispiel dafür. Es handelt sich um brutale Handlanger, die von den Imperialisten in ihren schmutzigen Kriegen eingesetzt werden. Die eigentliche Verantwortung liegt daher bei den imperialistischen Großmächten, die sie bewaffnen, lenken und dann legitimieren. Sie, allen voran die USA, nutzen unter dem Vorwand der „Terrorismusbekämpfung“ organisierte Banden, begehen ihre Verbrechen mit Hilfe dieser Subunternehmer und verwandeln dann die Anführer dieser Banden in legitime politische Akteure.

Ein treuer Handlanger der imperialistisch-zionistischen Mächte

Dass Dscholani heute vor der UNO sprechen kann, zeigt, wie korrupt nicht nur die USA, sondern auch internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen sind. Diese Strukturen repräsentieren nicht den Willen der Völker, sondern dienen lediglich als Instrument zur Wahrung der Interessen der Imperialisten. Wenn die UNO einerseits die Vertreter:innen des palästinensischen Volkes ignoriert und andererseits den Anführer einer dschihadistischen Terrororganisation wie einen legitimen Akteur auf die Bühne bringt, dann ist diese Institution nicht neutral, sondern mitschuldig an Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dscholani wurde zu einem Akteur, der den Interessen der imperialistisch-zionistischen Kräfte dient, und ist damit nicht mehr „gefährlich“. Der Völkermord an den Alawiten, die Ermordung der Drusen und anderer Völker Syriens stellen für den „zivilisierten Westen“ kein Problem dar.

Seit Dscholani an die Spitze der Übergangsregierung in Syrien berufen wurde, dient er denen, die ihn an die Macht gebracht haben, als treuer Diener. Selbst als Israel die militärische Infrastruktur Syriens zerstörte und strategische Punkte besetzte, behauptete er, die Bedrohung gehe vom Iran aus. Er verbot palästinensischen Gruppen ihre Aktivitäten in Syrien und verhaftete ihre Anführer. Er öffnete Syrien vollständig für die Ausbeutung durch westliche Imperialisten und regionale Reaktionäre wie die Türkei und Saudi-Arabien. Durch diese Dienste erreichte er, dass die USA die auf ihn ausgesetzte Belohnung und das Verbot seiner Organisation aufhoben. Trump würdigte seine Bemühungen um eine Einigung mit Israel und ebnete ihm den Weg zum UN-Sicherheitsrat.

Dscholanis „Aufstieg“ ist eine warnende Geschichte darüber, wem die Dschihadistenbanden, die vorgeben, ihr eigenes Volk und die unterdrückten Völker der Region wie Palästina zu verteidigen, in Wirklichkeit dienen. Die Tatsache, dass er von Imperialisten, Zionisten und den reaktionären Regimen der Region an die Macht gebracht wurde, verleiht Dscholani keine Legitimität. Weder Imperialisten noch Zionisten noch pro-amerikanische Regime, allen voran die Türkei, können einen Mörder rechtfertigen, der das Blut der Völker der Region an seinen Händen hat. Die Völker Syriens haben diese Wahrheit unter hohen Opfern erkannt und erkennen sie weiterhin an. Deshalb erkennen sie Dscholani und seine Übergangsregierung trotz der Zwänge des US-Imperialismus und der Rückständigkeit der Region nicht als legitim an und setzen kein Vertrauen in ihn.