Seit nunmehr zwei Wochen befinden sich Israel und Iran im Krieg. Ausgelöst wurde dieser Krieg durch die „Operation Rising Lion“, bei der Israel strategische Ziele im Iran bombardierte – darüber hinaus, wie man es von der „moralischsten Armee der Welt“ kennt, auch Zivilisten.
Nun im Laufe dieser Wochen hat sich die Situation weiter zugespitzt. Täglich bombardieren sich die beiden Staaten gegenseitig. Im Iran sind mittlerweile über 600 Zivilisten durch israelische Raketen ermordet worden. Die Vergeltungsschläge des Iran sind derweil zahlreich und das Erstaunliche: Viele der Raketen des Iran treffen ihre Ziele. Der Iran meldete, dass vereinzelt Gebäude des Mossad und einige militärische Ziele getroffen werden konnten. Besonders im Osten des besetzten Gebietes konnten Ziele erfolgreich getroffen werden. Das Erstaunliche dabei ist, dass der sogenannte „Iron Dome“, das Luftverteidigungssystem Israels, teilweise nicht funktioniert hat. Luftabwehrraketen hatten Fehlfunktionen und trafen sich teilweise selbst und die Abwehrsysteme der USA in ihren Basen im Irak und auf ihren Kriegsschiffen diese ebenfalls nicht abfangen konnten.
Während in Gaza weiter gemordet wird und die Menschen im Iran bombardiert werden, konnten und sind viele israelische Staatsbürger:innen seit letzter Woche ausgereist. Die meisten von ihnen besitzen eine Doppelstaatsbürgerschaft und sind in ihre Heimat zurückgereist. Das ist die Natur eines siedlerkolonialen Staates: Viele Staatsbürger:innen Israels besitzen mehrere Staatsbürgerschaften und kommen nach Israel um ihre Privilegien, die sie dort genießen können, voll auszuschöpfen. Diese Privilegien beinhalten unter anderem den Kauf von gestohlenem Land und das Ausnutzen eines apartheitlichen Systems und dessen rechtlichen Schutz, der damit einhergeht.
Nun haben Israel und die USA, die jetzt offiziell in diesen Krieg eingestiegen ist, zuletzt Anlagen im Iran bombardiert, in denen aktiv mit radioaktivem Material gearbeitet wird, was enorme Risiken birgt. Diese Anlagen werden von der Internationalen Atomenergie-Organisation (engl. IAEA) überwacht und sind nachweislich zur Vorantreibung der iranischen Energiewirtschaft in Betrieb. Im Gegensatz dazu nutzten die USA und Trump die Lüge aus 2003 erneut: Damals hieß es, der Irak wäre Wochen vor der Entwicklung von einer Atombombe. Heute sagen sie das gleich über den Iran. Damals wie heute sind dies Vorwände, um ihre imperialistischen Interessen voranzutreiben; Israels größenwahnsinnige zionistische Idee von Großisrael und für die USA die Kontrolle über den Iran und seine weitreichenden Ressourcen, sowie den Erhalt der imperialistischen Hegemonie der USA im Nahen Osten durch Israel.
Der Vorwand der Entwicklung von Atomwaffen ist noch lächerlicher, wenn man betrachtet, dass Israel nachweislich der einzige Staat im Nahen Osten ist, der welche besitzt. Israel entzieht sich der Kontrollen der Internationalen Atomenergie-Organisation, entzieht sich jeder Rechenschaft und hat ihr Atomprogramm sogar hinter dem Rücken ihrer Schutzmacht, den USA, durchgesetzt. Das Atomprogramm Israels wurde in den 1950er und 60er Jahren in Kooperation mit Frankreich ausgearbeitet. Ihr Ziel war es, durch die schnellstmögliche Entwicklung dieser Atomwaffen diese als Druckmittel zu nutzen um die USA zu gewissen Zugeständnissen zu zwingen, hauptsächlich finanzieller Natur. Nun ist Israel die einzige Atommacht im Nahen Osten, mit vollster Unterstützung der westlichen Imperialisten und beginnt Feldzüge unter dem Vorwand ihre Nachbarstaaten seien „zwei Wochen vor der Entwicklung einer Atombombe“.
All die Kriege und Umstürze, ob es Syrien, Irak, Libyen oder Jemen ist, werden auf dem Rücken der Arbeiter:innen und unterdrückten Völker betrieben. Die Imperialisten dieser Welt, ob sie aus ihren Palästen in den USA, Frankreich oder Deutschland agieren oder aus ihren Kolonialstädten in Palästina, haben nur ein Ziel: ihre Kapitalinteressen auf der ganzen Welt durchzusetzen. Es interessiert sie nicht, ob in Gaza, Palästina 200.000 Palästinenser zerbombt werden oder verhungern. Es interessiert sie nicht, ob im Jemen Menschen verhungern, in Syrien Leute aufgrund ihrer Ethnie gejagt werden oder ob im Irak für ihre imperialistischen Ziele über eine Million Menschen ermordet werden.
Die es interessieren sollte, sind die Arbeiter:innen und Werktätigen dieser Welt, die unterdrückten Völker auf dieser Welt. Der Imperialismus und seine Folgen scheinen, zumindest aus der Sicht eines in Europa lebenden Menschen, weit weg zu sein, doch dies könnte nicht weiter von der Realität sein. Jeder Proletarier und jede Proletarierin dieser Erde ist näher an einem Klassenbruder oder -schwester in Palästina, Iran oder Pakistan, als an der herrschenden Klasse. Die progressive und fortschrittliche Bewegung dieser Erde und die Solidarität unter Klassengeschwistern scheint mit jedem Tag schwächer zu werden, doch sie ist die einzige Möglichkeit dieses System, das solche Kriege und Leid hervorruft, zu überwinden.
