Der Revolutionäre Jugendbund (RJ) hat eine Erklärung zum 80. Jahr des Tags der Befreiung vom Hitlerfaschismus veröffentlicht.
Die Erklärung des RJ zu diesem Thema lautet wie folgt:
„Wir feiern heute das 80. Jahr des Tags der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Dieser historische Tag trägt eine größere Bedeutung denn je, weil er uns zum einen an die Verbrechen des Faschismus erinnert und zum anderen ein Weckruf angesichts des erneuten Aufstiegs des Faschismus ist.
Wieder erhalten wir unzählige Berichte über das Gedenken anlässlich des 8. Mais und sehen sämtliche bürgerliche Systempolitiker:innen, wie sie große Worte von sich geben. Sämtliche Systemparteien von der CDU bis zu den Grünen und der SPD weisen auf die Verbrechen des Zweiten Welktriegs und der Nazis hin und demonstrieren Verantwortung. Bundespräsident Frank Walter Steinmeier legt symbolisch einen Kranz nieder und erfüllt damit seine Tagesagenda. In Berlin wurde der Tag der Befreiung sogar einmalig zum Feiertag erklärt. Und wieder einmal fällt auf: Niemand spricht von der besonderen Rolle der sowjetischen Roten Armee, die diesem Tag seine Bedeutung gab.
Es war die Rote Armee, die am 8. Mai 1945 mit ihrem Vorstoß in Berlin den wichtigsten Schlag gegen den Faschismus gesetzt und den entscheidenden Beitrag zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs geleistet hatte. Nach ihrem jahrelangen opferreichen Kampf gegen die Nazis hatte sie schließlich die bedingungslose Kapitulation Nazideutschlands erzwungen. Der Zweite Weltkrieg hatte zu 60 Millionen Toten geführt, allein
27 Millionen davon waren Bürger:innen der Sowjetunion. Trotz dieser Tatsache wird dieser Teil der Geschichte insbesondere in der westlichen Geschichtsschreibung und in Deutschland totgeschwiegen. Kein Wunder, denn es geht um das Verdienst der sozialistischen Sowjetrepubliken, die mit ihren Armeen dem rücksichtslosesten kapitalistischen Land der Erde die Niederlage brachten und den faschistischen deutschen Imperialismus an seinem weltweiten Eroberungszug hinderten.
Es ist nichts anderes als Heuchelei, wenn heute die Systemparteien, die den seit Jahren wachsenden Rechtsruck zu verantworten haben, an den 8. Mai erinnern. Sie selbst waren und sind diejenigen, die jahrelange rechte Politik und die Faschisierung des Staatsapparates durchgesetzt haben. Für sie gibt es keine Konsequenz aus der Geschichte, im Gegenteil: Die Gesellschaft ist von Rassismus durchseucht, rechte Attentate werden zu einer Regelmäßigkeit und faschistische Organisationen werden unter dem Titel „Demokratie“ immer noch nicht verboten.
Der 8. Mai ist somit unser Gedenk- und Kampftag! Er steht für unseren konsequenten Kampf gegen den Faschismus und seine Wurzel: Das kapitalistische System. Wenn wir einen weiteren Weltkrieg und einen erneuten Aufstieg des Faschismus verhindern wollen, können wir uns nicht auf die Mittäter:innen der Systemparteien oder den Staat verlassen. Als revolutionäre, linke und fortschrittliche Kräfte müssen wir uns organsieren; in den Betrieben, in den Schulen und auf den Straßen.
Gedenken heißt kämpfen!
Nie wieder Faschismus!
Nieder mit dem Kapitalismus!“
