15. Mai 2026

El Salvador betreibt Gefangenenlager für die USA

Am Montag traf der salvadorische Staatschef, der sogar von den bürgerlichen Medien als „Diktator“ beschrieben wird, Nayib Bukele in Washington D.C. auf den US-Präsidenten Donald Trump. Vor laufenden Kameras sprach Trump mit Bukele über die Abschiebelager die in El Salvador für die USA betrieben werden. Trump lobte Bukele für die hervorragende Arbeit, die er mit diesen Lagern für den US-Imperialismus macht. Trump sprach ebenfalls davon, dass er mehr von diesen benötigt und das bald auch die „heimischen Straftäter“ bald abgeschoben werden.

Aber was genau gefällt dem US-Präsidenten so gut an diesen Lagern?

Die USA zahlen El Salvador jährlich 6 Millionen US-Dollar, um diese Lager am Laufen zu halten. In diesen Lagern werden in unmenschlichen Bedingungen Leute gehalten, denen vorgeworfen wird, Mitglieder von Gangs zu sein. Viele dieser Menschen sind ohne ein richtiges Gerichtsurteil gefangen genommen worden, sondern bloß durch angebliche Assoziation mit Banden. Die meisten dieser Leute gehörten zu der ärmsten Schicht von El Salvador und hatten oft keine andere Möglichkeit als sich mit diesen Banden zu assoziieren, sonst drohte der Hungertod.

Das El Salvador unter Bukeles Kontrolle begann kurz nach Amtsantritt mit diesen Großrazzien gegen die Banden und begann gleichzeitig die Konstruktion dieser Lager. In den letzten Jahren wurden mehr als 40.000 Menschen in diesen Lagern interniert. Zuletzt ist in den sozialen Medien, durch unter anderem Satellitenbilder und Investigativ-Journalist:innen, bekannt geworden, dass dort Gefangene gefoltert und ermordet werden.

Die USA schickten nun in den letzten Monaten mehrere hundert von ihren Gefangenen ohne US-Staatsbürgerschaft in diese Lager. Allein letztes Wochenende wurde wieder ein Dutzend nach El Salvador abgeschoben. Dabei ist auch komplett egal, ob die abgeschobenen Gefangenen wirklich eine salvadorische Staatsbürgerschaft haben oder eben eine andere. Darüber hinaus haben Journalisten der amerikanischen Nachrichtenserie „60 Minutes“, durch abgleich der Strafakten, herausgefunden, dass 75% der Deportierten keine Einträge hatten.

Nun spricht der US-Präsident davon US-Staatsbürger:innen in diese Lager abzuschieben. Er redete von Gefangenen die für Mord und Totschlag in den Gefängnissen der USA sitzen. Aber was soll die USA und ihre Behörden, wie ICE (Immigration and Customs Enforcement), die jetzt schon willkürlich nicht-weiße Menschen auf der Straße verhaften, die „Undesirables“ abzuschieben in die „Außenlager“ des US-Imperialismus. Das Einzige, was diesen Entwicklungen entgegenstehen könnte, wäre die Solidarisierung und die Organisation aller in den USA lebenden Menschen gegen das System, was sie umgibt, wovon die Gesellschaft in den USA leider noch sehr weit entfernt ist. Vielleicht sogar, durch die Spaltung innerhalb der Gesellschaft an den verschiedensten Trennlinien, so weit entfernt wie lange nicht mehr.