13. Mai 2026

Landesweiter Stromausfall in Kuba

In Kuba leiden die Menschen seit drei Tagen unter einem landesweiten Stromausfall; die Situation wird durch einen herannahenden Hurrikan zusätzlich verschärft. Die seit 1962 bestehende US-Blockade trägt ebenfalls zur Verschlechterung der Lage bei.

Am Freitag kam es nach dem Ausfall des größten Kraftwerks zum Kollaps des Stromnetzes. Trotz einiger Fortschritte am Wochenende folgte kurz darauf ein weiterer Totalausfall. Millionen von Menschen sind weiterhin ohne Strom, da die Energieversorgung, die hauptsächlich auf Öl-Kraftwerken basiert, durch fehlende Öllieferungen aus Venezuela stark beeinträchtigt ist.

Die Folgen der Stromausfälle sind gravierend: Ventilatoren funktionieren nicht, der öffentliche Verkehr ist eingeschränkt, und die Regierung sah sich gezwungen, Schulen zu schließen und Werktätige nach Hause zu schicken, um Brennstoff zu sparen. Die Ausnahme waren einige Hotels, Krankenhäuser sowie private Restaurants und Bars, die mithilfe von Generatoren weiterhin Strom erzeugen konnten. Der Großteil der Stromversorgung auf der Insel stammt aus acht alten Wärmekraftwerken, die häufig ausfallen oder gewartet werden müssen, sowie von sieben schwimmenden Kraftwerken. Die häufigen Ausfälle werden auf eine veraltete Infrastruktur, Brennstoffmangel und eine steigende Nachfrage zurückgeführt.

Kuba befindet sich derzeit in einer schweren Wirtschaftskrise; die Regierung macht vor allem das US-Embargo für den Mangel an Treibstoffen und Ersatzteilen verantwortlich. Diese Vorwürfe werden von den USA zurückgewiesen, jedoch verlängerte US-Präsident Joe Biden am 14. September 2024 das seit 1962 bestehende Wirtschaftsembargo gegen Kuba um ein weiteres Jahr. Dieses Embargo, das ursprünglich von Präsident John F. Kennedy verhängt wurde, erlaubt dem Präsidenten, Sanktionen gegen Länder zu verhängen, die als feindlich eingestuft werden. Kuba ist momentan das einzige Land, das unter diesem Gesetz leidet, und die Bevölkerung kämpft massiv mit den Folgen: Die Landwirtschaft wird durch den Mangel an Treibstoff, Ersatzteilen und Krediten stark beeinträchtigt, und die instabile Stromversorgung erschwert die Bewässerung.

Die Blockade verhindert internationale Investitionen und blockiert dringend benötigte Hilfsgüter, sodass sogar humanitäre Hilfe stellenweise nicht ankommt. Dies erschwert den Wiederaufbau nach Naturkatastrophen wie dem Hurrikan „Ian“.

Die letzte Abstimmung über das Embargo fand 2018 in den UN statt.  Dabei stimmten 189 Länder gegen die Sanktionen, lediglich die USA und Israel sprachen sich dafür aus, sodass das Embargo bestehen blieb.