15. Mai 2026

VW und die faschistische Militärdiktatur Brasiliens

Der deutsche Autogigant Volkswagen ist eines der Unternehmen, die immer schon in mafiöse Aktivitäten verwickelt war. Wenn man an VW denkt, kommen einem als erstes mit modernster Technik ausgestattete Fahrzeuge in den Sinn. Es ist jedoch wenig bekannt, mit welchen dunklen Taten VW diesen Reichtum angehäuft hat. Heute gibt es in Brasilien einen Fall, der die mafiöse Vergangenheit von VW widerspiegelt. In diesem Fall wurden die Aktivitäten von VW während der faschistischen Militärjunta, die zwischen 1964 und 1985 in Brasilien herrschte, vor Gericht gebracht.

VW, bekannt als „Symbol für Zuverlässigkeit“ und „Symbol für fortschrittliche Technologie“, muss sich in Brasilien vor Gericht verantworten, da Berichte belegen, dass Tausende von Arbeitern auf der Fazenda Vale, die das Unternehmen betreibt, unter sklavenähnlichen Bedingungen gearbeitet haben. Im Jahr 1964 übernahm die Militärjunta die Macht in Brasilien, die die Grundrechte und Freiheiten unterdrückte und ein kapitalfreundliches Regime errichtete. Volkswagen ging darüber hinaus, enge Beziehungen zu dieser Diktatur aufzubauen und sich mit ihr zu arrangieren, und übernahm eine aktive Rolle als Zuträger. Das Unternehmen identifizierte Gewerkschafter und „verdächtige“ linke Oppositionelle, darunter den heutigen Präsidenten Lula da Silva, und meldete sie der Geheimpolizei. Diese Personen wurden verhaftet, gefoltert, verstümmelt und verschwanden. Mit seinen Informanten und bewaffneten Wachen spielte VW die Rolle eines Repressionsinstruments für die Junta. Die aktive Rolle von Volkswagen während der Militärjunta in Brasilien bestätigt immer wieder die Worte von Marx und Engels im Kommunistischen Manifest: „Der Bourgeoisie ist jedes Mittel recht, um die Werktätigen als Sklaven auszubeuten.“

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Folter, Vergewaltigung und Zwangsarbeit

Die Aktivitäten des Unternehmens auf der 70.000 Hektar großen Fazenda Vale im Amazonas-Regenwaldbecken offenbaren das Ausmaß der Ausbeutung und Brutalität.

Mehr als 6.000 Menschen wurden mit dem Versprechen von „gut bezahlten Jobs“ auf die Farm gelockt und zur Arbeit in Schuldknechtschaft gezwungen. Die Arbeiter waren gezwungen, Lebensmittel und andere Grundbedürfnisse von dem Unternehmen zu überhöhten Preisen zu kaufen und konnten die Farm aufgrund ihrer Schulden nicht verlassen. Diejenigen, die versuchten zu fliehen, wurden von bewaffneten Wachen gefangen genommen, an Bäume gebunden, tagelang ausgehungert und dehydriert, vergewaltigt und gefoltert. Viele Menschen starben an den Folgen dieser Grausamkeiten.,

Pater Ricardo Rezende war einer derjenigen, die diese schrecklichen Tatsachen aufgedeckt und jahrelang Zeugenaussagen der Opfer und andere Beweise gesammelt haben.

Er betonte, dass der VW-Konzern für seine Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden und Entschädigung zahlen müsse: „Wir können die Toten nicht zurückholen. Auch wenn die Entschädigung symbolisch ist, ist sie für die Opfer notwendig“.

Die Enthüllung der fragwürdigen Aktivitäten von VW in Brasilien löste eine Kontroverse aus, aber das Unternehmen weigerte sich zunächst, Entschädigungen zu zahlen, da es davon ausging, dass dies seinem weltweiten „Image“ keinen schweren Schlag versetzen würde. Menschenrechtsaktivisten und Rechtsexperten betonen, dass Volkswagen nicht nur in Brasilien, sondern auch in anderen Teilen der Welt ähnliche Verstöße vorgeworfen werden. Insbesondere die Frage, ob die deutsche Bundesregierung von der Situation wusste, wurde in der internationalen Presse ausführlich behandelt. Das Unternehmen stritt die Vorwürfe lange Zeit ab, musste sich aber schließlich bereit erklären, den Opfern Entschädigungen zu zahlen. Obwohl diese Entschädigungszahlungen keine Entschädigung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen, sind sie ein Beweis dafür, dass das Unternehmen seine Verbrechen zugegeben hat.

„Legale Mafia“ VW Hand in Hand mit “illegaler Mafia“

„Der Kapitalismus ist die legale Mafia, die Mafia ist der illegale Kapitalismus.“ Dieses Zitat bietet einen treffenden Rahmen, um die Aktivitäten von VW in Brasilien zusammenzufassen. VW hat sein „legales“ und „illegales“ Mafioso-Sein bewiesen, indem es bewaffnete Banden auf der von ihm betriebenen Fazenda Vale-Farm anheuerte. Die schmutzige Allianz von VW mit der brasilianischen Militärjunta, die von ihrer unersättlichen Profitgier angetrieben wird, hat zur Zerstörung des Regenwaldes, zum Blutsaugen, zum Mord und zur Versklavung von Tausenden von Menschen geführt.

Zu einer Zeit, als das Militärregime die Wälder des Amazonas mit dem Slogan „Land ohne Menschen für Menschen ohne Land“ plünderte, betrachtete VW jedes Mittel, um maximalen Profit aus diesen Gebieten zu ziehen, als Gewinn. Dieses riesige Unternehmen, das sich heute mit technologischen Innovationen einen Namen macht, verdankt seine Macht und seinen Reichtum einer solchen schmutzigen Vergangenheit.

Das 90-seitige Akte der brasilianischen Staatsanwaltschaft und die bisher vorgelegten Beweise belegen die direkte Verantwortung von VW für die Gräueltat.

Aber VW kann nicht einfach mit Entschädigungszahlungen für diese Verstöße davonkommen. Heute argumentieren Menschenrechtsaktivisten in Brasilien und auf der ganzen Welt, dass Unternehmen für ihre Verbrechen in der Vergangenheit zur Rechenschaft gezogen werden muss. Die Tatsache, dass Volkswagen mit Fällen wie diesem im Rampenlicht steht, zeigt, wie rücksichtslos das Kapital aus Profitgründen die Menschenrechte mit Füßen tritt.

Die Aktivitäten von VW in Brasilien zeigen nicht nur das rücksichtslose Ausbeutungssystem des Kapitalismus, sondern auch, wie dieses System mit faschistischen Regimen verflochten ist.  

Wie Frederick Douglass sagte: „Die Grenzen der Tyrannen werden durch die Geduld der Menschen gezogen, die sie unterdrücken.“ Diese Geduld hat natürlich auch ihre Grenzen…