Bemühungen um eine antikommunistische Geschichtsschreibung
Die herrschenden Klassen in Deutschland konnte den militärischen Sieg der Sowjetunion nie akzeptieren und nutzt jede sich bietende Gelegenheit, um die Verbrechen Nazi-Deutschlands herunterzuspielen.
Der deutsche Imperialismus nutzt rücksichtslos jede sich bietende Gelegenheit, um sich von der historischen Last der großen Zerstörung, die er im Zweiten Weltkrieg angerichtet hat, und der schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die er begangen hat, zu befreien und diese Vergangenheit zu beschönigen. Unmittelbar nach Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges hat der deutsche Imperialismus sein „Verteidigungskonzept“ überarbeitet und sich rasch zu einer aktiven Kriegspartei entwickelt. Er betrachtete den Krieg als „Chance“ und machte sich daran, seine Armee auszubilden und zu modernisieren. Um der militaristischen Hysterie eine Rechtfertigung zu geben, griff er auf Propaganda zurück: „Russland wird uns angreifen, wir müssen so schnell wie möglich kriegsbereit sein.“ Da diese Propaganda jedoch nicht die erwartete Wirkung erzielte, musste eine Art „Russophobie“ in der Gesellschaft halt finden. Diese Kampagne verfolgt auch das Ziel Symbole zu verbieten, die an die Sowjetunion oder den Kommunismus erinnern, sowie die Gleichsetzung der Sowjets, die den Faschismus besiegten, mit Nazi-Deutschland.
Hinter der Kampagne zur Schönfärbung der faschistischen Vergangenheit Deutschlands und zur Umschreibung der Geschichte steht ein breites Bündnis: Medienkonzerne, die als Sprachrohr des deutschen Kapitals fungieren, eine Schar von sogenannten Geschichtsprofessoren – in Wirklichkeit Handlanger des Kapitals –, die die Lehrstühle der verrotteten Universitäten und Hochschulen besetzen, sowie Establishment-Parteien wie die Grünen und die Linke…
Diese Scharlatane wurden ins Spiel gebracht, als sich der imperialistische Kriegsapparat NATO an der Ukraine-Front auf die Seite des Krieges gegen Russland stellte. In diesem Zusammenhang bemühen sie sich nicht nur, den Sieg der Roten Armee über Nazideutschland aus dem Gedächtnis zu löschen, sondern auch die Sowjetunion als „Mittäter“ des zweiten Weltkriegs darzustellen.
Wie die Geschichte bezeugt, fügte die Rote Armee in jenem berühmten Winter des Jahres 1942 den Hitler-Truppen in Moskau eine schwere Niederlage zu; im Februar 1943 krönte sie die Verteidigung von Stalingrad mit einem Sieg und marschierte in Richtung Berlin. Die große Schlacht um Berlin begann am 16. April 1945, und in der Nacht vom 1. Mai 1945 kletterten Soldaten der Roten Armee auf die Türme des Reichstags in Berlin und hissten dort die rote Fahne.
Die als „unbesiegbar“ geltende Nazi-Armee, die schrecklichste Kriegsmaschine, die die Geschichte je gesehen hatte, erlitt eine schwere Niederlage; dieser historische Moment wurde durch das beeindruckende Foto des sowjetischen Militärfotografen Jewgeni Haldej verewigt. Der 8. Mai 1945 ging als Tag der endgültigen Niederlage des faschistischen Nazi-Deutschlands in die Geschichte ein.
Dieser epische Kampf, den die Rote Armee und die sowjetischen Völker unter großen Opfern geführt und mit dem sie den Nazifaschismus zerschlagen haben, ist bis heute der großartigste Widerstand, den die Menschheitsgeschichte je gesehen hat. Die Ehre dieses großen Sieges über den Faschismus gebührt ohne Zweifel der Sowjetunion und dem Sozialismus.
Obwohl dies die historische Wahrheit ist, versuchen die heutigen „Historiker“-ähnlichen Scharlatane zu beweisen, dass angeblich die USA, Großbritannien und Frankreich die Menschheit vor dem Faschismus gerettet hätten. In dieser falschen Darstellung wird versucht, die Rolle der Sowjetunion und der Roten Armee, die den hohen Preis für den Kampf gegen den Hitler-Faschismus gezahlt haben, in den Hintergrund zu drängen. Dabei kamen in der Sowjetunion, die dem Angriff der brutalen Nazi-Kriegsmaschine Widerstand leistete, 27 Millionen Menschen ums Leben. Das entsprach mehr als einem Drittel aller Kriegsopfer.
Es sei daran erinnert, dass eines der Hauptziele des faschistischen Deutschlands bei der Kriegserklärung an die Sowjetunion die Vernichtung der Sozialistischen Union und die Schaffung des „Lebensraums im Osten“ war, dem Hitler in seinem Buch „Mein Kampf“ ein eigenes Kapitel gewidmet hatte. Tatsächlich formulierte Hitler sein Hauptziel am 3. Februar 1933 gegenüber dem Kommando der „Reichswehr“ wie folgt: „Den Marxismus an der Wurzel auszurotten.“ In einer Radioansprache am 1. Mai 1933 äußerte sich Hitler zu seinen Zielen wie folgt:
„Den Marxismus nicht nur äußerlich zu beseitigen, sondern ihm die Bedingungen zu entziehen, unter denen er entstehen könnte (…), und die nach uns kommenden Generationen von seinen geistigen Verwirrungen zu befreien …“
Schon diese Worte allein sollten als ausreichender Beweis dienen.
Es sei auch daran erinnert: Die Sowjetunion war lange Zeit gezwungen, fast im Alleingang gegen die faschistische deutsche Armee zu kämpfen. Denn das imperialistische Dreigespann aus den USA, Frankreich und Großbritannien, das als „westliche Alliierte“ bezeichnet wurde, zögerte einen entschlossenen Kriegseinsatz so lange wie möglich hinaus und wartete darauf, dass die Sowjetunion geschwächt oder gar vernichtet würde. Aus Angst vor dem Vormarsch der Roten Armee auf Berlin, welcher die Landung in der Normandie vorverlegte, begnügten sich die Alliierten nicht damit, an diesem Sieg der Sowjetunion und der Roten Armee „teilzuhaben“, sondern versuchten auch, deren Vormarsch aufzuhalten.
Das Ende des Zweiten Weltkriegs war ein gewaltiger Sieg über den Faschismus. Dieser Sieg war unbestreitbar der Sieg der Roten Armee, der sowjetischen Völker und der Kommunisten, die in vielen Ländern Widerstand leisteten. Nach diesem grandiosen Sieg der Sowjetunion gewannen demokratische Revolutionen, nationale Befreiungsbewegungen und der revolutionäre Kampf der Arbeiterklasse in allen Teilen der Welt – von Europa über Afrika bis hin zu Lateinamerika und Asien – erheblich an Dynamik, und die glanzvollste Ära des Sozialismus hatte begonnen. Der „Geist“, von dem Marx und Engels im Kommunistischen Manifest sprachen, schwebte nicht nur über Europa, sondern über der ganzen Welt.
Kurz nach dem Sieg über den Faschismus errichtete die Rote Armee drei große sowjetische Denkmäler im Berliner Tiergarten, im Treptower Park und in der Schönholzer Heide. Diese Denkmäler werden jedes Jahr von Zehntausenden Menschen als zentrale Gedenkstätten für die Befreiung von Nazi-Deutschland besucht. Besucher, die Blumen oder Kränze niederlegen, schreiben Notizen wie „Wir sind euch dankbar, dass ihr uns vom Faschismus befreit habt.“
Der deutsche Imperialismus unternimmt in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen, um Menschenansammlungen und Gedenkfeiern an den Standorten dieser Denkmäler zu verhindern. Zunächst werden diese Denkmäler durch regelrechten Polizeiterror abgeriegelt. Damit gibt man sich jedoch nicht zufrieden. Mit Beginn des Ukraine-Krieges wurde seit dem 8. Mai 2022 per allgemeiner Verordnung in Berlin das Zeigen der sowjetischen Flagge am 8. und 9. Mai verboten. Dieses Verbot wird mit der Begründung gerechtfertigt, es sei „im Rahmen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine eingeführt worden, um Provokationen zu verhindern und die öffentliche Sicherheit sowie friedliche Gedenkfeiern zu schützen“. Das betreffende Verbot gilt in der unmittelbaren Umgebung sowjetischer Denkmäler (Treptower Park, Tiergarten und Schönholz) und umfasst neben der Flagge der UdSSR auch russische Flaggen und Siegesymbole. Diese „Maßnahmen“ sind quasi zur Routine geworden und haben sich zu einem offenen Angriff auf alle kommunistischen Symbole entwickelt.
Ein Verein, der im vergangenen Jahr eine Veranstaltung geplant hatte, reichte beim Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen das Versammlungsverbot ein. Das Gericht, das behauptete, „das von der Polizei während der Gedenkfeiern verhängte Verbot sei rechtmäßig und gerechtfertigt“, führte unter anderem folgende Gründe für die Rechtfertigung des Verbots an: „(…) Der Zweck der polizeilichen Anordnung ist die Wahrung der öffentlichen Ordnung; sie soll eine würdevolle Gedenkfeier an den drei Kriegsdenkmälern in Treptow, im Tiergarten und in der Schönholzer Heide (Pankow) gewährleisten. Angesichts des anhaltenden Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine könnten sowjetische Flaggen als Ausdruck von Sympathie für die russische Armee interpretiert werden. Dies wiederum könnte als Ausdruck der Bereitschaft zur Gewaltanwendung wahrgenommen werden…“
Dass das Gericht das Verbot auf der Grundlage selbst erfundener Begründungen verteidigt, deutet darauf hin, dass auch die Justiz Teil dieses reaktionären Angriffs ist.
