15. Mai 2026

Kuba – Das nächste (und wiederholte) Ziel des US-Imperialismus

Fast einen Monat ist es her, dass die venezolanische Hauptstadt Caracas infolge einer militärischen Operation von den USA bombardiert und Staatspräsident Nicolás Maduro entführt und in die USA gebracht wurde, wo ihm jetzt der Prozess gemacht wird. 

Wie vielfach befürchtet wurde, hat sich der US-Imperialismus nun sein nächstes Ziel gesucht: US-Präsident Trump hat vergangene Woche einen nationalen Notstand auf Kuba ausgelöst und Kuba zur „außergewöhnlichen Bedrohung“ erklärt. Er droht allen Ländern mit Strafzöllen, die Kuba mit Öl beliefern. Die Situation auf der Insel ist derweil kritisch: Nachdem Venezuela und Mexiko ihre Öllieferungen gestoppt haben, gibt es täglich stundenlang anhaltende Stromausfälle, Benzin ist kaum noch zu bekommen. Die Treibstoffkrise hat das öffentliche Leben schwer im Griff. Die Wirtschaft Kubas, die durch 65 Jahre anhaltende US-Sanktionen ohnehin schon geschwächt ist, steht vor dem Kollaps.

Kuba, Mexiko, Venezuela, Kolumbien, Nicaragua, Guatemala, Chile – die Liste der lateinamerikanischen Länder, die seit geraumer Zeit unter US-Interventionen leiden, ist lang. Es geht dabei stets um Kontrolle über Bodenschätze, insbesondere Öl, und um die Unterwerfung von Regierungen, die es wagen, sich dem US-Hegemonialanspruch zu widersetzen. Bereits 1823 formulierte die Monroe-Doktrin den Anspruch der USA auf lateinamerikanische Einflusssphäre. Was folgte, waren Jahrzehnte von Staatsstreichen, verdeckten Operationen und offenen Militärinterventionen. In Guatemala stürzten die USA 1954 die demokratisch gewählte Regierung von Jacobo Árbenz, weil er eine Landreform wagte, die US-Konzerne bedrohte. In Chile unterstützten sie 1973 den blutigen Putsch gegen Salvador Allende. In Nicaragua finanzierten sie in den 1980er Jahren die Contra-Rebellen gegen die sandinistische Regierung. Kuba leidet seit der Revolution 1959 unter einem erbarmungslosen Wirtschaftsembargo, das darauf abzielt, die Bevölkerung auszuhungern und zum Aufstand zu treiben.

Solche Interventionen und Sanktionen treffen in letzter Instanz natürlich vor allem die Lohnabhängigen, weil Versorgung, Löhne und öffentliche Infrastruktur unter Druck geraten. Der einzige Weg diese Unterdrückung der lohnabhängigen Massen zu beenden, ist der Aufbau einer anderen, solidarischen Gesellschaft frei von Unterdrückung.