15. Mai 2026

Die politische Krise in Bolivien

Innerhalb der regierenden bolivianischen Partei MAS („Bewegung zum Sozialismus) herrscht zwischen den Anhänger:innen des Ex-Präsidenten Evo Morales und den Anhänger:innen des aktuellen Präsidenten Luis Arce immer noch ein starker Konflikt, der die politische Krise im Land täglich vertieft.

Seit drei Wochen werden seitens der Evistas Straßenblockaden organisiert, die den Transportverkehr und damit die Lebensmittelversorgung oder Treibstofflieferung erheblich beeinträchtigen. Die Evistas fordern die Freiheit von Evo Morales und protestieren gegen die Vorwürfe sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels, den er begangen haben soll.

Um die Straßenblockaden aus dem Weg zu räumen, setzte die Regierung nun etwa 3.000 Polizeikräfte ein. Vor allem sollten die wichtigsten Straßen zurückerobert werden. Hierbei kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, bei denen viele Menschen verhaftet wurden.

Schließlich äußerten die Anhänger:innen von Morales, dass sie dialogbereit seien und die Straßenblockaden vorerst für drei Tagen pausieren lassen. Während die Blockaden anschließend aussetzten und der Transport wieder lief, kam es diesmal im Parlament zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Anhängerschaft von Morales und Arce. Durch diese Entwicklung wurden die am Wochenende geplanten Verhandlungen zwischen beiden Fronten abgebrochen.

Es ist schwer abzusehen, in welche Richtung sich die derzeitige politische Krise im Land bewegen wird. Obwohl das Verfassungsgericht kürzlich festlegte, dass Ex-Präsident Morales kein weiteres Mal gewählt werden darf, protestieren Morales‘ Unterstützer:innen für seine erneute Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2025.