15. Mai 2026

G20-Finanzministertreffen und Schere zwischen Arm und Reich

Laut einem Oxfam International Bericht, der im Kontext zum dritten Treffen der G20-Finanzminister- und Notenbankgouverneuren-Treffen in Brasilien entstanden ist, haben die reichsten 1 % der Welt in den letzten 10 Jahren mehr als $42 Billionen an neuem Vermögen angehäuft. Genauer haben diese 1 % weitere $42 Billionen an Mehrwert aus der Arbeit der Arbeitenden und Werktätigen dieser Welt extrahiert und gehortet. Die Diskrepanz zwischen den Aller reichsten dieser Erde zu den untersten 50 % werden ebenfalls immer offensichtlicher. Laut dem Bericht ist das Vermögen eben dieser 1 % in der letzten Dekade 34-mal stärker gewachsen als die der untersten 50 %. 

Dies ist zum einen die direkte Folge des „Krieges gegen faire Besteuerung“ der Kapitalistenklasse in ihren jeweiligen Betätigungsgebiete. Dieser „Krieg“ sorgt für ein historisch niedriges Niveau an Steuern für Reiche und beläuft sich zuletzt auf einen Steuersatz äquivalent zu 0,5 % ihres Vermögens. Währenddessen hat sich eben dieses Vermögen in den letzten 40 Jahren durchschnittlich um 7,1 % jährlich vergrößert. Laut den Recherchen von Oxfam International ist das Einkommen der Top 1 % der G20-Staaten im gleichen Zeitraum um 45 % gestiegen, während der Steuersatz um etwa ein Drittel sank. 

Bei dem G20-Finanzministertreffen in Rio de Janeiro ging es eben um diese Steuersätze und wie man diese anheben könne. Über die Zuständigkeiten, Form, Höhe des Steuersatzes und die grundlegende Notwendigkeit so eines gemeinsamen Bestrebens der Besteuerung der Reichsten dieser Staaten wurde diskutiert. Diese Besprechungen führten, wie von den Repräsentanten der Kapitalistenklasse zu erwarten sein sollte, zu keinem Ergebnis.

Des Weiteren haben sich die Unterschiede zwischen der Kapitalistenklasse und den Arbeitenden und Werktätigen dieser Welt ebenfalls durch die Zuspitzungen von Kriegen und Krisen dieses Systems drastisch verändert. Die immer weiter eskalierenden imperialistischen Auseinandersetzungen zwischen den Staaten mit imperialistischen Ansprüchen und ihren Stellvertretern werden auf dem Rücken der Bevölkerung ausgetragen, während sich die Kapitalisten dieser die Taschen mit Rüstungs- und Waffenlieferungen voll machen und machten. Die Corona-Pandemie und die finanzielle Krise, die daraus folgte, wurde ebenfalls vollständig auf die arbeitende Klasse abgewälzt. 

Laut Oxfam wäre die Besteuerung der Ultrareichen mit mindestens 8 % nötig, um das extreme hohe Vermögen der, überwiegend in den G20-Staaten befindlichen, Billionäre zu verringern und sie so ihren „fairen“ Teil beitragen zu lassen. Dies kann im Hinblick auf das Vorgehen der Kapitalistenklasse in Krisensituationen innerhalb dieses Systems der letzten Jahrzehnte, wie die Corona-Pandemie, dem imperialistischen Krieg in der Ukraine oder sogar weiter zurück die Finanzkrise 2008/2009 nicht die alleinige Maßnahme sein. Der Weg zur Beseitigung dieser Diskrepanz zwischen Kapitalistenklasse und dem Rest ist die Solidarität innerhalb der Arbeiter:innenklasse und die Überwindung des sie unterdrückenden Systems.