15. Mai 2026

Netanjahu vor dem US-Kongress

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sprach während seines Besuchs in den USA vor dem US-Kongress. Bei seiner Rede wies er es zurück, dass Israel absichtlich Zivilist:innen ermorde, denn man habe ja Millionen von SMS verschickt, Flugblätter abgeworfen und Telefonate geführt. Netanjahu kritisierte auch die Gegenproteste und behauptete, dass diese vom Iran finanziert werden. Seine Haltung war jedoch klar: Es werden schnelle und weitere US-Waffenlieferungen gefordert. Er erklärte: „Amerika und Israel müssen zusammenstehen. Wenn wir zusammenstehen, passiert etwas ganz Einfaches: Wir gewinnen, sie verlieren“. 

Im US-Kongress boykottierten Dutzende von Kongressabgeordneten der Demokratischen Partei die Rede Netanjahus als Reaktion auf den Tod Tausender Zivilist:innen in Gaza und die von der Regierung in Tel Aviv verursachte humanitäre Krise. Rashida Tlaib, Mitglied des Repräsentantenhauses, trug während der Rede des israelischen Premierministers eine Kufiya und ein Schild mit der Aufschrift „Guilty of Genocide“.

Mehr als 100 Praktikant:innen im US-Kongress boykottierten Netanjahus Rede unter der Berufung auf Forderungen aus dem Wahlkreis. Sie erklärten: „Aus Protest haben viele von uns beschlossen, heute die Arbeit niederzulegen. Wir stehen in voller Solidarität mit den Opfern von Netanjahus Aktionen.“

Nach Angaben der Nachrichtenagentur demonstrierten während Netanjahus Rede Tausende von Menschen vor dem Kongress gegen Israel. Die Polizei ging brutal gegen die Proteste vor. Während der Proteste, bei denen häufig „Free Palestine“ skandiert wurde, wurden Transparente mit der Aufschrift „Gesuchte Kriegsverbrecher“, „Stoppt die Bewaffnung Israels“ und „Stoppt die Kriegsverbrechen in Gaza“ entrollt und mit palästinensischen Flaggen umwickelte Pappsärge auf den Boden gestellt.