{"id":456,"date":"2020-04-23T06:41:14","date_gmt":"2020-04-23T06:41:14","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-international.de\/?p=456"},"modified":"2020-04-23T06:41:14","modified_gmt":"2020-04-23T06:41:14","slug":"profit-ueber-leichen-bei-vw","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=456","title":{"rendered":"Profit \u00fcber Leichen bei VW"},"content":{"rendered":"<p><span id=\"fbPhotoSnowliftCaption\" class=\"fbPhotosPhotoCaption\" tabindex=\"0\" aria-live=\"polite\" data-ft=\"{&quot;tn&quot;:&quot;K&quot;}\"><span class=\"hasCaption\">Ein Artikel der Betriebszeitung \u201eVor-W\u00e4rtsgang\u201c mit dem Titel \u201eGrenzenlos piet\u00e4tlos\u201c sorgte in den letzten Wochen vermehrt f\u00fcr Aufmerksamkeit. Berichtet wird von einem 59-j\u00e4hrigen VW-Mitarbeiter aus Wolfsburg, der w\u00e4hrend der Nachtschichtarbeit am 10.12.2019 an Herzversagen verstarb.<\/p>\n<p>Damit das Band nicht zum Stoppen kommen sollte, be<span class=\"text_exposed_show\">fahl der Vorgesetzte den Arbeitern weiterzuarbeiten. Der Leichnam wurde wenige Meter neben dem Flie\u00dfband abgedeckt. Man arbeitete etwa zwei Stunden neben dem Leichnam weiter bis die Polizei und die Bestatter kamen.<\/p>\n<p>Ein Ausschnitt des Artikels \u201eGrenzenlos piet\u00e4tlos\u201c zeigt, wie menschenverachtend w\u00e4hrend des Todesfalls seitens der Vorgesetzten gehandelt wurde: \u201eDie Kollegen mussten dann an ihm vorbeifahren, um die Linie zu versorgen. Als sich einige \u00fcber diesen Zustand erregten, wurden sie vom Meister mit den Worten zur Arbeit geschickt: \u201eDer ist eh tot, der merkt nichts mehr!\u201c. Ein weiterer merkte noch an: \u2018Wenn die Alten sterben, ist mehr Platz f\u00fcr die J\u00fcngeren!\u201c<\/p>\n<p>Der Vorfall ereignete sich im Dezember 2019 und wurde lange geheim gehalten, bis im Februar dieses Jahres auf Facebook und Twitter der Artikel \u201eGrenzenlos piet\u00e4tlos\u201c erschien. Kurze Zeit sp\u00e4ter best\u00e4tigt die Presseabteilung des Automobilkonzerns Volkswagen den Todesfall. Als Begr\u00fcndung zum Weiterlaufen des Bandes sagte ein VW-Sprecher: \u201eEin Flugzeug fliegt auch weiter, wenn darin jemand stirbt und auch die Bahn f\u00e4hrt bis zum bis n\u00e4chsten Bahnhof weiter\u201c (\u2026) \u201eEin Stopp der Linie h\u00e4tte \u201eeinen Rattenschwanz\u201c nach sich gezogen, der sich auch auf die B\u00e4nder davor und dahinter ausgewirkt h\u00e4tte\u201c (\u2026) \u201eMan m\u00fcsse sich dies wie bei Zahnr\u00e4dern, die ineinandergreifen vorstellen.\u201c<br \/>\nObwohl bekannte Journalseiten, wie beispielsweise von \u201eFocus\u201c oder auch schweizerische Journalseiten \u00fcber diesen Vorfall berichteten, erreichte dieser Skandal nicht viel an Aufmerksamkeit. Au\u00dferdem blieben gemeinsame Anfragen zum Todesfall seitens der Stiftung Ethecon und Aktion\/Arbeitsunrecht an den VW-Konzern bis heute unbeantwortet.<\/p>\n<p>Auch der Betriebsrat und die IG-Metall Wolfsburg schweigen bis heute zum Todesfall. Offenbar sind sie am Todesfall nicht interessiert. In einem Telefongespr\u00e4ch seitens Aktion\/Arbeitsunrecht und einem Vertreter des Betriebsrats antwortete man zum Todesfall: \u201eIch kenne ihren Verein gar nicht, ich muss ihnen gar nichts sagen\u201c und beendete das Gespr\u00e4ch mit \u201eRecherchieren Sie mal besser!\u201c.<br \/>\nDer IG-Metall Wolfsburg sei der Fall nicht bekannt und es w\u00fcrden ihnen keine Informationen vorliegen.<\/p>\n<p>Solange der Betriebsrat und die Gewerkschaft ihr Schweigen nicht brechen und ihre Mittel, die ihnen zur Verf\u00fcgung stehen, nicht nutzen, wird dieses menschenverachtende Handeln seitens VW-Konzern detaillos in Vergessenheit geraten. Erinnern wir uns, dass Gewerkschaften und Betriebsr\u00e4te Arbeitnehmervertreter sind. Sie sollten jederzeit die Arbeitsrechte, die Sicherheitsvorkehrungen im Betrieb und die Gesundheit der Arbeiter an vorderster Stelle ihrer Aufgaben sehen. Doch wenn sich Arbeitervertreter immer mehr und mehr von Werkt\u00e4tigen isolieren und entfremden, so werden sie auch nie die eigentlichen Probleme in den Betrieben sehen k\u00f6nnen.<br \/>\nSo werden die Vertreter der Arbeiter in diesem r\u00fccksichtslosen Todesfall zu den Vertreter der Konzernchefs!<\/p>\n<p>VW-Arbeiter werden seitens des Konzerns nicht als soziale Wesen, sondern als reine Arbeitskraft gesehen. F\u00e4llt eine Arbeitskraft aus, so wird sie von einer neuen ersetzt. In dem Fall geht es bei VW nicht um den Arbeiter als Mensch, sondern um das nicht Stoppen des Bandes, d.h. um das nicht Stoppen des Profits, welcher \u00fcber Menschenleben geht.<\/p>\n<p>Der 59-j\u00e4hrige Kollege w\u00e4re sicherlich in wenigen Jahren in Renten gegangen, wof\u00fcr er sein Leben lang geschuftet hatte. Doch solange sich die Zahnr\u00e4der in den gro\u00dfen Betrieben drehen und die Flie\u00dfb\u00e4nder nicht zum Stoppen kommen, so wird die menschliche Arbeitskraft wie das Wechseln einer Schraube an einer Maschine ersetzt.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Artikel der Betriebszeitung \u201eVor-W\u00e4rtsgang\u201c mit dem Titel \u201eGrenzenlos piet\u00e4tlos\u201c sorgte in den letzten Wochen vermehrt f\u00fcr Aufmerksamkeit. 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