{"id":3729,"date":"2026-02-21T19:13:43","date_gmt":"2026-02-21T19:13:43","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=3729"},"modified":"2026-02-21T19:21:19","modified_gmt":"2026-02-21T19:21:19","slug":"gefaehrliche-spannungen-zwischen-usa-und-iran","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=3729","title":{"rendered":"Gef\u00e4hrliche Spannungen zwischen USA und Iran"},"content":{"rendered":"\n<p>Erneut bedroht US-Pr\u00e4sident Donald Trump den Iran mit Krieg. Auch Benjamin Netanyahu und der Shah-Sohn Reza Pahlavi fordern dies seit mehreren Jahren gezielt. Der Unterschied ist nun, dass der Zuspruch von Iraner:innen hierf\u00fcr &#8211; vor allem in der Diaspora &#8211; gewachsen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Krieg gegen den Iran w\u00fcrde vor allem kapitalistischen Interessen dienen: Die R\u00fcstungsindustrie, die Sicherung regionaler Hegemonie und die Kontrolle \u00fcber weltweite Handels- und Energiefl\u00fcsse, die entlang des Irans verlaufen. Zudem betrachtet die US-Regierung den Iran als strategischen Gegenspieler in Westasien, insbesondere im Einfluss auf lokale Milizen. Innenpolitisch dient die Iran Politik zugleich dazu, die Machtbasis und Anh\u00e4ngerschaft der US-Regierung zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die USA hat in den letzten Wochen dutzende Kampfjets in die Golf Region gebracht und gegen den Iran aufger\u00fcstet. Die Bundesregierung fordert jetzt Deutsche im Iran dazu auf, das Land umgehend zu verlassen und hat aufgrund der steigenden Bedrohung eigene Soldaten aus dem kurdischen Erbil im Irak ausgeflogen. Auch der Iran bereitet sich vor und r\u00fcstet das Land auf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Atomverhandlungen in Genf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In den vergangenen Tagen kam es in Genf zu Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Kernpunkte sind:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wie stark der Iran Uran anreichert<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Welche Kontrollen und Inspektionen durch die Internationale Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA) stattfinden<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Welche wirtschaftlichen Zugest\u00e4ndnisse im Gegenzug m\u00f6glich sind<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Berichtet wird, dass beide Seiten versuchen, sich an ein Atomabkommen wie 2015 anzun\u00e4hern, aus dem Trump ausgestiegen war. Die USA fordern: starke Beschr\u00e4nkungen oder Einstellung der Urananreicherung, R\u00fcckkehr zu einem umfassenderen Abkommen \u00e4hnlich dem alten JCPOA, sowie Druck auf den Iran auszu\u00fcben, um sein Raketenprogramm und regionale Einflussnahmen einzuschr\u00e4nken. Der Iran hingegen fordert: Aufhebung der harten US-Sanktionen, Anerkennung seines Rechts auf Nutzung von Atomtechnologie, keine einseitige Null-Anreicherung ohne Gegenzug.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Beide Seiten haben wechselseitige, aber schwer miteinander vereinbare Forderungen. Bis jetzt gibt es noch keine Einigung und Trump gab dem Iran eine Frist von 10\u201315 Tagen, andernfalls m\u00f6ge der Iran mit \u201cernsthaften Konsequenzen\u201d rechnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Proteste im Iran<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im ganzen Iran brachen aufgrund der wirtschaftlichen Lage und steigender Lebenshaltungskosten Ende 2025 Massenproteste aus, die vom Regime brutal und blutig unterdr\u00fcckt wurden. Reza Pahlavi animiert dabei aus dem sicheren Exil, dass Menschen f\u00fcr ihn auf die Stra\u00dfen gehen sollen. Er beansprucht die Proteste f\u00fcr sich und missbraucht hierbei die vom Regime ermordeten f\u00fcr seine Interessen. Die anhaltenden Sanktionen der USA versch\u00e4rfen w\u00e4hrenddessen die Not der Bev\u00f6lkerung, w\u00e4hrend die Elite am wenigsten Schaden tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pahlavis Rolle und die SIKO<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am vergangenen Samstag versammelten sich laut Polizei etwa 250.000 Menschen auf der Theresienwiese in M\u00fcnchen. Organisiert wurde die Veranstaltung von monarchistischen iranischen Gruppen. Pahlavi trat als Hauptredner auf und nutzte die Gelegenheit, sich als Alternative zur Islamischen Republik zu inszenieren. Seine Forderungen zielen darauf ab, dass der Iran \u201cunter Druck von au\u00dfen befreit wird\u201d, er selbst an die Macht kommt und ein \u201esicheres demokratisches\u201c System schafft. Dabei ist Pahlavi klar pro-westlich und unterst\u00fctzt die westliche Militarisierung und den Imperialismus offen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Sicht der Iraner:innen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Iran selbst sind die Menschen geteilt. W\u00e4hrend die Javid Shah-Proteste in den Medien dominieren, distanzieren sich Gewerkschaften, linke Gruppen, Studentenbewegungen und Minderheiten sowohl vom Mullah-Regime als auch von Pahlavi, wie man dies auf Social Media verfolgen kann. Aber auch sprechen Iraner:innen dar\u00fcber, dass linke Bewegungen zu schwach waren, viele sich allein gelassen gef\u00fchlt haben und imperialistische Kr\u00e4fte dies nutzten, um sie an sich zu binden.<\/p>\n\n\n\n<p>Organisationen erw\u00e4hnen, dass beide Seiten rechte Ideologien vertreten: Das Regime einen islamistisch-nationalistischen Ansatz, Pahlavis Bewegung einen persisch-nationalistischen. Der Iran ist ein Mehrv\u00f6lkerstaat und viele Minderheiten erinnern sich noch an die Unterdr\u00fcckung durch die Zentralisierungspolitik von Pahlavis Vater und Gro\u00dfvater. Pahlavi selbst habe sich laut Berichten nie von den Verbrechen seiner Familie distanziert. Viel mehr betont Reza Pahlavi, dass die Einheit des iranischen Staatsgebiets gewahrt bleiben muss, was zu Spannungen und Misstrauen in Teilen der kurdischen Regionen f\u00fchrt. Diese fordern n\u00e4mlich aufgrund jahrhundertelanger Unterdr\u00fcckung in der iranischen Geschichte weitgehende Autonomie oder Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Monarchistische Anh\u00e4nger:innen im Exil griffen sogar vermehrt in der Diaspora lebende iranische Minderheiten aggressiv an. Der ehemalige Shah wird ohne zu hinterfragen idealisiert und Parolen wie \u201cTod den Linken\u201d ist immer wieder zu h\u00f6ren. Zudem darf nicht vergessen werden, dass Reza Pahlavi zu den direkten Unterst\u00fctzern Trumps und Netanyahus z\u00e4hlt, welche ebenfalls beide rechte nationalistische Politik betreiben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Katrastrophale Aussichten bei Krieg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Krieg zwischen den USA und dem Iran w\u00fcrde keine Freiheit bringen, sondern Zerst\u00f6rung. Er w\u00fcrde Arbeiter:innen, Frauen, die Jugend, Minderheiten und besonders die arme Bev\u00f6lkerung treffen; nicht die Eliten in Washington oder Teheran. W\u00e4hrend R\u00fcstungsindustrie und geopolitische Machtzentren profitieren, zahlt die Bev\u00f6lkerung mit ihrem Leben, so, wie es unter anderem in Afghanistan und Irak zu sehen ist. Weder theokratischer Autoritarismus noch monarchistischer Nationalismus sind dabei eine L\u00f6sung. Die Alternative liegt in einer selbstorganisierten, sozialen Bewegung von unten, gegen kapitalistische Machtpolitik. F\u00fcr die iranischen Organisationen gilt es, an St\u00e4rke und R\u00fcckhalt durch die iranische Arbeiter:innenklasse zu gewinnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erneut bedroht US-Pr\u00e4sident Donald Trump den Iran mit Krieg. Auch Benjamin Netanyahu und der Shah-Sohn Reza Pahlavi fordern dies seit mehreren Jahren gezielt. 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