{"id":3694,"date":"2026-01-22T17:50:34","date_gmt":"2026-01-22T17:50:34","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=3694"},"modified":"2026-01-22T17:50:36","modified_gmt":"2026-01-22T17:50:36","slug":"us-praesident-trump-will-groenland-kaufen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=3694","title":{"rendered":"US-Pr\u00e4sident Trump will Gr\u00f6nland kaufen"},"content":{"rendered":"\n<p>In den letzten Monaten machte US-Pr\u00e4sident Donald Trump immer wieder Schlagzeilen mit seinem Plan, Gr\u00f6nland zu kaufen. Die staatlichen Beziehungen zwischen der USA und Gr\u00f6nland waren schon immer komplex und sorgten f\u00fcr Diskussionen:<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00f6nland ist ein international anerkanntes, autonomes Territorium des K\u00f6nigreichs D\u00e4nemark, das aktuell von rund 56.000 Einwohner:innen bewohnt wird. Als D\u00e4nemark w\u00e4hrend des zweiten Weltkriegs unter deutscher Besatzung stand, sprangen die USA den Gr\u00f6nl\u00e4nder:innen zur Seite, um eine Besetzung des Territoriums durch die Briten bzw. Kanadier zu verhindern. Nach dem Zweiten Weltkrieg behielten die USA ihr strategisches Interesse an Gr\u00f6nland. Die Insel liegt auf der k\u00fcrzesten Route zwischen den Superm\u00e4chten \u00fcber den Nordpol und wurde im Kalten Krieg milit\u00e4risch unverzichtbar. Obwohl D\u00e4nemark die US-amerikanische Pr\u00e4senz zun\u00e4chst beenden wollte, schloss es 1951 ein Verteidigungsabkommen, das den USA weitreichende Rechte einr\u00e4umte.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Die USA versuchten schon in der Vergangenheit wiederholt, Gr\u00f6nland zu kaufen. Pr\u00e4sident Eisenhower unterbreitete Mitte der 1950er Jahre dem d\u00e4nischen K\u00f6nig ein entsprechendes Angebot, das abgelehnt wurde. Die anhaltende amerikanische Milit\u00e4rpr\u00e4senz f\u00fchrte zu Konflikten: 1953 erfolgte eine Zwangsumsiedlung der lokalen Bev\u00f6lkerung; die USA lagerten heimlich Atomwaffen trotz d\u00e4nischer Verbote und als 1968 ein Bomber bei Thule abst\u00fcrzte, wurde diese T\u00e4uschung \u00f6ffentlich bekannt. Auch geheime Projekte wie Camp Century versch\u00e4rften die Spannungen. Nach dem Kalten Krieg zogen sich die USA weitgehend zur\u00fcck \u2013 von \u00fcber 30.000 Soldaten blieben weniger als 200. Die Thule-Basis (heute Pituffik Space Base) wird jedoch weiterhin betrieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit seiner R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus verst\u00e4rkte Donald Trump seinen Druck auf Gr\u00f6nland massiv. In Davos bekr\u00e4ftigte er j\u00fcngst seinen Anspruch auf die Insel und drohte zuletzt mit Z\u00f6llen gegen Deutschland und andere NATO-Partner. Die europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten reagierten demonstrativ: Acht L\u00e4nder entsandten Soldaten nach Gr\u00f6nland, wobei Frankreich offen erkl\u00e4rte, man wolle eine NATO-\u00dcbung in Gr\u00f6nland veranstalten. Trump verk\u00fcndete daraufhin eine angebliche Einigung mit NATO-Generalsekret\u00e4r Rutte, doch D\u00e4nemark stellte klar, dass Rutte nicht in seinem Namen verhandeln k\u00f6nne und die Souver\u00e4nit\u00e4t Gr\u00f6nlands nicht zur Debatte stehe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Hintergr\u00fcnde des nach wie vor bestehenden Interesses an Gr\u00f6nland sind vielf\u00e4ltig: Gr\u00f6nland besitzt die weltweit gr\u00f6\u00dften Vorkommen an seltenen Erden und China kontrolliert derzeit 90 Prozent der Verarbeitung dieser strategisch unverzichtbaren Rohstoffe. US-Milliard\u00e4re wie Bezos, Gates und Altman haben seit 2019 hunderte Millionen in gr\u00f6nl\u00e4ndische Bergbauprojekte investiert. Milit\u00e4rstrategisch liegt Gr\u00f6nland auf der Flugroute russischer Raketen und die Transpolar Sea Route entlang der Ostk\u00fcste wird zwischen 2030 und 2050, wegen des Wegschmelzens von Eis, als k\u00fcrzeste Verbindung zwischen Europa und Asien nutzbar. China versucht seit 2011, sich in Gr\u00f6nlands Bergbausektor einzukaufen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Gr\u00f6nland-Konflikt sehen wir ein Lehrbuchbeispiel f\u00fcr die von Lenin beschriebene imperialistische Neuaufteilung der Welt. Die seltenen Erden sind unverzichtbar f\u00fcr Mikrochips, Waffensysteme und erneuerbare Energien. Chinas Dominanz bedroht die US-Hegemonie existenziell und die Beteiligung von Tech-Milliard\u00e4ren zeigt die Verschmelzung von Monopolkapital und Staatsgewalt \u2013 der Staat wird zum Werkzeug privater Profitinteressen.<\/p>\n\n\n\n<p>Trumps aggressive Rhetorik offenbart nicht St\u00e4rke, sondern Schw\u00e4che. Die USA verlieren an wirtschaftlicher Dominanz und greifen deshalb zu roher Machtpolitik. Sie k\u00f6nnen im Wettbewerb nicht mehr konkurrieren und versuchen durch milit\u00e4rische Kontrolle ihre Vormachtstellung zu retten. Diese Aggressivit\u00e4t richtet sich auch gegen europ\u00e4ische &#8222;Verb\u00fcndete&#8220; \u2013 ein Beweis, dass im Imperialismus keine dauerhaften Allianzen existieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zunehmende Militarisierung der Arktis birgt die Gefahr direkter kriegerischer Handlungen. Der Kampf um Gr\u00f6nland ist Teil einer umfassenderen imperialistischen Rivalit\u00e4t, was deutlich zeigt, dass die Kriegsgefahr w\u00e4chst. Lenin beschrieb unmissverst\u00e4ndlich, dass Imperialismus notwendig zu (kriegerischen) Konflikten f\u00fchrt und im Falle Gr\u00f6nlands sehen wir dies erneut best\u00e4tigt. Der Konflikt zeigt die strukturelle Krise des imperialistischen Systems: sinkende Profitraten, br\u00f6ckelnde US-Hegemonie, versch\u00e4rfte Konkurrenz, steigende Kriegsgefahr. Nur die \u00dcberwindung des Kapitalismus durch eine sozialistische Weltordnung kann diese Dynamik durchbrechen. Solange die Produktionsmittel in privater Hand sind, wird der Kampf um Rohstoffe und Hegemonie weitergehen \u2013 bis zur Zerst\u00f6rung der menschlichen Lebensgrundlage.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Monaten machte US-Pr\u00e4sident Donald Trump immer wieder Schlagzeilen mit seinem Plan, Gr\u00f6nland zu kaufen. 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