{"id":3595,"date":"2025-10-11T17:50:59","date_gmt":"2025-10-11T17:50:59","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=3595"},"modified":"2025-10-11T17:51:00","modified_gmt":"2025-10-11T17:51:00","slug":"bosch-will-22-000-beschaeftigte-entlassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=3595","title":{"rendered":"Bosch will 22.000 Besch\u00e4ftigte entlassen"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4hrend sich die Krise der kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse versch\u00e4rft, l\u00e4sst Bosch, einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Automobilzulieferer, erneut die Arbeiter:innen die Rechnung zahlen. Der Konzern hatte bereits im vergangenen Jahr angek\u00fcndigt, 9.000 Stellen zu streichen. Nach seiner j\u00fcngsten Erkl\u00e4rung sollen weltweit, vor allem in Deutschland, weitere 13.000 Arbeiter:innen entlassen und somit insgesamt 22.000 Besch\u00e4ftigte in die Arbeitslosigkeit bef\u00f6rdert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das in Deutschland ans\u00e4ssige Unternehmen begr\u00fcndet die Entlassungen mit der Stagnation in der Automobilbranche und strebt bis 2030 Kosteneinsparungen in H\u00f6he von 2,5 Milliarden Euro j\u00e4hrlich an. Im Mittelpunkt dieser K\u00fcrzungen stehen wie immer die Arbeiter:innen. Bosch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Stefan Grosch sagt, dass Entlassungen \u201eschmerzhaft, aber unvermeidlich\u201c seien. Solche Aussagen sind Teil des klassischen Repertoires der Kapitalisten geworden. Die unter dem Titel \u201eWettbewerbsf\u00e4higkeit\u201d, \u201eEffizienz\u201d oder \u201eKosteneinsparungen\u201d durchgef\u00fchrten Ma\u00dfnahmen f\u00fchren dazu, dass Tausenden von Menschen die Lebensgrundlage entzogen wird und Arbeiter:innen, die die Betriebe jahrzehntelang mit ihrer Arbeitskraft gest\u00fctzt haben, entlassen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur Bereiche wie Automobilelektronik, Softwareentwicklung und Lenksysteme sind davon betroffen, sondern auch die Abteilungen f\u00fcr Elektrowerkzeuge und Haushaltsger\u00e4te. Dies ist nicht nur die gr\u00f6\u00dfte Entlassungswelle in der Geschichte von Bosch, sondern geht auch als einer der h\u00e4rtesten Angriffe auf die Arbeiter:innenklasse in der globalen Automobilindustrie in die Geschichte ein. Boschs Plan sieht vor, die Besch\u00e4ftigten zu opfern, um die Produktionskosten zu senken. Das ist nichts Neues, sondern der klassische Preis, den die Arbeiter:innenklasse in Krisenzeiten zahlen muss. Dieser Prozess hat auch in Zeiten, in denen das Unternehmen Gewinne erzielte, nicht aufgeh\u00f6rt. Das Beispiel Bosch zeigt deutlich, dass das Kapital die Krise lediglich als Chance nutzt, um die Arbeiter:innen kontinuierlich ins Visier zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Reaktionen auf diese Entwicklung werden immer lauter. Die IG Metall und der Gesamtbetriebsrat von Bosch haben den Abbauplan scharf kritisiert. Der Vorsitzende des Betriebsrats, Frank Sell, erkl\u00e4rte, Bosch habe mit diesem Schritt nicht nur das Vertrauen verspielt, sondern in vielen Regionen auch \u201esozialen Schaden\u201d angerichtet. Diese Aussagen erinnern daran, dass es bei den Entlassungen nicht nur um Zahlen geht, sondern dass dahinter Zehntausende von Familien, Kindern und Zukunftspl\u00e4nen stehen. Trotz dieser Reaktionen macht die Bosch-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung jedoch keinen R\u00fcckzieher, da das kapitalistische Wirtschaftssystem auf einer Struktur basiert, die nicht den Menschen, sondern den Profit in den Vordergrund stellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die kapitalistische Transformation und die \u201egr\u00fcne Zukunft\u201c oder KI in der Automobilindustrie bedeuten f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten eine st\u00e4ndig wachsende Unsicherheit und Ungewissheit. Begriffe wie \u00dcbergang zur Elektromobilit\u00e4t, Digitalisierung oder autonomes Fahren bedeuten f\u00fcr sie mehr Entlassungen, flexible Arbeitszeitmodelle und Lohnsenkungen. Die \u201efortschrittlichen\u201c technologischen Ma\u00dfnahmen von Bosch zielen in Wirklichkeit darauf ab, einer Handvoll Aktion\u00e4ren mehr Gewinn zu verschaffen, was nur durch den Verlust von Tausenden von Arbeitspl\u00e4tzen m\u00f6glich ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem beschr\u00e4nkt sich nicht nur auf Bosch. In ganz Europa stehen Automobilzulieferer unter \u00e4hnlichem Druck. Die Nachfrage ist schwach, die Produktion verlangsamt sich, und die Staaten b\u00fcrden die Last dieses Wandels nicht den Unternehmen, sondern den Arbeiter:innen auf. Dass selbst ein riesiges Unternehmen wie Bosch den Abbau von Arbeitspl\u00e4tzen als einzige Option darstellt, zeigt, wie tief die strukturelle Krise des Kapitalismus ist. Daher sind Entlassungen keine Einzelf\u00e4lle, sondern feste Bestandteile der systematischen Ausbeutung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der einzige Ausweg f\u00fcr die Arbeiter:innenklasse besteht darin, sich vereint gegen diese Zw\u00e4nge zu wehren. Auch wenn die Gewerkschaften derzeit eine passive Haltung einnehmen, bleibt den Bosch-Arbeiter:innen und den Besch\u00e4ftigten der Automobilindustrie keine andere Wahl als der organisierte Kampf. Hierbei wird ihre gr\u00f6\u00dfte Waffe die Kraft sein, die sie aus ihrer zentralen Rolle in der Produktion ziehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend sich die Krise der kapitalistischen Produktionsverh\u00e4ltnisse versch\u00e4rft, l\u00e4sst Bosch, einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Automobilzulieferer, erneut die Arbeiter:innen die Rechnung zahlen. 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