{"id":2962,"date":"2024-11-24T18:24:53","date_gmt":"2024-11-24T18:24:53","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=2962"},"modified":"2024-11-24T18:24:53","modified_gmt":"2024-11-24T18:24:53","slug":"zum-internationalen-tag-zur-beseitigung-von-gewalt-gegen-frauen-am-25-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=2962","title":{"rendered":"Zum &#8222;Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen&#8220; am 25.11."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Jahr am 25. November macht der <em>Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen<\/em> auf Ungleichheit, (Zwangs-)Prostitution, h\u00e4usliche Gewalt, Vergewaltigung und Femizid gegen Frauen aufmerksam. Der Gedenktag wurde 1981 von lateinamerikanischen und karibischen Feministinnen ins Leben gerufen, um an die Mirabal-Schwestern zu erinnern, die 1960 vom Trujillo-Regime in der Dominikanischen Republik ermordet wurden. Seit 1999 ist der 25. November offizieller Gedenktag der Vereinten Nationen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit der 25.11. nicht ein weiterer Tag ist, den die Systemparteien und NGOs mit ihrer Symbolpolitik beanspruchen, stellt sich die Frage:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was braucht es wirklich, um Gewalt gegen Frauen zu beseitigen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Frauen erfahren im Kapitalismus auf verschiedenen Ebenen Ausbeutung. \u00d6konomisch werden sie systematisch benachteiligt, weil sie als Arbeiterinnen aufgrund ihres Geschlechts weniger verdienen und \u00fcberproportional in prek\u00e4ren, schlecht bezahlten Besch\u00e4ftigungen vertreten sind. Diese ungleiche Verteilung von Arbeitsm\u00f6glichkeiten erschwert es vielen Frauen, \u00f6konomisch unabh\u00e4ngig zu werden. Gleichzeitig tragen Frauen oft die Hauptlast der unbezahlten Sorgearbeit, die aus Kindererziehung, Pflege und Haushaltsf\u00fchrung besteht.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Aufgaben sind zwar f\u00fcr die kapitalistische Produktion unverzichtbar, werden jedoch oft unsichtbar gemacht und entwertet. Wie Friedrich Engels in <em>Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats<\/em> herausarbeitet, begann die Unterdr\u00fcckung der Frau mit der Entstehung des Privateigentums und der daraus hervorgehenden Klassengesellschaft. Er betont, dass diese Unterdr\u00fcckung weder nat\u00fcrlich noch unvermeidlich, sondern eine direkte Folge der Produktionsverh\u00e4ltnisse ist, die die Entwicklung der Klassengesellschaft und des Patriarchats erm\u00f6glicht haben.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gewalt gegen Frauen ist ein zentrales Herrschaftsinstrument des Patriarchats, das dazu dient, Frauen in traditionellen Rollen zu halten, sie zu kontrollieren und ihnen ihre Selbstbestimmung zu nehmen. Sexualisierte Gewalt und die Einschr\u00e4nkung reproduktiver Rechte (z.B. sexuelle Selbstbestimmung oder freie Entscheidung \u00fcber Schwangerschaft und Geburt) greifen direkt in die physische und psychische Gesundheit von Frauen ein, w\u00e4hrend h\u00e4usliche Gewalt und wirtschaftliche Unsicherheit sie in die Abh\u00e4ngigkeit dr\u00e4ngen. Strukturelle Benachteiligung, wie ungleiche Bezahlung oder fehlender Zugang zu Ressourcen, verst\u00e4rkt ihre Unterdr\u00fcckung zus\u00e4tzlich. Diese Mechanismen verhindern nicht nur die Befreiung der Frau, sondern blockieren auch ihre gemeinsame Organisation gegen die kapitalistische Ordnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuelle politische Lage zeigt deutlich, wie eng Kapitalismus und Patriarchat zusammenarbeiten, um bestehende Herrschaftsverh\u00e4ltnisse zu sichern: Der weltweite Rechtsruck verschlimmert die Situation von Frauen, denn konservative und faschistische Stimmen propagieren ein reaktion\u00e4res Familienbild, das Frauen auf die Rolle der Mutter und Hausfrau reduziert, w\u00e4hrend gleichzeitig Grundrechte, wie der Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbr\u00fcchen oder der Schutz vor Gewalt, eingeschr\u00e4nkt werden. Diese reaktion\u00e4re Politik zementiert patriarchale Strukturen und dr\u00e4ngt Frauen weiter in die Abh\u00e4ngigkeit. In Krisenzeiten, wenn der Kapitalismus unter Druck ger\u00e4t, wird das Patriarchat ideologisch aufgeladen, um die Gesellschaft zu spalten und die Unterdr\u00fcckung von Frauen als \u201enat\u00fcrlich\u201c zu legitimieren. Gewalt gegen Frauen wird hier nicht nur toleriert, sondern als Mittel eingesetzt, um soziale Kontrolle und Unterdr\u00fcckung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gewalt gegen Frauen ist also weder eine Ausnahme noch ein unvermeidbares \u00dcbel, sondern tief in der Logik vom Kapitalismus verankert. Das Patriarchat liefert die ideologische Rechtfertigung, um die Ungleichheit der Geschlechter als unver\u00e4nderlich darzustellen. Solange dieses System besteht, ist die Befreiung der Frau unm\u00f6glich.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kampf gegen patriarchale Gewalt wiederum ist untrennbar mit dem Klassenkampf der Lohnabh\u00e4ngigen gegen die Unternehmer:innenklasse verbunden. Frauen m\u00fcssen als gleichwertige, gleichberechtigte Kampfgef\u00e4hrtinnen betrachtet werden, die in der Lage sind, die Verh\u00e4ltnisse grundlegend zu ver\u00e4ndern. Es ist eine immer anerkanntere Tatsache, dass lediglich eine sozialistische Gesellschaft patriarchale Gewalt und kapitalistische Ausbeutung \u00fcberwinden und damit die Befreiung der Frau verwirklichen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr am 25. 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