{"id":2842,"date":"2024-10-15T16:10:06","date_gmt":"2024-10-15T16:10:06","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-international.de\/?p=2842"},"modified":"2024-10-15T16:10:36","modified_gmt":"2024-10-15T16:10:36","slug":"2842-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=2842","title":{"rendered":"Der \u201eKreuzzug\u201c der kapitalistischen Monopole gegen die Arbeiter:innenklasse"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Monopole, der \u201eAugapfel\u201c des deutschen kapitalistischen Staates, haben einen sehr umfassenden Angriff gegen die Arbeiter:innenklasse angek\u00fcndigt. Seit Anfang dieses Jahres haben viele Unternehmen aus verschiedenen Sektoren angek\u00fcndigt, ihre Arbeitspl\u00e4tze zu reduzieren und Zehntausende von Besch\u00e4ftigten unter dem Vorwand \u201ewir machen Verluste\u201c zu entlassen. Die gro\u00dfen Monopole der Eisen- und Stahlindustrie, der Automobilindustrie, der Petrochemie und des Verkehrssektors f\u00fchren diesen Angriff an. Nach Berichten aus erster Hand haben VW (30.000), die Deutsche Bahn (30.000), Thyssenkrupp (zwischen 10.000 und 13.000), ZF (14.000), Continental (7.350), Bosch (7.000), Bayer (8.000), BASF (2600) in der chemischen Industrie angek\u00fcndigt, dass sie beschlossen haben, Arbeiter:innen zu entlassen und einige Fabriken zu schlie\u00dfen. Diese Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs. Denn unweigerlich werden auch Tausende von gro\u00dfen und kleinen Betrieben, die f\u00fcr diese Monopole produzieren, schlie\u00dfen. Dies wird zu einem weiteren Gemetzel an Zehntausenden von Arbeitnehmer:innen f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen allein im Jahr 2023 26.000 kleine und mittlere Unternehmen in Konkurs und Zehntausende von Arbeiter:innen und Angestellten wurden auf die Stra\u00dfe gesetzt. Es ist bemerkenswert, dass dieser Sturm von Angriffen gegen Arbeiter:innen und Angestellte in den wichtigsten Industriezweigen stattfindet, die den Hauptteil der deutschen Wirtschaft ausmachen und trotz der Schrumpfung der Wirtschaft enorme Gewinne machen. Eine der wichtigsten S\u00e4ulen, um den Kampf zu gewinnen, ist es der Arbeiter:innenklasse die Wahrheit zu sagen und sich gegen die schmutzige Propaganda zu wehren, die auf L\u00fcgen beruht, die \u00fcber die Presse\/Medien verbreitet werden und versuchen, all diese Angriffe zu legitimieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Hauptziel dieser umfassenden Angriffe besteht darin, die Arbeitnehmer:innen die Rechnung f\u00fcr die seit 2008 andauernde Wirtschaftskrise zahlen zu lassen, die sich durch die Coronavirus-Pandemie und den Krieg in der Ukraine noch versch\u00e4rft hat. Es ist offensichtlich, dass der kapitalistische Staat, die Systemparteien und die Gewerkschaftsb\u00fcrokratie diesen umfassenden Angriff auf die wichtigsten Industriezweige, in denen die Arbeiter:innenklasse am st\u00e4rksten organisiert ist, gemeinsam vorbereiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kapitalismus ist ein System der Krisen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aufgrund des internationalen Charakters der kapitalistischen Produktion und des Gesetzes der ungleichen Entwicklung k\u00f6nnen die Entwicklungen in einer beliebigen geografischen Region nicht losgel\u00f6st von ihrem internationalen Kontext analysiert werden. Daher stehen die wiederkehrenden Krisen in direktem Zusammenhang mit internationalen Entwicklungen. Das liegt daran, dass die kapitalistische Produktion nicht auf dem Bedarf, sondern auf dem Ziel der Profitsteigerung beruht. Allein diese Tatsache reicht aus, um die aktuelle Krise der \u00dcberproduktion zu erkl\u00e4ren. Seit Jahren produzieren die multinationalen kapitalistischen Monopole flei\u00dfig, um mehr Profit zu machen und um mehr M\u00e4rkte zu beherrschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1) Das Gesetz der ungleichen Entwicklung hat dazu gef\u00fchrt, dass die alleinige Vorherrschaft des westlichen imperialistischen Blocks unter F\u00fchrung der USA, die die letzten 35 Jahre gepr\u00e4gt hat, zu Ende gegangen ist. Chinas unaufhaltsames wirtschaftliches, kommerzielles, finanzielles und milit\u00e4risches Wachstum hat begonnen, die bis heute bestehende unipolare Ordnung zu st\u00f6ren. China, dass 17 Prozent der Weltproduktion erwirtschaftet, hat in k\u00fcrzester Zeit das Produktionsniveau aller L\u00e4nder der Europ\u00e4ischen Union erreicht. Jetzt rei\u00dft China gro\u00dfe St\u00fccke von dem Kuchen ab, den der imperialistische westliche Block gestern gro\u00dfz\u00fcgig unter sich aufgeteilt hat und fordert gr\u00f6\u00dfere Anteile. Das Niveau, das China vor allem in der Automobil- und der Eisen- und Stahlindustrie erreicht hat, ist einer der wichtigsten Faktoren f\u00fcr die Krise in diesen beiden Sektoren, die die Schwergewichte der deutschen Wirtschaft sind. Heute herrscht ein unerbittlicher Krieg zwischen den imperialistischen Herrschern um die Neuaufteilung der Weltm\u00e4rkte. Dieser Krieg ist eine der Hauptursachen f\u00fcr die Rezession der europ\u00e4ischen und deutschen Wirtschaft in den letzten Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">2) Als Folge der neoliberalen Wirtschaftspolitik der letzten f\u00fcnfzig Jahre hat sich die Polarisierung von Reichtum und Elend weltweit versch\u00e4rft. Die L\u00f6hne und die Kaufkraft der Arbeiter:innen und Angestellten sinken st\u00e4ndig. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist der Anteil der L\u00f6hne an den Produktionskosten in den letzten vier Jahren von 19 Prozent auf 15 Prozent gesunken. Nach den Statistiken desselben Instituts liegt der \u201ereale Kaufkraftverlust\u201c bei \u00fcber 10 Prozent. Diese Situation versch\u00e4rft die Krise weiter, da die K\u00e4ufer der Waren, die Tag und Nacht am Flie\u00dfband produziert und auf den Markt gebracht werden, immer weniger werden. Das geht so weit, dass Millionen von Menschen, deren Kaufkraft rapide schwindet, keine potenziellen M\u00e4rkte mehr sind, und die umgekehrte Wirkung der vom Kapitalismus geschaffenen Armut das System ersch\u00fcttert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">3) Die imperialistischen Kriege, die f\u00fcr die Aufteilung der Welt gef\u00fchrt werden, werden zwar als ein Produkt der Krisen des kapitalistischen Systems erlebt, versch\u00e4rfen aber gleichzeitig die Krisen. Denn die in Kriege investierten Milliarden bereichern nur die R\u00fcstungsmonopole, schaffen aber keinen Mehrwert f\u00fcr den gesellschaftlichen Reichtum. Die Folgen des imperialistischen Krieges in der Ukraine, der seit Februar 2022 andauert, lassen sich an dem gro\u00dfen Zusammenbruch der europ\u00e4ischen Volkswirtschaften und den daraus resultierenden Dimensionen des sozialen Elends ablesen. W\u00e4hrend die europ\u00e4ischen kapitalistischen Monopole gestern noch riesige Profite machten, indem sie mit der billigen Energie, die sie aus Russland bezogen, viel billiger produzierten, haben sie heute mit den Problemen zu k\u00e4mpfen, die durch hohe Energiepreise entstehen. Dar\u00fcber hinaus werden Dutzende von Milliarden Euro aus Steuern, die im Schwei\u00dfe des Angesichts der Arbeiter:innen gestohlen wurden, zur Finanzierung dieses schmutzigen Krieges ausgegeben. Diese Mittel, die f\u00fcr soziale Dienste und Wohlfahrt verwendet werden sollten, werden f\u00fcr die Fortsetzung des imperialistischen Krieges verschwendet und das soziale Elend wird vergr\u00f6\u00dfert.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angesichts dieser grundlegenden Tatsachen sollten wir einen Blick auf die sehr umfassenden Angriffe werfen, die von den kapitalistischen Monopolen in Deutschland gegen die Arbeiter:innen und Werkt\u00e4tigen gef\u00fchrt werden. Diese Angriffe, die sich haupts\u00e4chlich auf vier Grundsektoren (Automobil, Eisen-Stahl, Chemie und Verkehr) beziehen, werden sich zwangsl\u00e4ufig auch auf andere Sektoren ausweiten. Denn dies sind die S\u00e4ulen der deutschen Wirtschaft und Millionen von Menschen arbeiten in diesen Sektoren und ihren Zulieferindustrien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Thyssenkrupp:<\/strong>&nbsp;die Nummer eins in der deutschen Eisen- und Stahlindustrie mit 27.000 Besch\u00e4ftigten in Deutschland. Es ist eines der wichtigsten Monopole, das den Hitlerfaschismus an die Macht brachte und den Faschismus und den Zweiten Imperialistischen Weltkrieg bis zum letzten Moment finanzierte. Durch diesen barbarischsten Krieg, den die Geschichte je gesehen hat, hat Thyssenkrupp das Kapital erhalten, das es heute besitzt. Thyssenkrupp betreibt haupts\u00e4chlich Eisen- und Stahlwerke in den St\u00e4dten Duisburg, Bochum, Gelsenkirchen, Dortmund, Hagen, Siegen und Finnentrop in NRW. Ein 20-prozentiger Anteil an dem Monopolunternehmen wurde vor zwei Jahren an die EP Group of Companies (EPCG) des tschechischen Milliard\u00e4rs Daniel Kretinsky verkauft. Nach diesem Verkauf waren Personalabbau und Entlassungen an der Tagesordnung. Als Folge der Auflagen des Vorstandsvorsitzenden Miguel L\u00f3pez traten vor zwei Monaten vier Mitglieder der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung zur\u00fcck. L\u00f3pez, der mit den neuen Managern radikale Angriffsprogramme durchf\u00fchrte, k\u00fcndigte an, dass sie beschlossen h\u00e4tten, die Eisen- und Stahlproduktion ab dem n\u00e4chsten Jahr von 12,5 Millionen Tonnen auf 9 Millionen Tonnen zu senken, dass einige Fabriken geschlossen w\u00fcrden und dass zwischen 10.000 und 13.000 Mitarbeitende entlassen w\u00fcrden. Als Gr\u00fcnde f\u00fcr den Angriff nannte Tekel den \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Anstieg der Energiepreise, den internationalen Wettbewerb und die Schrumpfung des Automobilsektors- seines wichtigsten Kunden. Nach dem R\u00fccktritt der fr\u00fcheren Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung vor zwei Wochen traten auch der Aufsichtsratsvorsitzende Sigmar Gabriel (SPD), sein Stellvertreter Detlef Wetzel, der fr\u00fchere IG-Metall-Chef und der vierk\u00f6pfige Aufsichtsrat zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahr 1988 wurde in der ber\u00fcchtigten Frankfurter Erkl\u00e4rung, die von der IG Metall unterzeichnet wurde, der Abbau von 25.000 Arbeitspl\u00e4tzen vereinbart. Seitdem folgt ein \u201eZukunftskonzept\u201c dem anderen. In jedem dieser Konzepte stimmten IG Metall und Betriebsrat Lohnk\u00fcrzungen und Entlassungen zu, angeblich um Arbeitspl\u00e4tze zu retten. In der Zwischenzeit wurden 90.000 Arbeitspl\u00e4tze in der deutschen Eisen- und Stahlindustrie vernichtet. Zur Belohnung wurden IG-Metall-Funktion\u00e4re oft in die Vorst\u00e4nde der Unternehmen berufen und erhielten Millionenbetr\u00e4ge. Der inzwischen entlassene Markus Grolms und Oliver Burkhard, Personalchef des Gesamtkonzerns, Chef der U-Boot-produzierenden Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), sind nur zwei Beispiele.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch diese seit Jahren andauernden Angriffe sind Zehntausende von Arbeitspl\u00e4tzen in der Eisen- und Stahlindustrie gef\u00e4hrdet. Die Warmbreitbandstra\u00dfe in Bochum, in der das Material aus Duisburg weiterverarbeitet wird, wird Ende 2025 geschlossen, das Siliziumstahlwerk im Jahr 2030. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass bei der Thyssenkrupp-Stahlhandelstochter Schulte rund 450 Arbeitspl\u00e4tze wegfallen werden- das ist jeder f\u00fcnfte Arbeitsplatz im Unternehmen. Besonders gef\u00e4hrdet ist das Eisen- und Stahlwerk Krupp Mannesmann (HKM) s\u00fcdlich von Duisburg. Thyssenkrupp ist mit 50 Prozent an diesem Unternehmen beteiligt, das rund 3.000 Mitarbeiter:innen, zwei Hoch\u00f6fen und eine Kokerei umfasst. Zwei Rohrwerke in D\u00fcsseldorf und M\u00fclheim\/Ruhr (ehemals Mannesmann), die einst 2.000 Menschen besch\u00e4ftigten, wurden im vergangenen Jahr geschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz Milliardenhilfen der Bundesregierung hat der Krieg in der Ukraine zu einer Explosion der Erdgas- und Strompreise gef\u00fchrt, von der alle energieintensiven Industrien betroffen sind, auch die Eisen- und Stahlindustrie. Im Jahr 2023 produzierte China \u00fcber 1 Milliarde Tonnen Eisen und Stahl, das sind 54 Prozent der weltweiten Stahlproduktion. Infolge der r\u00fcckl\u00e4ufigen Nachfrage der Automobilindustrie, dem Hauptabnehmer der Stahlindustrie, sank die deutsche Stahlproduktion im vergangenen Jahr auf 32,8 Millionen Tonnen, den niedrigsten Stand seit 2009, dem Krisenjahr nach dem weltweiten Finanz- und Wirtschaftseinbruch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>VW (Volkswagen):<\/strong>&nbsp;VW ist der gr\u00f6\u00dfte europ\u00e4ische Automobilhersteller. Mit 60.000 Besch\u00e4ftigten ist das Werk in Wolfsburg die gr\u00f6\u00dfte Autofabrik der Welt. In den 122 Werken auf allen Kontinenten sind 670.000 Menschen besch\u00e4ftigt, davon 120.000 in Deutschland. Hunderttausende weitere sind in der Zulieferindustrie besch\u00e4ftigt. Die Porsche\/Pi\u00ebch-Clans, die gr\u00f6\u00dften VW-Aktion\u00e4re, verdanken ihren heutigen Reichtum der Tatsache, dass sie Nachfahren von Ferdinand Porsche und seinem Schwiegersohn Anton Pi\u00ebch sind, der als G\u00fcnstling Adolf Hitlers das Volkswagenwerk f\u00fcr die Nazis baute. Die Quelle des milliardenschweren Reichtums von Porsche und Pi\u00ebch war die Produktion von Waffen f\u00fcr die faschistischen deutschen Armeen in den VW-Werken w\u00e4hrend des zweiten imperialistischen Teilungskrieges. Zehntausende von Kriegsgefangenen mussten damals unter unmenschlichen Bedingungen in den VW-Werken arbeiten und Tausende von ihnen verloren ihr Leben. Kurz gesagt, dieses Monopol, der Liebling des deutschen kapitalistischen Staates, ist das Produkt des Faschismus und seiner Arbeit. Das kapitalistische VW-Monopol, das das eigene Kind des Faschismus ist, hat nun der Arbeiter:innenklasse den Krieg erkl\u00e4rt. Die Rechte der Arbeiter:innen, die durch ihren Kampf errungen wurden, sollen nun durch vier \u00c4nderungen zerst\u00f6rt werden.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li>Der Vertrag zur nachhaltigen Sicherung der Besch\u00e4ftigung, der 1994 unterzeichnet wurde und bis 2029 gilt. Dar\u00fcber hinaus wird auf Lohnerh\u00f6hungen in Tarifvertr\u00e4gen verzichtet und bestehende L\u00f6hne werden gek\u00fcrzt.\u00a0<\/li>\n\n\n\n<li>Berufsausbildungsvertrag. Mit der K\u00fcndigung dieser Vereinbarung will das VW-Management selbst entscheiden, wie viele Auszubildende es k\u00fcnftig einstellt und ob es die Besch\u00e4ftigung nach der Ausbildung sichern kann. Nach der geltenden Vereinbarung hatten bisher der Betriebsrat und die Jugendauszubildendenvertretung (JAV) ein Mitspracherecht in dieser Frage.<\/li>\n\n\n\n<li>Vereinbarung \u00fcber die Lohn- und Arbeitsbedingungen f\u00fcr Leiharbeitnehmer:innen wird ebenfalls gek\u00fcndigt. Damit werden Leiharbeiter:innen erhebliche Lohneinbu\u00dfen hinnehmen m\u00fcssen und leichter entlassen werden k\u00f6nnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Abschaffung der Sondervereinbarung f\u00fcr Spezialisten und Besch\u00e4ftigte mit F\u00fchrungsaufgaben (Tarif-plus).<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tekel-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung behauptet, dass die vor einiger Zeit angek\u00fcndigten Einsparungen in H\u00f6he von 10 Milliarden Euro nicht ausreichen und weitere 4 Milliarden eingespart werden m\u00fcssen. Zu diesem Zweck sollen mindestens zwei Werke geschlossen und 30.000 Besch\u00e4ftigte entlassen werden. Dabei hat das VW-Monopol in den letzten vier Jahren nach Abzug aller Kosten einen Gewinn von \u00fcber 87 Milliarden gemacht, trotz sinkender Verkaufszahlen. Doch das reicht den gierigen Aktion\u00e4ren des Monopols nicht. All diese Angriffe auf VW zielen darauf ab, die Gewinne noch weiter zu steigern. Erstes Ziel von Thomas Sch\u00e4fer, einem der VW-Chefs, ist es die Gewinnrate von derzeit knapp 3 Prozent auf mindestens 6,5 Prozent zu steigern. \u201eAuch in Krisenzeiten und in einer sich st\u00e4ndig destabilisierenden Welt m\u00fcssen wir gute Renditen erwirtschaften\u201c, erkl\u00e4rt Sch\u00e4fer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste Schritt bei den Angriffen auf VW begann zun\u00e4chst mit einer r\u00fccksichtslosen Reorganisation bei Audi. Es wurde beschlossen, die j\u00e4hrlichen Werkskosten bis 2033 zu halbieren. Die IG Metall und der Audi-Betriebsrat beschlossen, bis 2025 9.500 Mitarbeiter:innen zu entlassen. In der Folge wurden 3.000 Besch\u00e4ftigte entlassen und das Audi-Werk in Br\u00fcssel geschlossen. Die bei VW organisierte IG Metall hat sich mit keinem Wort gegen diesen Angriff gewandt. In keinem anderen deutschen Monopolbetrieb ist die Zusammenarbeit zwischen Management und Gewerkschaft so ausgepr\u00e4gt wie bei Volkswagen. Mit einem Heer von hauptamtlichen Funktion\u00e4ren sorgen IG Metall und Betriebsrat in v\u00f6lliger Harmonie daf\u00fcr, dass die Entscheidungen des Unternehmens reibungslos umgesetzt werden und es keinen Widerstand dagegen gibt. Allein im VW-Werk Wolfsburg gibt es 75 vom Unternehmen bezahlte und von der Arbeit freigestellte Gewerkschafter, davon 66 von der IG Metall. Zus\u00e4tzlich werden diese B\u00fcrokraten von 2.500 Vertrauensleuten unterst\u00fctzt, die \u201ein jedem Winkel der Werksstadt Augen und Ohren haben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Vertrauensleute und IG-Metall-Funktion\u00e4re sagen, \u201ewir haben von diesem Angriffsplan nichts gewusst\u201c, ist das eine gro\u00dfe L\u00fcge. Denn der Aufsichtsrat des VW-Monopols besteht zur H\u00e4lfte aus den Oligarchen Porsche und Pi\u00ebch, denen 53 Prozent der Aktien geh\u00f6ren, zur anderen H\u00e4lfte aus dem Emir von Katar, dem 17 Prozent der Aktien geh\u00f6ren, und dem SPD-regierten nieders\u00e4chsischen Ministerpr\u00e4sidenten, dem 20 Prozent der Aktien geh\u00f6ren. Der ehemalige IG-Metall-Chef J\u00f6rg Hofmann, die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und der nieders\u00e4chsische Ministerpr\u00e4sident Stephan Weil (SPD) sitzen im achtk\u00f6pfigen Pr\u00e4sidium des Aufsichtsrates, in dem alle wichtigen Entscheidungen besprochen werden. Der Pr\u00e4sident der IG Metall ist stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Volkswagen ist mit seiner Hauptmarke VW seit den 1980er Jahren Marktf\u00fchrer in China. Doch der Absatz von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor geht inzwischen dramatisch zur\u00fcck, stattdessen w\u00e4chst die Nachfrage nach Elektroautos rasant. Bei der Neuordnung des Marktes ist VW derzeit weit abgeschlagen. Der chinesische Monopolist BYD, der derzeit nur Elektrofahrzeuge herstellt, konnte im ersten Quartal dieses Jahres seinen Marktanteil auf 11 Prozent steigern und liegt damit vor Volkswagen und Toyota. Au\u00dferdem steigerte es seine Verkaufszahlen um 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die f\u00fcr Elektroautos ben\u00f6tigten Batterien ben\u00f6tigen gro\u00dfe Mengen an Lithium, Nickel, Kobalt und Grafit sowie einige seltene kritische Mineralien. Die Tatsache, dass China diesen Markt weitgehend kontrolliert und gleichzeitig diese Rohstoffe verarbeitet, bringt westliche Automonopole und Regierungen zunehmend in Konflikt mit China.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Rechnung der imperialistischen Kriege, der Krise und der monopolistischen Konkurrenz wird auf die Arbeiter:innenklasse abgew\u00e4lzt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">W\u00e4hrend die Angriffe auf die Eisen- und Stahl- und Automobilmonopole, die Lieblinge des deutschen kapitalistischen Staates, begonnen haben, ist die Situation in Dutzenden anderen Sektoren nicht viel anders. \u201eIn den kommenden Wochen und Monaten d\u00fcrften weitere Unternehmen neue oder versch\u00e4rfte Sparprogramme ank\u00fcndigen, darunter auch Entlassungen\u201c, prognostiziert das Handelsblatt, die Stimme des Kapitals, unter Berufung auf Wirtschaftsexperten. Nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnen nur f\u00fcnf von 47 Branchenverb\u00e4nden mit einem Anstieg der Besch\u00e4ftigtenzahl bis 2024, w\u00e4hrend 23 Branchen, darunter besch\u00e4ftigungsintensive Wirtschaftszweige wie der Gro\u00df- und Einzelhandel, einen R\u00fcckgang erwarten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben VW und Thyssenkrupp will auch die Deutsche Bahn (DB) 30.000 Besch\u00e4ftigte entlassen, um Strecken zu erhalten und auszubauen. Carlos Tavares, Chef des US-Unternehmens Stellantis, spricht von einem \u201eBlutbad\u201c und einem \u201eturbulenten Jahr 2024\u201c. Die Werke des Konzerns in Deutschland, darunter Opel, waren im vergangenen Jahr nur zu 60 Prozent ausgelastet. In Stellantis wurde, wie die FAZ schreibt, \u201ekein Stein auf dem anderen gelassen\u201c. Das Opel-Werk in Eisenach steht vor der Schlie\u00dfung. Das Stammwerk in R\u00fcsselsheim besch\u00e4ftigte einst 15.000 Menschen, jetzt sind es nur noch 8.300. SAP, das gr\u00f6\u00dfte deutsche Softwareunternehmen, entl\u00e4sst 10.000 Mitarbeiter:innen. Ford hat sein Werk in Saarlouis geschlossen und greift nun die Besch\u00e4ftigten in K\u00f6ln und Valencia an.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Zulieferindustrien gibt es ein regelrechtes Gemetzel an Arbeitnehmer:innen. Die Giganten Bosch, Continental und Friedrichshafen (ZF) entlassen Tausende von Arbeitnehmer:innen. ZF, das weltweit 165.000 Menschen besch\u00e4ftigt, will seine Belegschaft in Deutschland bis 2029 um 14.000 Mitarbeiter:innen reduzieren. Achim Dietrich, ein mit den Pl\u00e4nen des Monopolisten vertrauter Arbeitnehmervertreter, sagte dem Handelsblatt jedoch, dass die Zahl bis zu 18.000 betragen k\u00f6nnte. Eissmann Automotive hatte Anfang des Monats Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit Sitz in Bad Urach, s\u00fcdlich von Stuttgart, produziert Teile f\u00fcr fast alle Automarken und besch\u00e4ftigt 5.000 Mitarbeiter:innen an 17 Standorten weltweit, davon 1.000 in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bosch, das rund 60 Prozent seines Umsatzes im Mobilit\u00e4tssektor erwirtschaftet, ist dabei diesen Bereich komplett umzugestalten. Das Unternehmen, das allein in Deutschland fast 134.000 Menschen besch\u00e4ftigt, k\u00fcndigt seit Monaten St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck Entlassungen an. Derzeit wird gemunkelt, dass insgesamt 7.000 Menschen entlassen werden sollen. Bosch schlie\u00dft jedoch nicht aus, dass es noch mehr werden k\u00f6nnten. Continental will 7.350 Mitarbeiter entlassen, das sind mehr als 3 Prozent der weltweiten Gesamtbelegschaft. Auch die Reifenhersteller schlie\u00dfen einen Betrieb nach dem anderen. Michelin zieht sich aus der Lkw-Reifenproduktion in Deutschland zur\u00fcck und wird bis Ende 2025 mehr als 1.500 Arbeitspl\u00e4tze in Karlsruhe und Trier abbauen. Goodyear will das Werk im brandenburgischen F\u00fcrstenwalde mit 700 Arbeitspl\u00e4tzen schlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Chemiemonopolist Bayer (100.000 Besch\u00e4ftigte weltweit) hat beschlossen, 8.000 Stellen zu streichen, um die Gewinne zu steigern. Auch die BASF (112.000 Besch\u00e4ftigte weltweit) hat im vergangenen Jahr ein Sparprogramm angek\u00fcndigt. Sie schlie\u00dft zwei Werke in K\u00f6ln und Frankfurt-H\u00f6chst. Mit dem Abbau von 2.600 Stellen (zwei Drittel davon in Deutschland) sollen 1,1 Milliarden Euro pro Jahr eingespart werden. Weitere Milliarden will Konzernchef Martin Bruderm\u00fcller im Werk Ludwigshafen einsparen. Daf\u00fcr hat er einen weiteren Stellenabbau angek\u00fcndigt. Der Essener Chemiekonzern Evonik hat angek\u00fcndigt, in den n\u00e4chsten zwei Jahren 33.000 Stellen zu streichen, davon 1.500 in Deutschland. Das Unternehmen begr\u00fcndet die Entlassungsoffensive mit sinkenden Gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Hausger\u00e4tehersteller Miele will bis 2025 weltweit 23.000 Stellen abbauen. Die 700 Mitarbeiter:innen starke Waschmaschinenmontage am Stammsitz in G\u00fctersloh soll zur Kostensenkung nach Polen verlagert werden. Als Begr\u00fcndung f\u00fchrt das Unternehmen den Auftragsr\u00fcckgang und steigende Kosten nach dem Umsatzrekord im Jahr 2022 an. Auch in der Hausger\u00e4tesparte von Bosch (BSH), dem europ\u00e4ischen Marktf\u00fchrer f\u00fcr Hausger\u00e4te, sind tausende Arbeitspl\u00e4tze gef\u00e4hrdet. Der Betriebsrat verhandelt derzeit gegen Massenentlassungen. All diese Angriffe sind nur die Spitze des Eisbergs. Hunderttausende von Arbeitspl\u00e4tzen in der weltweiten Automobilindustrie werden wegfallen. Fast keiner der 780.000 Besch\u00e4ftigten in der deutschen Automobilindustrie, 480.000 in der chemischen Industrie und Zehntausende in der Eisen- und Stahlindustrie haben einen sicheren Arbeitsplatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Arbeiter:innenklasse wehrt sich gegen Angriffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese sehr umfassenden Angriffe der kapitalistischen Monopole werden gro\u00dfen Widerstand in der Arbeiter:innenklasse hervorrufen. Denn diese Angriffe richten sich vor allem gegen das Industrieproletariat, d.h. gegen die am besten organisierten und bewusstesten Teile der Arbeiter:innenklasse. Die Arbeiter:innen protestieren bereits gegen die Angriffe des Thyssenkrupp-Monopols mit Aktionen, einschlie\u00dflich illegaler Streiks mit Zehntausenden von Teilnehmern. Auch die VW-Besch\u00e4ftigten organisieren Massenaktionen in allen deutschen Werken mit dem Motto: \u201eWir werden den Angriffen nicht nachgeben, wir werden unsere Arbeitspl\u00e4tze und unsere Arbeit sch\u00fctzen\u201c. Die IG Metall hat in diesen Werken einen Organisationsgrad von 92 Prozent. Gleichzeitig haben die Besch\u00e4ftigten hier eine historisch starke Kampferfahrung. Auf der anderen Seite der Medaille steht der Verrat der Gewerkschaftsb\u00fcrokraten, die von den Monopolen gekauft und bezahlt wurden. Diese B\u00fcrokraten bem\u00fchen sich fieberhaft, dem gro\u00dfen Geld, das sie von den Monopolen erhalten haben, gerecht zu werden und sie werden dies auch weiterhin tun. In diesem Prozess wird ihr Verrat an der Arbeiter:innebklasse noch viel deutlicher sichtbar werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Industrieproletariat, gegen das sich die Angriffe richten, bildet den Hauptteil der Arbeiter:innenklasse in Deutschland und umfasst eine gro\u00dfe Zahl von migrantischen Arbeiter:innen. Diese bilden die \u201eprivilegierten\u201c Teile der Arbeiter:innenklasse in Bezug auf ihre Arbeitspl\u00e4tze und L\u00f6hne. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 52 Prozent der Besch\u00e4ftigten in der Schwerindustrie bei den Banken verschuldet. Wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren, bedeutet das, dass sie vieles von dem verlieren, was sie bisher hatten. Deshalb werden sie sich gegen diese ihnen aufgezwungenen Vernichtungsangriffe wehren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese vielschichtigen Angriffe der kapitalistischen Monopole fallen mit den Tarifverhandlungen zusammen. Diese Tarifverhandlungen und die Dynamik des Kampfes gegen die Angriffe werden zusammenlaufen, die Arbeiter:innen und Werkt\u00e4tigen werden in einen Prozess der verst\u00e4rkten Aktion eintreten. In solchen Zeiten ist die Arbeiter:innenklasse viel empfindlicher f\u00fcr politische Propaganda und Agitation. Diese Situation wird uns viele Gelegenheiten bieten Verbindungen mit der Klasse zu kn\u00fcpfen. In Anbetracht dieser Entwicklungen sollten wir den Prozess genauer und mit Interesse verfolgen. Wir sollten uns besonders bem\u00fchen, die Arbeitenden in den Gebieten, in denen wir uns befinden, anzusprechen, um an ihren Aktionen teilzunehmen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">B\u0130R-KAR-Arbeiter:innenkommission<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Monopole, der \u201eAugapfel\u201c des deutschen kapitalistischen Staates, haben einen sehr umfassenden Angriff gegen die Arbeiter:innenklasse angek\u00fcndigt. 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