{"id":2561,"date":"2024-08-02T11:25:46","date_gmt":"2024-08-02T11:25:46","guid":{"rendered":"https:\/\/resistance-international.de\/?p=2561"},"modified":"2024-08-02T11:25:47","modified_gmt":"2024-08-02T11:25:47","slug":"holocaust-gedenktag-fuer-sinti-und-roma","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/resistance-info.de\/?p=2561","title":{"rendered":"Holocaust-Gedenktag f\u00fcr Sinti und Roma"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 02. August wurde 2015 durch das Europaparlament zum offiziellen Gedenktag innerhalb der EU um an den V\u00f6lkermord an den Roma und Sinti durch die Nationalsozialisten zu gedenken. Die Sinti und Roma und weitere Bev\u00f6lkerungsgruppen, wie die Lalleri, Lowara, Kalderasch und Jenischen usw. haben bedauerlicherweise eine lange Historie ihrer Diskriminierung, Unterdr\u00fcckung und Verfolgung vorzuweisen. Bis zum 19. Jahrhundert wurden Roma versklavt und teilweise zwanghaft sesshaft gemacht. Zu Zeiten des Kaiserreichs hat sich dementsprechend ebenso wenig ver\u00e4ndert und es wurden Gesetze zur Unterdr\u00fcckung der Sinti und Roma eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zu den Anf\u00e4ngen der NS-Zeit hat sich die Situation der Sinti und Roma weiter versch\u00e4rft. Sie wurden ab 1933, \u00e4hnlich wie die j\u00fcdischen Menschen des damaligen Deutschlands, aus dem \u00f6ffentlichen Leben ausgeschlossen, wie dem Handel, der Schule und bestimmten Berufsst\u00e4nden. Es kam genauso zu Eheverboten, Zwangsscheidungen und sogar zu Sterilisation von Frauen und M\u00e4nnern. Ebenso wurden sie ab 1936 dazu gezwungen sich in Lagern um gr\u00f6\u00dfere St\u00e4dte herum, wie K\u00f6ln, Frankfurt am Main oder Berlin, anzusiedeln, die als das \u00c4quivalent zu dem Beginn der Bildung von Ghettos f\u00fcr die j\u00fcdischen Bev\u00f6lkerung durch die Nazis angesehen werden k\u00f6nnen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 1937 begann man durch neue Polizeigesetzgebung Sinti und Roma unter Vorw\u00e4nden der \u201eVerbrechenspr\u00e4vention\u201c auf unbestimmte Zeit in Konzentrationslager zu verschleppen. Ab 1938 wurden die Vorw\u00e4nde direkter und gingen nicht mehr auf das vermeintliche Verhalten der Sinti und Roma ein, sondern auf sie als \u201eRasse\u201c. In den Folgejahren wurden die Sinti und Roma die im Gebiet der Kontrolle der Nazis waren durch Kooperation mit verschiedensten Institutionen wie Kirchen, \u00c4mtern und anderen Kollaborateuren dokumentiert, zwangssterilisiert und zu gro\u00dfen Teilen in Konzentrationslager in Polen, wie Auschwitz-Birkenau, deportiert. Von den 30.000 Sinti und Roma die das Regime in elf L\u00e4ndern dokumentieren konnte, wurden ca. 23.000 nach Auschwitz deportiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele der Sinti und Roma in den Lagern starben in den Folgejahren an Hunger, Krankheiten, Misshandlungen durch die SS, Folgen der Zwangsarbeiten und an abscheulichen Experimenten durch KZ-\u00c4rzte. Die ersten Massenvernichtungen an Sinti und Roma in den Konzentrationslagern begannen im M\u00e4rz 1943. Im Mai 1944 sollten die letzten 6.000 Roma und Sinti des KZ-Auschwitz-Birkenau in Gaskammern vernichtet werden. Die Inhaftierten leisteten Widerstand und konnten so der Vergasung vorerst entgehen. Nur wenige Monate sp\u00e4ter, am 02. August 1944 wurden die letzten verbliebenen Roma und Sinti im KZ Auschwitz (etwa 3.000 wurden als \u201earbeitsf\u00e4hig\u201c eingestuft und in andere Lager abtransportiert) ermordet. Diese letzten KZ-H\u00e4ftlinge waren \u00fcberwiegend \u00e4ltere Menschen, Frauen und M\u00fctter, und Kinder. Insgesamt k\u00f6nnen die Verfolgung und Ermordung an den Sinti und Roma w\u00e4hrend der NS-Zeit nur gesch\u00e4tzt werden, aber es wird von 220.000 bis 500.000 Opfern in ganz Europa ausgegangen. Der fehlende Datenlage liegt zum einen zu Grunde, dass Viele nicht als Angeh\u00f6rige dieser Minderheiten vermerkt wurden. Zum anderen wurden viele Sinti und Roma in ganz Europa bei unz\u00e4hligen unvollst\u00e4ndig dokumentierten Massakern vernichtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch nach dem Krieg hat sich vorerst nicht viel an dem Verh\u00e4ltnis vom Folgestaat des NS-Regimes zu den Sinti und Roma ver\u00e4ndert. Die Verbrechen an ihnen wurden lange nicht anerkannt und nachdem sie teilweise anerkannt wurden, wurde die Entsch\u00e4digung an weiteren diskriminierenden Kriterien gebunden, von Gedenken und Aufarbeitung ganz zu schweigen. Viele der Errungenschaften die heute erreicht wurden, sind nur durch Bewegungen und Proteste aus der Roma und Sinti-Community selbst entstanden. Die Diskriminierung dauert noch bis heute an, ob im Bildungssystem, durch Diskriminierung und Stigmatisierung innerhalb der Gesellschaft oder durch rassistisch motivierte Attentate. Beim Anschlag in Hanau vom 19. Februar 2022 waren drei der Opfer Sinti und Roma. Rechte, rechtskonservative und auch Parteien der \u201eMitte\u201c machen immer noch Propaganda mit Vorurteilen und Stigmata gegen\u00fcber den Sinti und Roma und schieben sie im gleichen Zug ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 02. 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